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7 bis 14 Eier gibt es pro Gänsesäger-Pärchen. Das sorgt für reichlich Nachwuchs. 140 Vögel wurden an der Isar an zwei Zähltagen gesichtet.

Fischer fordern Abschuss

Gefräßiger Gänsesäger bedroht Fische

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Fischer sehen mit Sorge die wachsende Population des Gänsesägers an der Isar und fordern den Abschuss des Vogels.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Fischer an der Isar haben mit einigen Sorgen zu kämpfen. Da ist einmal der zunehmende Freizeitdruck durch die immer zahlreicher werdenden Boote. Auf der anderen Seite stellt der Gänsesäger mittlerweile eine ernsthafte Bedrohung für Arten wie die Äsche dar. Thematisiert wurde das am Donnerstagabend bei der Landkreisversammelung des Fischereiverbands Oberbayern. Vorstandsmitglieder der angeschlossenen Vereine kamen auf Einladung des Landkreisbeauftragten Nikolaus Schöfmann im „Kolberbräu“ zusammen.

Der Gänsesäger steht aktuell zwar noch in der Vorwarnliste der Roten Liste, die Bestände wachsen aber stetig. 420 bis 550 Brutpaare gebe es in Bayern, sagte Carolin Schaffer, Geschäftsführerin des Fischereiverbands. „Dennoch gilt er als gefährdet und wird ganzjährig geschont. Nur außerhalb von Deutschland ist er zum Abschuss freigegeben.“ Natürlich habe auch der Vogel seine Existenzberechtigung, betonte Schaffer. Aber die Fische in der Isar würden dem Fraßdruck – auch durch den Kormoran – einfach nicht standhalten.

Zumal das nicht der einzige negative Faktor ist. Auch der zunehmende Bootsverkehr und eine ganze Reihe von anderen Umständen machen ihnen das Leben und Laichen schwer.

Bei einer gemeinsamen Zählung von Landesbund für Vogelschutz und Fischern an der Isar zwischen Arzbach und Wolfratshauser Marienbrücke habe man an zwei Tagen 104 Gänsesäger gesichtet. Schaffer hat ausgerechnet, dass ein Vogel pro Jahr 20,3 Kilo Äschen vertilgt. Umgerechnet auf den Isar-Abschnitt heißt das, „dass er fast den gesamten Äschenbestand frisst. Wir haben aber auch einen Huchen- und Barben-Rückgang“. Insgesamt stehen mittlerweile 64 der 72 in Bayern vorkommenden Fischarten auf der Roten Liste.

„Uns geht es nicht um die Ausrottung des Gänsesägers“

Um den entgegenzuwirken, will der Fischereiverband für verschiedene Flüsse beantragen, den Gänsesäger „letal vergrämen“, also schießen, zu dürfen. Einer der Bereiche ist ein drei bis vier Kilometer lange Abschnitt der Oberen Isar. Dort gebe es eine ausreichend große Restpopulation an Äschen, aus der sich wieder ein stabiler Bestand entwickeln kann – wenn der Fraßdruck sinkt, so Schaffers Hoffnung. Ein Monitoring soll den dreijährigen Versuch begleiten und zeigen, wie sich die Fischbestände tatsächlich entwickeln. Für die Äsche bestehe in dem Zeitraum ein Fangverbot. Die große Forderung lautet aber, den Gänsesäger wie in anderen europäischen Ländern generell bejagen zu dürfen.

„Uns geht es nicht um die Ausrottung des Gänsesägers“, betonte Manfred Haff vom Tölzer Fischereiverein. „Wir wollen nur einen gerechten Ausgleich zwischen Jägern und Gejagten.“ Sonst würden die umfangreichen Besatzmaßnahmen der Fischer keinerlei Sinn machen. Ob Nasen, Äschen oder Barben – „es mangelt an allen Ecken und Enden. Wenn wir die Regenbogenforelle nicht hätten, würde in der Isar nicht mehr viel schwimmen.“ Das Verhältnis passe nicht mehr.

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