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Zum Jahreswechsel wurde im Landkreis die Wertstofftonne eingeführt. 

Abfallwirtschaft

Gelbe Tonne: Umstellung geglückt

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Seit einem halben Jahr bringen die Menschen im Landkreis ihre Wertstoffe nicht mehr zu Sammelstellen, sondern werfen sie in die Gelbe Tonne. Die Umstellung des Abfallsystems war am Anfang nicht ganz reibungslos, hat sich mittlerweile aber eingespielt.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Das bestätigt auch das für die Gelbe Tonne zuständige Unternehmen Heinz. Anfangs habe es das eine oder andere Problem gegeben, weil die Tonnen am Abfuhrtag nicht an der Straße standen. „Wir haben keinen Zugang zu den Höfen, können also nicht leeren, was nicht da ist“, so das Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme. Mittlerweile laufe das Ganze aber weitestgehend reibungslos. Problematisch sei allerdings gewesen, dass „die von den dualen Systemen beauftragte Firma in der Umstellungsphase teilweise schwer erreichbar war“, merkt Reiner Späth, Chef des landkreiseigenen Abfallwirtschaftsunternehmens (AWU) an.

Niemand ist verpflichtet, eine Gelbe Tonne aufzustellen. Theoretisch kann jeder, der das möchte, seine Leichtverpackungen weiterhin zu den Wertstoffhöfen fahren. In den ersten Wochen gab es deshalb einige Abbestellungen – auch weil viele befürchteten, eine weitere Tonne platzmäßig einfach nicht mehr unterzubekommen. Bis April seien aber zahlreiche dieser Abbestellungen wieder rückgängig gemacht worden, erklärt die Firma Heinz.

Die Sortier-Moral der Landkreisbürger ist übrigens gut. Das heißt, in den meisten Fällen landet wirklich nur das in der Gelben Tonne, was auch wirklich rein darf.

Und was passiert dann eigentlich mit den Wertstoffen? „An unserer Sortieranlage werden zirka 65 Prozent des Materials aussortiert und einer werkstofflichen Verwertung zugeführt. Das heißt die Materialien werden zum Beispiel nach Getränkekarton, Aluminium, Weißblech, Kunststoffen, Folien, PET-Flaschen sortiert und erhalten als wiederverwerteter Stoff ein zweites Leben – beispielsweise als Getränkekasten“, so das Unternehmen. Die restlichen 35 Prozent würden energetisch verwertet: „Sie werden zum Beispiel in Zementwerken als Ersatzbrennstoff genutzt oder im Müllheizkraftwerk für die Erzeugung von Strom und Wärme verbrannt.“

Auch aus Sicht des AWU ist die Umstellung vom Bring- zum Holsystem weitgehend geglückt. „Im Großen und Ganzen denke ich schon, dass die Umstellung sinnvoll war und auch die gewünschten Ergebnisse bringt“, so AWU-Chef Reiner Späth. „Insgeheim hätte ich mir aber eine etwas höhere Sammelmenge an Leichtverpackungen erhofft.“ Rechnet man die ersten vier Monate hoch, ergibt es eine Jahressammelmenge von knapp 3000 Tonnen Leichtverpackungen. Das ist nahezu doppelt so viel wie im Vorjahr.

Wer früher zu faul war, zu den Inseln zu fahren, hat einige Wertstoffe bestimmt schon mal in den Restmüll geworfen. Seitdem die Gelbe Tonne bequem vor dem Haus steht, ist die Restmüllmenge im Landkreis um etwa sechs Prozent gesunken. Am Ende des Jahres wären das 900 Tonnen Restmüll weniger. „Das Ergebnis entspricht hier weitgehend den Planungserwartungen“, so Späth.

Positiv sieht der AWU-Chef die Sortierdisziplin der Bürger. Der Störstoffanteil sei gering. „Da würde ich mir manchmal eine entsprechende Trenngenauigkeit bei der Bioabfalltonne wünschen, die viel zu viele Störstoffe enthält“, merkt er an.

Beruhigt hat sich die Lage an den früheren Standorten der Wertstoffinseln. An vielen Stellen war es nach dem Abbau der Sammelboxen zu wilden Müllablagerungen gekommen. Ganz gelöst ist das Problem allerdings nicht, wie Späth bestätigt. „Es gib immer noch einzelne Benutzer, die ihre Abfälle einfach an den ehemaligen Standorten abstellen. Es sind aber deutlich weniger geworden.“

Lesen Sie dazu auch den Bericht zurEinführung der Gelben Tonne zum Jahreswechsel.

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