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Starthilfe vom alten an den neuen Verein: Die Vorstandsmitglieder des aufgelösten „Gesunden Bad Tölz“ Hannes Zintel (li.) sowie (v. re.) Holger Strobl, Barbara Kurz und Dieter Pany überreichten symbolisch 20 000 Euro an Ralph Munkert (2. v. li.), den Vorsitzenden von „Wir für Tölz“, sowie 2000 Euro an Bürgermeister Josef Janker. 

Starthilfe für Nachfolger

Verein aufgelöst: „Gesundes Bad Tölz“ ist Geschichte

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Der Verein „Gesundes Bad Tölz“ ist aufgelöst, Nachfolger soll „Wir in Tölz“ werden. Der Vorsitzende des Unternehmervereins Ralph Munkert bedauert das Aus der Spa-Pläne.

Bad Tölz – „Der Verein ist tot, es lebe der Verein“: Diese Devise gibt Hannes Zintel aus. Denn der Gastgeber-Verein „Gesundes Bad Tölz“, dem der Chef der Blombergbahn seit 2012 vorstand, ist seit der Auflösungsversammlung am 24. Januar endgültig Geschichte. Doch Zintel ist sich sicher, dass die Interessen der Tölzer Tourismusbetriebe auch weiterhin bestens vertreten werden – und zwar noch effektiver im Schulterschluss mit anderen Branchen aus allen Stadtteilen im neuen Unternehmerverein „Wir für Tölz“. Jetzt trafen sich Zintel und seine Vorstandskollegen des „Gesunden Bad Tölz“ mit Ralph Munkert, dem Vorsitzenden von „Wir für Tölz“, zur Scheckübergabe: Der alte Verein überreichte dem neuen eine Starthilfe in Form eines „Förderbeitrags“ in Höhe von 20 000 Euro – die Umsetzung eines Beschlusses vom vergangenen Sommer, wie der 2. Vorsitzende Dieter Pany erklärte.

Bei dieser Gelegenheit ging ein weiterer Scheck an die Stadt Bad Tölz. Bürgermeister Josef Janker nahm ihn entgegen. Gemäß dem Auflösungsbeschluss des „Gesunden Bad Tölz“ geht das restliche Vereinsvermögen in Höhe von 2000 Euro ans Rathaus, und zwar mit einer Zweckbestimmung im Sinne des Vereins, der einst „Ortsverschönerungsverein“ hieß. Dementsprechend soll das Geld zum Beispiel für Blumenpflanzungen oder Parkbänke verwendet werden.

Hannes Zintel zieht Fazit nach fünf Jahren als Vorsitzender

Bei dem Treffen blickte Zintel auf die gut fünf Jahre unter seinem Vorsitz zurück. Das „Gesunde Bad Tölz“ habe vieles angestoßen und bei etlichen Themen mitdiskutiert. Als „wichtigstes Projekt“ nannte Zintel den „neuen Marktauftritt“ mit veränderten Prospekten, zudem berichtete er vom Wiederaufleben der „Stammgast“-Wochen und den Nikolaus-Feiern für Gäste und Einheimische. Der Gastgeber-Verein sei unter anderem für die Verlängerung des Christkindlmarkts eingetreten und habe die Kooperation mit der Gemeinde Wackersberg vorangetrieben. In einer eigenen Veranstaltung habe der Verein die Bedeutung arabischer und russischer Gäste für die Region aufgegriffen.

Ein anderes Engagement des Gastgebervereins führte zuletzt jedoch nicht zum erwünschten Ergebnis. „Wir haben an den Planungen fürs ,Natura Tölz‘ mitgewirkt und darüber mitdiskutiert“, berichtete Zintel. Ihre Planungen für das Spa an der Bockschützstraße hat die Stadt wie berichtet vergangene Woche endgültig beerdigt. Sehr zum Bedauern von Ralph Munkert, dem Vorsitzenden des neuen Vereins „Wir für Tölz“. „Ich stehe persönlich zu dem, was ich immer gesagt habe“, erklärte er – nämlich: „Wenn wir als Fremdenverkehrsort Erfolg haben wollen, dann brauchen wir ein Schlechtwetterangebot für Touristen, aber auch für Einheimische.“ Daher sei es ihm „unverständlich, dass wir Bürger haben, die aus ganz individuellen Interessen ein Projekt torpedieren, das für Tölz als Tourismusdestination überlebensnotwendig ist“.

Munkert aber sei „einer der wenigen“ gewesen, die „pro Spa geredet und geschrieben haben“, konstatierte Bürgermeister Janker. Selbst als er Ende 2017 – sozusagen als „Testballon“ – öffentlich davon gesprochen habe, dass das Spa „vielleicht kleiner, vielleicht gar nicht“ komme, sei jegliche Reaktion von Bürgern und Gastgebern ausgeblieben. Auch vor diesem Hintergrund habe man sich in der Stadtverwaltung gefragt, ob es sich um ein „unerwünschtes Projekt“ handle und ob es sich lohne, dafür ein finanzielles Risiko einzugehen.

Der Bereich „Tourismus“ ist im Unternehmerverein „Wir für Tölz“ nun eine von mehreren Sparten – und noch „leicht unterrepräsentiert“, wie Munkert und sein Stellvertreter Pany bedauerten. „Viele Mitglieder des ,Gesunden Bad Tölz‘ sind noch nicht zu uns übergetreten“, so Pany. Auch Janker äußerte die Hoffnung, dass sich möglichst viele Geschäftsleute und Unternehmer dem neuen Verein „Wir für Tölz“ anschließen. Zintel sprach von einer „historischen Chance“, die sich für die Bündelung der ehemaligen Vereine Aktive Tölzer, „Gesundes Bad Tölz“ und Handwerkerverein in „Wir für Tölz“ geboten habe. Aktuell arbeitet der Verein laut Munkert daran, das Anforderunsgprofil für einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu erarbeiten.

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