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Auf den Wällen, die der Baggerfahrer aufschaufelt, kann der Kies bis zum Transport trocknen. Bis Mitte Dezember dauern die Arbeiten voraussichtlich.

„Gewaltige Kiesablagerungen“

Bagger schaufelt die Isar frei

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Bad Tölz - Von „gewaltigen Kiesablagerungen“ in der Tölzer Isar spricht Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber. In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim und den Stadtwerken begann am Dienstag ein Bagger der Benediktbeurer Firma Rest damit, Kies aus dem Flussbett zu schaufeln.

Rund 30 000 Kubikmeter sollen laut Huber bis voraussichtlich Mitte Dezember entnommen werden und in der Leitzinger Au zwischen Oberfischbach und Königsdorf wieder in die Isar eingebracht werden.

„Vor dem Stausee wird die Isar deutlich langsamer“, nennt Huber den Grund für die Ablagerungen zwischen Park- und Fährhaus. Würde man das Flussbett an diesen Stellen nicht ausbaggern, bestehe die Gefahr, „dass sich die Isar zurückstaut“, so Huber. Bei einem Hochwasser wäre das fatal, weil die Fluten dann über die Kaimauern schwappen könnten.

Der Baggerfahrer gräbt so genannte „Profile“, die mittig bis zu 80 Zentimeter tief sind – im Abstand von 30 und 50 Metern. Die Steine werden zu Wällen aufgeschüttet, um für den Transport trocknen zu können. Dann fährt ein Lastwagen auf den Kiesbänken entlang und holt das Geröll ab. Eine mühsame Angelegenheit: „Auf die Ladefläche passen ja nur ein paar Baggerschaufeln“, sagt Huber.

Nach Aussage des Geschäftsführers wird es finanziell „kein gutes Jahr“ für die Stadtwerke. Denn die Maßnahme, die alle zwei bis drei Jahre nötig sei, koste insgesamt 100 000 Euro. Einerseits kurbelt sie den natürlichen Kiestransport bis in die Pupplinger Au an, andererseits dient sie dem Artenschutz – und den Stadtwerken selbst, die ja Strom aus Wasserkraft gewinnen.

Kies entnommen wird auch an der Fischtreppe in der Nähe des Stausee-Kraftwerks. „Der Ausfluss ist versandet“, erklärt Huber. Das viele Geröll hindert die Fische daran, die Aufstiegshilfe überhaupt zu erreichen.

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