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Pop-Up-Store: Diese Idee stellten (v. li.) Andreas Roß (Wirtschaftsforum Oberland), Eventmanagerin Dorien Meima-Schmid, Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann und Wirtschaftsförderer Falko Wiesenhütter vor.

Raum für Kreative

Gegen leere Schaufenster: Erster Pop-Up-Store eröffnet in Tölz

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In Rita Brauns ehemaligem Trachtengeschäft soll im Juni ein Pop-Up-Store eröffnen. Einen Monat lang dürfen Unternehmer dort neue Produkte testen. Die Stadt fördert so ein Projekt für die Kreativbranche – aber auch eines gegen leere Schaufenster.

Bad Tölz – Kabel hängen von der Decke, Farbeimer stehen auf dem Boden, die holzvertäfelten Wände sind brüchig, der grüne Filzboden im Schaufenster wellig. Dort, wo ab 14. Juni App-Entwickler, Möbelmacher, Kunsthandwerker oder Fotografen ihre Produkte anpreisen sollen, müffelt es noch ein wenig. Aus dem Trachtengeschäft, das Rita Braun 50 Jahre lang am Tölzer Amortplatz führte, wird nun ein Pop-Up-Store.

Das englische Verb „to pop up“ bedeutet „plötzlich auftauchen“. Zum Konzept gehört auch, dass der provisorische Laden plötzlich wieder verschwindet – genau gesagt nach einem Monat. Bis 14. Juli sollen 10 bis 15 Kreativschaffende, Unternehmer oder auch Sozialhilfe-Organisationen gemeinsam ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten. Bedingung dafür sind einmalig 100 Euro und die Verpflichtung, einen Tag beim Verkauf zu helfen.

Initiiert haben das Projekt die Stadt, das Wirtschaftsforum Oberland und die Metropolregion München in Kooperation mit Eventmanagerin Dorien Meima-Schmid („startups and more“), die Ende 2017 bereits einen Pop-Up-Store in Geretsried organisiert hatte. Auch Tölz will künftig leer stehenden Gebäuden und Schaufenstern in der Innenstadt zumindest vorübergehend Leben einhauchen. Das Angebot sei zum Beispiel für Firmen gedacht, die nur im Internet verkaufen und sich keinen eigenen Laden leisten können oder wollen, sagte Andreas Roß vom Wirtschaftsforum Oberland beim Pressegespräch vor Ort. „So werden sie sichtbar.“ Und der Tölzer Wirtschaftsförderer Falko Wiesenhütter ergänzte: „Hier können junge Unternehmer ihre Ideen auf dem Markt testen und direkt mit Kunden ins Gespräch kommen.“ Und das alles ohne großen finanziellen Aufwand, merkt Vize-Bürgermeister Andreas Wiedemann an.

Einen Monat vor der Eröffnung des ersten Tölzer Pop-Up-Stores sucht die Stadt noch nach interessierten Firmen. Bislang hat nur der Tölzer Mühlfeldbräu angekündigt, an einem Abend in der Woche Bier auszuschenken.

Pop-Up-Stores entwickelten sich Ende der 1990er in den USA

Pop-Up-Stores entwickelten sich Ende der 1990er in den USA gerade in der Modebranche. Gerne werden die vorübergehenden Läden auch für den Lagerverkauf genutzt. Für die Eigentümer am Amortplatz, Georg und Ingeborg Schmidt, ist es eine praktische Übergangslösung. „Wir wollen ja, dass sich hier was tut“, sagen beide. Sie könnten sich in dem 168 Quadratmeter großen Laden später wieder ein Kleidungsgeschäft oder eine Praxis vorstellen. Das obere Stockwerk könne irgendwann für Büros oder Wohnungen umgebaut werden. Dafür müsste das heruntergekommene Gebäude aber von Grund auf saniert werden. 

Anmeldungen und weitere Infos bei Dorien Meima-Schmid, Telefon 0160/1129842 oder E-Mail: meima-schmid@t-online.de. 

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