Kooperation mit Klinikum Starnberg

Geburtshilfe: Das sagen die Fraktionschefs im Tölzer Kreistag

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Der Kreistag hat die Kooperation der Wolfratshauser Kreisklinik mit dem Starnberger Klinikum in Sachen Geburtshilfe beschlossen. Das sagen die Fraktionschefs zu dieser Lösung.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Krankenhaus aus dem Nachbarlandkreis Starnberg wird in Wolfratshausen eine Geburtshilfeabteilung aufbauen und betreiben. Ein jährliches Defizit von bis zu 1,5 Millionen Euro wird der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen übernehmen. Der Beschluss fiel mit 43:8 Stimmen in nicht öffentlicher Sitzung. Im Anschluss gab es in einem Pressegespräch von allen Fraktionschefs eine öffentliche Stellungnahme.

„Der Beschluss ist richtig und wichtig, um eine qualitative Geburtshilfe im Landkreis zu erhalten“, betonte CSU-Fraktionschef Martin Bachhuber. Freilich sei es eine schwierige Geburt gewesen, ergänzte er. „Warum Wolfratshausen und nicht Tölz – das hat uns viele Debatten bereitet.“ Teile seiner Fraktion – aus ihr kamen einige der acht Gegenstimmen – seien nach wie vor der Meinung, dass man eine Lösung für den vor einem Jahr geschlossenen Standort Tölz noch einmal ins Auge fassen könne, „wenn es in Wolfratshausen gut angelaufen ist“, sagte Bachhuber. Im Moment sei es aber erst einmal ein „klares Ja zum Standort Wolfratshausen“.

Nein-Stimmen gab es auch aus der Fraktion der Grünen. „Der große Wunsch unserer Kreisrätinnen war es immer, die Weichen anders zu stellen“, sagte Klaus Koch. Mit Blick auf die äußeren Rahmenbedingungen, die das Gesundheitswesen vorgebe, „glaube ich aber, dass wir ohne alternative Lösungsmöglichkeit gewesen sind“. Er sei deshalb „heilfroh, dass es noch eine sehr gute Geburtshilfe“ im Kreis geben wird.

Das betont auch Hans Sappl, Fraktionschef der Freien Wähler. Es sei immer offen diskutiert worden. Ihm sei aber auch klar, dass die gefundene Lösung ein Kompromiss sei, sagte er mit Blick auf die werdenden Mütter im Süden des Landkreises.

Reiner Berchtold (SPD) war „erleichtert, dass diese Lösung zustande gekommen ist“. Über der bestehenden Belegabteilung an der Wolfratshauser Kreisklinik habe immer das Damoklesschwert der Schließung geschwebt. Hätte nur einer der engagierten Mediziner aufgehört, hätte der Betrieb nicht aufrechterhalten werden können. „Nun ist die Geburtshilfe gesichert.“ Dass der Kreistag vor einem Jahr einen ähnlich hohen Zuschuss der Tölzer Asklepios-Klinik verweigerte, dazu steht Berchtold nach wie vor. „Ich habe Probleme damit, einem gewinnorientierten Konzern Geld zu geben.“ Träger des Klinikums in Starnberg ist dagegen der Landkreis.

Günther Fuhrmann (FDP/Ausschussgemeinschaft) sieht natürlich schon, dass die Lösung für Mütter in der Jachenau oder Lenggries nicht ideal ist. Wolfratshausen sei nicht die geografische Mitte des Landkreises. „Aber es ist die demografische Mitte“, so Fuhrmann. Während im Süden nur 40 000 Einwohner leben würden, seien es im Norden 80 000. „Ich habe bei der gefundenen Lösung ein gutes Gefühl.“  va

Auch interessant: Ein Kommentar zur geplanten Kooperation der beiden Krankenhäuser.

Rubriklistenbild: © dpa / Arno Burgi

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