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Gerührt nahm Gerhard Schmidt-Gaden den Applaus von „seinen“ Buben und dem Publikum entgegen.

Festkonzert in der Stadtpfarrkirche

Schmidt-Gaden nimmt Abschied vom  Tölzer Knabenchor

Bad Tölz –  Gerhard Schmidt-Gaden, Gründer des Tölzer Knabenchors, hat sich am Freitagabend mit einem Festkonzert in der Stadtpfarrkirche von seinem Publikum verabschiedet. Die Stadt ehrte den 78-Jährigen mit dem „Tölzer Löwen“.

Den Knabenchor leiten bereits seit einem Jahr Christian Fliegner, selbst ehemaliger Tölzer Sänger, sowie Clemens Haudum. Mit dem Konzert, in dem vier Bach-Motetten gesungen wurden, wurde gleichzeitig das Jubiläumsjahr „60 Jahre Tölzer Knabenchor“ eröffnet.

Ehrenpreis der Stadt: Die Bürgermeister Andreas Wiedemann (re.) und Christof Botzenhart (li.) überreichten den „Tölzer Löwen“ an Gerhard Schmidt-Gaden.

Noch bevor der erste Ton angestimmt wurde, rückte der Altmeister in bekannter Weise die Buben erst einmal zurecht: Jeder sollte den Dirigenten sehen, Blickkontakt ist grundlegend in der Chorarbeit. Für die erste Motette für zwei vierstimmige Chöre, für die Gerhard Schmidt-Gaden persönlich nochmals den Dirigentenstab führte, brauchte er nur noch Akzente zu setzen. Bei diesem Abschiedskonzert folgten ihm die Sänger auf hingebungsvolle Weise.

Nach dem abschließenden „Halleluja“ der Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ verbeugten sich die Sänger nicht vor dem Publikum, sondern sie verneigten sich vor Schmidt-Gaden.

Stadtpfarrer Peter Demmelmair formulierte mit den Worten Viktor Frankls, dass der Rückblick in Wehmut eine falsche Betrachtungsweise sei, Schmidt-Gaden blicke nach 60 Jahren Tölzer Knabenchor auf eine reiche Ernte zurück.

Die Stadt Bad Tölz, vertreten durch Zweiten Bürgermeister Andreas Wiedemann sowie den Dritten Bürgermeister und Kulturbeauftragten Christof Botzenhart, verlieh dem Chorgründer den „Tölzer Löwen“, einen Ehrenpreis „für Persönlichkeiten, die in einer besonderen Beziehung zu Bad Tölz stehen“.

Der Tölzer Knabenchor trage in besonders sympathischer Weise den Namen der Stadt in die Welt, heißt es im Urkundentext. Botzenhart hob hervor, dass das Ensemble die Weltspitze der Knabenchöre erreicht habe ohne jahrhundertelange Tradition, ohne angeschlossenes Internat und rein aus privater Initiative heraus. Auch wenn der Chor inzwischen seinen Hauptsitz in München habe: „Wir sind stolz, dass der Chor bei all seinem internationalen Erfolg seine lokalen Wurzeln nie durchtrennt hat“, sagte Botzenhart.

Die auf höchstem Niveau beeindruckend vorgetragenen vier Bach-Motetten unterstrichen, dass die Arbeit Schmidt-Gadens ohne Abstriche fortgeführt wird. Wiederum war erstaunlich zu hören, zu welcher Brillanz die Stimmbildung der Schule Schmidt-Gadens die Sänger führt, jeden Solisten wie das Ensemble. Fliegner und Haudum tragen die künstlerische Verantwortung gemeinsam mit einem neunköpfigen Lehrerkollegium.

Der nächste große Auftritt des Ensembles in Tölz steht mit dem dritten Knabenchorfestival an, zu dem am ersten Aprilwochenende renommierte Chöre aus Frankreich und England eingeladen sind. 

Birgt Botzenhart

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