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Gefräßige Raupen: Asiatischer Buchsbaumzünsler verbreitet sich im Landkreis

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Die Raupe eines Buchsbaumzünslers: Der Schädling kann Kahlfraß an Buchsbäumen verursachen. © Foto: Peter Kneffel/dpa

Ein Schädling aus Ostasien verbreitet sich auch im Landkreis: der Buchsbaumzünsler. Die Folgen für Gartenbesitzer sind verheerend.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Aus den Eiern dieses Falters, die er an den Blättern ablegt, schlüpfen nach ungefähr drei Wochen Raupen. Diese fressen zuerst die Blätter des Buchsbaums und anschließend sogar die Rinde an den Ästen. Befallene Pflanzen verfärben sich meist gelblich, haben kaum noch Blätter und sind häufig von den Raupen eingesponnen.

Laut Sabine Schmid, Pressesprecherin am Landratsamt, gibt es bislang Fälle in Bad Heilbrunn, Königsdorf und Icking. „Bis jetzt ist es noch nicht dramatisch, aber es könnte sein, dass sich der Schädlinge bald im ganzen Landkreis ausbreitet.“

Die Raupen sind in der Regel bis zu fünf Zentimeter lang, grün und schwarz gepunktet. Lisa Simon von der der Schlegldorfer Firma „Fuchs baut Gärten“ rät zur ständigen Untersuchung der heimischen Buchsbäume. Denn bei einem Befall müsse man schnell Handeln, sagt die Meisterin im Garten- und Landschaftsbau. Dass Raupen sich in der beliebten Heckenpflanze breit gemacht haben, könne man an Fraßstellen an den Blättern oder abgestorbenen Teilen des Buchses sehen. Sind es noch nicht allzu viele Schädlinge, könne man versuchen, die Raupen abzusammeln oder abzuspritzen. „Da übersieht man aber eigentlich immer einige, die sich tiefer im dichten Busch aufhalten“, sagt Simon.

„Wenn man zum Gift greift, ist es wichtig, auf die eigene Sicherheit und Gesundheit zu achten“, warnt die Expertin. Deshalb übernimmt die Firma regelmäßig das Bekämpfen des Schädlings mit Insektiziden. Die meisten Aufträge kommen derzeit aus dem Raum Kirchheim, der massiv betroffen ist. Falls man die Raupen ohne Unterstützung einer Fachfirma bekämpfen möchte, empfiehlt Lisa Simon das Mittel „Raupenfrei“ von Neudorff. Dieses töte den Zünsler ab, sei aber bienenfreundlich. Damit die ausgewachsenen Falter keine neue Raupen-Generation hervorbringen – bis zu vier pro Jahr sind möglich – sei zudem das Aufstellen von Pheromonfallen wichtig.

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Kleine befallene Buchsbäume kann man laut Ursula Mackensen, Abfallberaterin bei der WGV Quarzbichl, zerschnitten in der Biotonne, gegebenenfalls in einem zugeknoteten Papiersack entsorgen. Die Abtötung des Zünslers in der Bioabfall-Verarbeitung sei gewährleistet. „Falls die Menge nicht mehr in die Tonne passt, muss der Baum unbedingt direkt in Quarzbichl abgegeben werden“, rät Mackensen. An den normalen Wertstoffhöfen darf kein befallener Buchsbaum entsorgt werden. Bis zur Verarbeitung in Quarzbichl könnten nämlich sonst neue Raupen geschlüpft sein. Bei Temperaturen über 20 Grad beschleunigt sich die Entwicklung, sodass die sieben Larvenstadien in nur drei Wochen abgeschlossen sind.

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Es gibt noch einen weiteren aus Asien eingeschleppter Schädling, der die Flora im Tölzer Land bedrohen könnte. Seit einiger Zeit tritt der Asiatische Laubholzbockkäfer in den Nachbarlandkreisen Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und München auf. Dieser kann Bäume bei starkem Befall zum Absterben bringen. „Bis jetzt besteht noch keine Gefahr“, sagt Landratsamts-Sprecherin Schmid. Sollte sich das ändern, müssten allerdings drastische Maßnahmen ergriffen werden. Notfalls müssten befallene Bäume gefällt werden. „Das wird dann ganz schnell sehr ernst“, sagt Schmid. Der schwarze Käfer mit den weißen Flecken sieht den heimischen „Handwerkerböcken“ übrigens sehr ähnlich. Deshalb, so Schmid, habe ein besorgter Bürger bereits einen Fehlalarm ausgelöst. (Theresa Pfund)

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