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Das Hotelgrundstück auf der Wackersberger Höhe: Von einer Spezialklinik über ein Hüttendorf bis zum 5-Sterne-Haus war schon viel im Gespräch. Jetzt soll ein 4-Sterne-Hotel gebaut werden.

Tourismus-Entwicklung in Tölz

Geplantes neues Hotel: „Keine Konkurrenz zur Bockschützstraße“

Große Freude herrscht bei der Stadt über das Hotelprojekt der Familie Tien auf der Wackersberger Höhe. Aber was sagt ein anderer Investor dazu?

Bad Tölz – Was sagt eigentlich der immer noch unbekannte Investor sowie Betreiber der zwei geplanten Hotels mit 230 Zimmern an der Bockschützstraße zu dem Vorhaben auf der Wackersberger Höhe? Immerhin: Der Kaufvertrag ist noch nicht unterschrieben. Ist das am Ende unerwünschte Konkurrenz?

„Wir haben die Verantwortlichen davon in Kenntnis gesetzt“, ließ gestern Bürgermeister Josef Janker telefonisch wissen. Er ist mit dem Wirtschaftsforum zurzeit in Wien. Seit einem halben Jahr wisse das Bockschützstraßen-Team, „dass wir mehrere Projekte im Feuer haben“. Das Vier-Sterne-Hotel der Familie Tien werde, so das Stadtoberhaupt, nicht als Konkurrenz empfunden. Eine Entscheidung über die Bockschützstraße ist gleichwohl noch nicht gefallen.

Dass es keine Konkurrenz sei, liege auch an der völlig unterschiedlichen Zielgruppe, sagt Janker. Das eine an der Isar sei ein City-Hotel, das andere an der Flurgrenze zu Wackersberg wende sich an Gäste, „die sich in der Natur bewegen wollen“, ergänzt Kämmerer Hermann Forster. Das sei ein Nischenprodukt, „maßgeschneidert für unser Hotelgrundstück“. Er erinnert auch daran, dass Johannes Tien ja auch das Strasserhof-Hotel betrieben hätte, ein Projekt, das letztlich gescheitert war (wir berichteten). „Das wäre eine ganz ähnliche Situation gewesen.“

Schließlich sei die Größe des Objekts (40 Doppelzimmer und Suiten sowie 20 Business-Zimmer) überschaubar und dominiere nicht das Marktgeschehen.

In Österreich werden Flächen für Hotels verschenkt. Das ist hierzulande nicht erlaubt, sagt der Tölzer Finanzchef. „Wir müssen den regulären Preis verlangen.“ Natürlich sei aber verhandelt worden und man habe sich „nach langem Ringen“ auf den Preis einigen können, „den wir verlangt haben“. Dieser sei nach den gutachterlichen Kriterien für gewerblichen Grund ermittelt worden, die auch beim Bockschützstraßen-Grundstück zugrunde gelegt wurden, sagt Forster. Die Tölzer Gewerbegrundpreise hochgerechnet, käme man ungefähr bei einer Summe von 1,5 bis 2 Millionen Euro heraus. Zu der Summe war am Donnerstag keine Stellungnahme mehr zu erfahren.

Der Tölzer Stadtrat wurde jedenfalls bei den Verhandlungen mit einbezogen und hat das Projekt laut Forster „fast einhellig“ mitgetragen. Die Sorge, was mit der Fläche passiert, wenn doch nichts aus dem Hotelprojekt wird, beantwortet Janker eindeutig: „Dann wird der Grundstücksverkauf rückabgewickelt.“ Und zwar zu denselben Konditionen wie der Kauf erfolgte. „Ohne Verzinsung.“

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Ist eine andere Nutzung denkbar? „Nein“, sagt Janker. Die Wiesenfläche am Waldrand mit bestem Blick in die Berge wurde schon vor Jahrzehnten von der Stadt erworben. Bereits im Flächennutzungsplan 1998/99 wurde sie als touristisches Sondergebiet festgelegt. Im nun beginnenden Bebauungsplanverfahren wird dies im Detail festgelegt werden. Christoph Schnitzer

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