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Geschichten, die bewegten: Firmenschließung, Ausflügler-Ansturm und ein Naturschauspiel

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Von: Felicitas Bogner

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Ankündigung eines Naturspektakels: Der eindrucksvolle Tiefblick vom Rißersattel zeigt links den mächtigen Rißbach und rechts die vergleichsweise unscheinbare Isar.
Ankündigung eines Naturspektakels: Der eindrucksvolle Tiefblick vom Rißersattel zeigt links den mächtigen Rißbach und rechts die vergleichsweise unscheinbare Isar. © Bannier

Von dröhnenden Motoren und reißenden Flüssen: Das waren die meistgeklickten Online-Artikel des Tölzer Kurier im Jahr 2021.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Corona hatte auch 2021 alles fest im Griff. Das spiegelte sich natürlich auch in den lokalen Themen unserer Zeitung wider. Aber neben den Artikeln, die sich mit dem Virus befassten, ist in den vergangenen zwölf Monaten auch allerhand anderes passiert. Teils traurig, teils schön, oft kontrovers und manchmal sogar ziemlich verrückt. Viele dieser Artikel erschienen nicht nur in den 303 Zeitungsausgaben, sondern auch online auf www.toelzer-kurier.de. Da die pandemische Lage den Takt des Alltags nach wie vor vorgibt, wundert es nicht, dass es reges Interesse an den Lockdown-Beschlüssen, an Regellockerungen, Virusmutationen und den damit verbundenen Auswirkungen im Tölzer Land gab. Welche Geschichten unabhängig der Corona-Entwicklung Emotionen weckten, lässt sich an den Klickzahlen messen. Hier die Top-10 der meistgelesenen Kurier-Online-Artikel 2021:

Platz 10:

Den zehnten Platz belegt der Bericht über die Motorrad-Demonstration am Kesselberg am Ostersonntag. Über 400 Biker veranstalteten in Kochel am See dröhnenden Protest gegen die Wochenendsperrung der beliebten Serpentinenstrecke. Der Dauerkonflikt zwischen Anwohnern und Motorradfahrern wurde dadurch eher nicht geschlichtet. Immerhin klirrten stundenlang an diesem Feiertag die Fensterscheiben vieler Kochler. Mitbegleiter war nicht zuletzt auch ein erhebliches Verkehrschaos.

Platz 9:

Bei dieser aufbauenden Geschichte wurde es wohl auch manch einem Leser vor dem PC oder Handy warm ums Herz: Zahlreiche Aufrufe sammelte der Bericht über Idemudia Trust Osadolor. Der Flüchtling aus Nigeria hatte nach seiner Ausbildung in der Bäckerei Lugauer in Benediktbeuern für seine hervorragenden Leistungen einen Staatspreis eingeheimst.

Ausgezeichnet: Trust Osadolor hat für seine Leistung in der Ausbildung den bayerischen Staatspreis erhalten.
Ausgezeichnet: Idemudia Trust Osadolor hat für seine Leistung in der Ausbildung den bayerischen Staatspreis erhalten. © Pröhl

Platz 8:

Der Walchensee ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein wichtiges Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen. Hier prallen Naturschutz und Erholungsdrang nicht selten aufeinander. Für die Insel Sassau im Walchensee aber gilt – wie Hinweisschilder deutlichen machen – ein Betretungsverbot. Dennoch musste die Wasserwacht im Juli ausrücken, um drei Männer und ein Kind von der Insel zum Festland zu bringen. Sie hatten Sassau mit einem Gummiboot angesteuert und veranstalteten auf der geschützten Insel einen fröhlichen Nachmittag. Obwohl sie sich einsichtig zeigten und beteuerten, die Hinweisschilder nicht gesehen zu haben, empörten sich viele Internet-User über dieses rücksichtslose Verhalten.

Platz 7:

Die Isar machte im Sommer ihrer Bezeichnung „Die Reißende“ alle Ehre. Vermutlich auch aufgrund er verheerenden Flut-Katastrophen im Westen der Republik, waren die Online-Leser im Juli besonders aufmerksam, wenn es um Hochwasser in der Region ging. Besonders oft gelesen wurden hier der Artikel über die mehrtägige Vollsperrung der Mautstraße Vorderriß-Wallgau. Dies war eine Sicherheitsmaßnahme, weil die Isar nach starken Regenfällen einiges vom Hochufer weggerissen hatte und so der Straße gefährlich nahe gekommen war. Ebenso schossen die Klicks bei dem Bericht über den Anstieg des Sylvensteinsee-Spiegels in die Höhe.

