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Thorsten Havener ist ein Meister der nonverbalen Kommunikation und interpretiert nicht auch die Körpersprache. Im Kurhaus holte er sich Besucher auf die Bühne, um seine Kunst des Gedankenlesens zu demonstrieren. 

200 Besucher

Gedankenleser im Kurhaus: „Das war der Hammer“

Der Gedankenleser Thorsten Havener verblüffte gut 200 Gäste im Tölzer Kurhaus.

Bad Tölz – Es gab nur eine Frage, die am Montag im Tölzer Kurhaus offen blieb. Nämlich diese: „Wie macht der Mann das bloß?!“ Der Mann war Thorsten Havener, der sich selbst als Gedankenleser bezeichnet und mit dieser Kunst die gut 200 Besucher zwei Stunden begeisterte.

Beantwortet hat Havener hingegen zahlreiche andere Fragen, nämlich solche, die die Zuschauer auf Zettel geschrieben hatten. Zur Verblüffung aller tat Havener das, ohne die Fragen überhaupt gelesen zu haben. Da konnte er etwa einer Dame exakt jenes Musikstück sagen, das sie demnächst bei einem Klavierkonzert spielen möchte. In einem anderen Experiment, Haveners Bravourstück, hatte sich eine Kandidatin in einem Buch ein bestimmtes Wort auf der Seite ihrer Wahl gemerkt. Havener sagte dann mit Seiten- und Zeilenangabe exakt jene Stelle, wo eben dieses Wort im deutschen Duden zu finden war. Den Duden hielt eine andere Frau in Händen.

„Feuerprobe“ ist der Name des neuen Programms, das der im Saarland geborene „Gedankenleser“ als Vorpremiere auf der Bühne dem Tölzer Publikum präsentierte. „Das war der Hammer“, sagte sogar der erstaunte Veranstalter Christian Gutmair. Etwa die Hälfte der Besucher hatte nach eigenen Angaben schon etwas von Havener gehört oder gelesen, der anderen Hälfte war er bis zu diesem Montag relativ unbekannt. Doch Letzteres sollte sich schnell ändern. Havener verblüffte gleich zu Beginn, als er sich unter vier Publikums-Kandidaten treffsicher einen Mann herauspickte, der heimlich auf einen Zettel geschrieben hatte, was er besonders gerne und was er überhaupt nicht mag: Havener sagte völlig korrekt, dass der Mann gerne Südtirol mag und Fußball überhaupt nicht leiden kann.

Experiment zur Massen-Manipulation

Kleinste Bewegungen der Augen, ein Zucken am Mundwinkel und nicht zuletzt die Tatsache, dass richtige Antworten sehr beeindruckend sind, helfen dem „Gedankenleser“ bei der Beeinflussung und nonverbalen Kommunikation. Havener, der bereits 1986 seinen ersten Auftritt als Zauberer absolvierte, hat seine eigene Kunstform entwickelt: Eine Mischung aus Wahrnehmung, Suggestion, Illusion und Intuition – das Gedankenlesen. Als Beobachter mit einer unglaublichen Kombinationsgabe, hilft ihm das kleinste Detail der Körpersprache seines Gegenübers, um zu dem richtigen Schluss zu kommen.

Überaus eindrucksvoll war auch Haveners Experiment zur Massen-Manipulation. Er ließ alle Besucher jeweils vier Karten zerreißen, die Kartenhälften nach Anleitung mehrfach verdeckt durchmischen und aussortieren, sodass die Gäste am Ende nur noch die beiden zueinander passenden Kartenhälften in den Händen hielten: Bei rund 85 Prozent des Auditoriums hatte es tatsächlich geklappt.

Mit all diesen „Kunststücken“ zog Havener seine Besucher in den Bann, ohne dass auch nur eine Minute der Langeweile aufkam. Und manch einer wird wohl noch eine schlaflose Nacht verbracht haben, weil ihn die Frage quälte: „Wie hat der Mann das bloß gemacht?“

Ewald Scheitterer  

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