Christian Donbeck, bis Februar 2021 Geschäftsführer der Tölzer Löwen.
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Christian Donbeck und die Tölzer Löwen gehen ab sofort getrennte Wege.

Nicht mehr Geschäftsführer

Christian Donbeck und die Tölzer Löwen: Die Wege trennen sich

  • vonOliver Rabuser
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Es ist der erste sportliche Paukenschlag des Jahres: Christian Donbeck ist nicht mehr Geschäftsführer der Tölzer Löwen – angeblich auf eigenen Wunsch.

  • Laut einer Pressemitteilung vom Donnerstag ist Christian Donbeck nicht mehr Geschäftsführer der Tölzer Löwen.
  • Zu den Gründen der Trennung werden keine Angaben gemacht.
  • Laut den Verlautbarungen hat der Abschied nichts mit Donbecks jüngsten öffentlichen Äußerungen zu ausstehenden Zahlungen von Hauptsponsor Wee zu tun.

Bad Tölz – Laut einer am Donnerstag veröffentlichten offiziellen Löwen-Pressemitteilung erfolgte Donbecks Rückzug aus freien Stücken. Zweifel an dieser Version wecken ein kurzfristig „wegen technischer Probleme“ abgesagter virtueller Fanstammtisch sowie die jüngsten Äußerungen Donbecks.

Der Löwen-Geschäftsführer hatte Hauptsponsor Wee vorgeworfen, dass zugesagte Gelder in Höhe eines sechsstelligen Betrags ausstünden und von „Handlungsbedarf“ gesprochen. Wee solle seinen Verpflichtungen nachkommen.

Diese Kritik habe aber nichts mit dem Rückzug Donbecks zu tun, behauptet nun Löwen-Vorstand Hubert Hörmann. „Es gibt keinen Vorwurf bezüglich Christian Donbecks Arbeit“, sagt er. Ein Geschäftsführer sei verpflichtet, vertragliche Außenstände zu Gunsten der TEG einzutreiben. „Da muss er etwas unternehmen“, betont der ECT-Vorstand.

Zu den Gründen der Trennung wurde Stillschweigen vereinbart

Darüber hinaus äußerst sich Hörmann zurückhaltend. Man habe Stillschweigen vereinbart. Ansonsten „wäre ich ein schlechter Präsident“. Es seien in einem „fairen Gespräch“ alle Meinungen ausgetauscht worden.

Donbecks Tonfall in seinen jüngsten Äußerungen zum Zahlungsrückstand von Wee soll also nicht der Grund der Trennung zu sein? Derlei Gespräche seien „extrem aufreibend“, weswegen es menschlich sei, dass man „irgendwann sauer“ werde, zeigt Hörmann Verständnis.

Auch vom scheidenden Geschäftsführer selbst ist nicht viel mehr zu erfahren. „Es gibt nichts Negatives, aber auch nichts über die Pressemitteilung hinaus zu sagen“, sagt Donbeck. „Es war eine unglaubliche emotionale und kräftezehrende Zeit, und es hat mir großen Spaß gemacht, ein Teil der hervorragenden Entwicklung der Tölzer Löwen zu sein“, heißt es in der Erklärung im Wortlaut. Solche Situationen gebe es allenthalben bei Trainern, Geschäftsführern oder Vorständen – „vor, während und nach einer Saison“.

Beirat der TEG soll Gespräche mit Sponsor Wee fortsetzen

Lediglich auf die „viele Arbeit“ und die „wenigen Leute“ verweist der 48-Jährige, jedoch ohne dies zum Grund seines Abgangs zu erklären. „Es ist so, wie es ist“, sagt er trocken. Wenn man das Gefühl habe, es passe nicht mehr, müsse man sich eben zusammensetzen.

Den Zeitpunkt hält Donbeck für passend. „Als Zweiter der Tabelle ist es doch klar besser, als wenn du abgeschlagen hinten bist.“ Obendrein habe der Klub die Möglichkeit, für die kommende Spielzeit einen Nachfolger zu finden und zu installieren.

Laufende Saison ist durch Staatshilfen gesichert

Laut Hörmann soll nun zunächst der Beirat der TEG die „intensiven Gespräche“ mit Wee fortsetzen und auf Einhaltung der Vereinbarungen drängen. Dies solle aber auf moderate Art erfolgen. Hörmann weiß um die aktuelle Problematik beim Hauptsponsor, spricht deswegen von einem „vernünftigen Weg und kleinen Schritten“, um zu den ausstehenden Geldmitteln zu kommen. Der Dialog dürfe nie abreißen.

Dass es einen Nachfolger für Donbeck geben wird, ist unstrittig – das fordert allein schon das GmbH-Recht. „Wir müssen schauen, wer sich da anbietet“, sagt Hörmann. Die laufende Saison – und das ist die gute Nachricht für die Fans – ist durch die diversen Staatshilfen gesichert. Für die Zeit danach jedoch fehlt das klare Bekenntnis. „Wir kämpfen für das Tölzer Eishockey und eine Perspektive für die nächste Saison“, versichert der Klubchef. „Das wird eine brutale Arbeit.“

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