Auf große Erfolge mit dem Tölzer Eisclub kann Georg Eberl zurückblicken. Foto: arp/A

80. Geburtstag von Georg Eberl

Ein Antreiber, den man gerne im Team hat

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Bad Tölz – Ihn hat man gerne im Team. Georg Eberl war nie der, der als Letzter stehen blieb, wenn die Mannschaften gewählt wurden. „Ein Vorbild“ nennt ihn sein Freund und langjähriger Weggefährte Walter Riedl. Er kennt kaum einen zielstrebigeren Menschen. Egal ob beim Eishockey, im Tölzer Stadtrat für die SPD oder in seinem Hotelbetrieb: „Was sich der Eberl Schorsch in den Kopf gesetzt hat, das zieht er durch.“ Heute feiert das Tölzer Eishockey-Urgestein seinen 80. Geburtstag.

Eberl war eine Größe beim Tölzer Eisclub. War bei den größten Erfolgen der Vereinsgeschichte dabei: 1962 und 1966 als Kapitän, als der ECT die Deutsche Meisterschaft holte. „Ein Antreiber auf dem Eis, der die richtige Einstellung zum Sport hatte“, sagt Riedl. Das stellte Eberl auch bei der deutschen Nationalmannschaft unter Beweis. Er war bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen (1960) dabei.

Auch als Kommunalpolitiker wurde seine Stimme gehört. 42 Jahre lang saß er für die SPD im Stadtrat, war „die Stimme des Badeteils“. Eine soziale Ader und ein Gespür für das, was die Menschen bewegt, bescheinigte ihm Willi Streicher, als die SPD ihm 2014 die Ehrenmitgliedschaft verlieh. Mit seinem Ziehvater in der SPD, Ernst Thissen, entwickelte er in den goldenen Zeiten der Kur eine Packungsliege für Moor-Anwendungen, die sogar patentiert wurde. Die Massagepraxis unter seinem Kurhotel habe Eberl – eigentlich gelernter Zimmerer – als „Marktforschungsstätte“ genutzt, witzelte Streicher: „Unter deinen Händen hat jeder die Wahrheit gesagt.“

Ein goldenes Händchen bewies Eberl bei seinem Bully-Tor im Spiel gegen Füssen, als die Tölzer 1966 zum zweiten Mal Deutscher Meister wurden. Da schoss er die Scheibe direkt aus der Luft in die Maschen. „Dafür kommst Du ins Guinness-Buch der Rekorde“, staunte sein damaliger Trainer Mike Daski. „Das bleibt unvergessen“, sagt Riedl. „Auf ihn haben die Spieler gehört, er kann’s einfach mit den Leuten.“

Eberl hatte einige Kämpfe auszufechten. Zunächst machte er aus der kleinen Fremdenpension vor der Einbachmühle das florierende Kurhotel Eberl. Auf dem Weg ins Austragshäusl mussten er und seine Frau Ingrid, gelernte Köchin, doch wieder selbst anpacken, nachdem sein Sohn Thomas den Betrieb nicht weiterführen wollte. „Jetzt ist er immer noch die gute Seele des Hotels“, sagt Riedl.

Den härtesten Kampf musste Eberl gegen seinen eigenen Körper aufnehmen – und siegte, als er seine schwere Erkrankung überstanden hatte. „Der Sport und das Leben haben ihn abgehärtet“, sagt Riedl. Zuletzt freute sich Eberl über ein Treffen mit seinen Meister-Kollegen von 1966, die in lustiger Runde im Eisstadion in Erinnerungen schwelgte.

Wann immer es geht, schauen Eberl und Riedl weiter beim Tölzer Eishockey zu. Wenn es nicht läuft, fordert Eberl seinen Spezl schon mal auf, die Mannschaft wachzurütteln. „Du gehst jetzt in die Kabine und machst Rabatz.“ An seinem Ehrentag wird vielleicht für ihn Rabatz gemacht.

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