Platz 6:

Den sechsten Platz belegt die wohl traurigste Geschichte des Isarwinkels 2021: Am Abend des 22. Juli ereignet sich eine Messerstecherei am Lenggrieser Bahnhof zwischen zwei minderjährigen Buben. Der Täter verletzte dabei sein Opfer schwer.

Platz 5:

Dass die Asklepios-Stadtklinik in Zeiten von flächendeckendem Pflegenotstand und der Corona-Pandemie die befristeten Verträge der Stationshilfen nicht verlängert hat, löste eine Welle der Kritik von vielen Seiten aus. Insgesamt neun Pflegehelfer wurden im März von der Stadtklinik über ihren Rauswurf unterrichtet. Asklepios hatte die Entscheidung damit begründet, dass die Stationshilfen durch das neue Pflegepersonalstärkungsgesetz nicht mehr vom Pflegebudget abgedeckt seien, das die Klinik direkt mit den Krankenkassen abrechnen kann.

Platz 4:

Ein Bericht über die Klickhits des Tölzer Kurier wäre ohne den Namen Haslinger nicht denkbar. Jedes Jahr ist er mit seiner Wettervorhersage in der Hitliste mit von der Partie. Die Winter-Prognose von Königskerzen-Orakel Sepp Haslinger aus Benediktbeuern ist für die einen Kult, andere belächeln sie. Nichtsdestotrotz schafft er es 2021 damit auf Platz vier der meistgelesenen Onlineberichte. Der Benediktbeurer prophezeite übrigens „einen mageren Winter“.

Platz 3:

Wie in den vergangenen Jahren, hielt auch 2021 der Ausflügler-Ansturm den Landkreis auf Trab. Im Januar stürmten Sportler und Tourengeher das Brauneck. Das verlief aber relativ friedlich – mit wenig Unfällen und sogar wenig Müll. Zwei Monate später aber löste das Verhalten mancher Erholungssuchenden in Wackersberg und der Jachenau Wut aus. Vor allem die Berichte einiger Anwohner, die Hinterlassenschaften mangels öffentlicher Toiletten auf und an ihren Grundstücken aufsammeln mussten, wurde zum Reizthema. Neben derartigen Sauereien ärgerten sich viele Einheimische auch über wildes Parken. Dies führte sogar dazu, dass ein Falschparker die skurrile Drohung auf seinem Auto wiederfand: „Wenn du nochmal so blöd parkst, sch*** ich dir auf die Motorhaube.“

Platz 2:

Die Ankündigung eines großartigen Naturschauspiels weckte im Juli großes Interesse. Bevor sich die Isar und der Rißbach bei Vorderriß vereinigen, hat der Rißbach einen so mächtigen Schotterberg aufgetürmt, dass er die Isar einen knappen Kilometer vor dem heutigen Zusammenfluss noch zu einem Umweg zwingt. Der aktuell verbliebene Wall aus aufgetürmtem Geschiebe des Rißbachs ist aber bereits deutlich schmaler geworden. Hier steht also irgendwann ein spannendes Naturschauspiel bevor, wenn die Isar diese Barriere durchstößt. Nach Einschätzung von Joachim Kaschek, Ausschussmitglied beim Isartalverein, braucht es womöglich nur noch wenige große Hochwasser, bis die Isar diesen Wall weggeräumt haben wird, womit dann ein völlig neues Landschaftsbild entsteht. Wann es soweit sein wird, lässt sich nicht abschätzen. Es kann Jahrzehnte dauern, aber auch ganz schnell gehen, wenn es einige mehrere Tage andauernde Hochwasser gibt, so wie zuletzt 2013.

Platz 1:

Empathie und Empörung löste die Nachricht über die Schließung des Tölzer Sitzes eines Dessous- und Bademoden-Herstellers aus. 20 Jahre lang hatte die Firma „Anita“ in der Kurstadt Brustprothesen hergestellt. Dass die Produktion vom Gewerbegebiet Farchet weg verlegt wurde, stieß auf Protest. Betroffen waren 31 Angestellte. Rund ein Drittel der Tölzer Belegschaft konnte in einem Firmensitz in Brannenburg (Landkreis Rosenheim) weiter beschäftigt werden. Die Produktion in Tölz wurde bereits Anfang des Jahres 2021 eingestellt.

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