Bayern-Schock: Müller verpasst wohl Leipzig-Doppelpack

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Werden Unterschriften sammeln gehen: Andreas von Schweinitz, Franz Mettal und Willibald Raab (v. li.). 

Gegen Hotelprojekt Arzbacher Straße

Anlieger wollen Bürgerentscheid

Anlieger der „Arzbacher Straße“ möchten mit einem Bürgerentscheid den von der Stadt Bad Tölz ins Auge gefassten Bau eines Hotels in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft verhindern. Dazu soll zunächst ein Bürgerbegehren gestartet werden.

Bad Tölz – Schon in den nächsten Wochen will man deshalb mindestens 1400 Unterschriften als notwendige Mindestbeteiligung (Quorum) sammeln.

Das Vorhaben wurde im Rahmen einer Pressekonferenz, die jedoch de facto eine Anliegerversammlung war, am Donnerstagabend im Haus Isarwinkel im Badeteil vorgestellt. Neben den Verantwortlichen Franz Mettal, Andreas von Schweinitz und Willibald Raab vom Freundeskreis Badeteil waren dazu rund 80 Anlieger des Bereichs Arzbacher Straße gekommen, aber auch einige Auswärtige meldeten sich zu Wort.

Wie bereits mehrfach berichtet, wurde die 2011 von der Stadt Bad Tölz vorgestellte „Neue Tölzer Hotelkultur“ inzwischen auf ein „Branding-Hotel“ mit 150 Betten reduziert, das gegenüber der Asklepios Stadtklinik am bisherigen Parkplatz Arzbacher Straße entstehen soll. Zur Gegenfinanzierung des Millionenprojekts sollen im Bereich südlich des Gabriel-von-Seidl-Wegs fünf Blöcke mit Eigentumswohnungen von einem auswärtigen Investor errichtet werden.

Anlieger des Bereichs zwischen Isarleitenweg und Adelheidstraße sprechen sich teils sehr emotional gegen das Projekt aus, das auf städtischem Grund realisiert werden soll. Sie möchten mit einem Bürgerentscheid die Tölzer nach ihrer Meinung befragen. Das dazu zuvor notwendige Bürgerbegehren wird derzeit noch genau formuliert, wie Willibald Raab erläuterte.

Im Grundsatz sollen die wahlberechtigten Tölzer Bürger mit ihrer Unterschrift dafür plädieren, dass „das Grundstück an der Arzbacher Straße in Städtischer Hand bleibt und nicht an einen Investor verkauft wird“. Man ist sicher, dass man die 1400 Unterschrieben (neun Prozent der wahlberechtigten Tölzer) in kurzer Zeit erreichen wird.

Bei der Diskussion am Donnerstag fassten die Verantwortlichen die Gründe für die Ablehnung des Hotelprojekts (in das auch ein Fitness-Studio integriert werden soll) folgendermaßen zusammen: Die Form der Finanzierung des Hotels durch Eigentumswohnungen „stellt eine Form der Subventionierung dar, die nicht Aufgabe der Stadt Bad Tölz sein kann“. Man befürchtet vielmehr, dass in den Wohnanlagen „solvente ältere Herrschaften“ einziehen, die entgegen dem bisherigen Willen der Stadt „weder jung noch aktive Leistungsträger der Gesellschaft“ sein werden. Zudem sei zu befürchten, dass der Gabriel-von-Seidl-Weg mit seinem historischen Baumbestand „geopfert“ werde. Ungeklärt sei auch die Grundwasserproblematik, die Willibald Raab schilderte und die auch andernorts, wie beispielsweise in Geretsried, derzeit hochaktuell sei. Unter anderem ist eine Baugrube von 10 000 Kubikmeter Größe vorgesehen.

Letztlich aber, so resümierte, Andreas von Schweinitz, Anwohner an der Adelheidstraße, sei man in der Gruppierung folgender Meinung: „Der Bau der Anlage widerspricht vollständig der Absicht, das Badeteil touristisch wieder zu beleben, Es ist vielmehr ein Hemmnis.“ (Karl Bock)

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