Thomas Mann und die Seinen – hier vor ihrem Landhaus am Klammerweiher – standen 2017 in Bad Tölz im Mittepunkt. Das war ein Gewinn für alle Literaturliebhaber.

Rückblick

Die Gewinner und Verlierer 2017

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Neujahr: Zeit zurückzublicken und Bilanz zu ziehen: Wer im südlichen Landkreis zählte im zu Ende gehenden Jahr zu den Gewinnern, wer zog die Verliererkarte? Eine subjektive Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Silvester: Zeit zurückzublicken und Bilanz zu ziehen: Wer im südlichen Landkreis zählte im zu Ende gehenden Jahr zu den Gewinnern, wer zog die Verliererkarte? Eine subjektive Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Gewinner

Zu den Gewinnern des Jahres dürfen sich die Literaturfreunde im Landkreis zählen. Denn ihnen wurde im Thomas-Mann-Jahr ein umfangreiches und vielfältiges Programm geboten: Vorträge hochkarätiger Experten zu einzelnen Romanen des Nobelpreisträgers mit der Tagung der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft als Höhepunkt, originelle und tiefgründige Ausstellungen im Stadtmuseum, aufschlussreiche Führungen auf den Spuren des Schriftstellers: Heuer wurde dem Autor des „Zauberbergs“ und der „Buddenbrooks“, der bis 1917 ein Sommerhaus am Klammerweiher besaß, in Bad Tölz endlich die gebührende Aufmerksamkeit zuteil, die ihm in den Jahren zuvor eher verwehrt wurde. Zum Gewinner wurde dabei auch Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart, der das Mann-Jahr maßgeblich initiiert und organisiert hatte. Ihm gelang es damit, sein Profil zu schärfen.

-Das Ereignis war eines der traurigsten und erschreckendsten des Jahres. Der Doppelmord von Höfen erschütterte im Februar ganz Bayern. Dass der zunächst äußerst rätselhaft erscheinende Fall innerhalb von fünf Wochen aufgeklärt wurde, ist vor dem schlimmen Hintergrund jedoch als Erfolg für die Kripo Weilheim zu bezeichnen. Mit großem Aufwand fand die „Soko Höfen“ heraus, dass Angehörige der ehemaligen polnischen Pflegekraft (49), die früher in dem Haus arbeitete, hinter der Tat steckten. Ihr Bruder (43), ihr Sohn (23) und ein Bekannter (23) werden verhaftet. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, den mutmaßlichen Tätern soll 2018 der Prozess gemacht werden. Die Polizei zählt somit zu den Gewinnern des Jahres.

Mit den Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Bestehen des Dorfs bewiesen die Gaißacher Kreativität und Zusammenhalt – das war top.

-Eindeutige Gewinner sind alle Gaißacher, die heuer an den überaus gelungenen Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Bestehen des Dorfs beitrugen. Angefangen beim Patronatstag der Gebirgsschützen im Mai, über die eindrucksvolle Inszenierung des Ortswappens als Flammenschwert in der Natur, den historischen Festzug bis hin zum beliebten Gaißach-Filmhit: Das Dorf hat Zusammenhalt und Kreativität bewiesen.

-Ob die Gemeinde Kochel am See in SachenTrimini einen Erfolg oder einen schlimmen Flop erleben würde, das stand lange Zeit auf der Kippe. Am Ende dieses Jahres dürfen sich die Beteiligten aber getrost als Gewinner fühlen. Denn am 27. März erlebte Kochel doch noch den historischen Moment des neuen, viel gepriesenen Kristall-Trimini. Und der Besucherzuspruch ist groß: Schon 200 000 Gäste wurden gezählt.

Verlierer

Kaum war Leonhardi vorbei – da wurden die Autofahrer im Isarwinkel zu großen Verlierern des Jahres. Denn sie verloren ist erster Linie viel, viel Zeit. Das Staatliche Bauamt Weilheim hatte eine provisorische Ampelanlage auf der Tölzer Flinthöhe installiert – und prompt bildeten sich lange Staus in alle Richtungen. Über Wochen gelang es nicht, die Rot- und Grünphasen so zu programmieren, dass ein halbwegs erträglicher Verkehrsfluss gewährleistet war und Autofahrer auch eine Chance hatten, von der Flinthöhe her auf die B 472 zu gelangen. Ein klarer Misserfolg für das Staatliche Bauamt, das die Scharte hoffentlich im Frühjahr 2018 auswetzt: Dann soll das Provisorium verschwinden und durch eine ganz neue Ampelanlage ersetzt werden.

Ein wichtiges Stück Wahlmöglichkeit haben die werdenden Mütter im südlichen Landkreis verloren: Seit Ende März die Geburtshilfe im Tölzer Krankenhaus schloss, brach für viele die Chance auf eine wohnortnahe Geburt weg – und es gibt nun (von möglichen Hausgeburten einmal abgesehen) jetzt keine echten Tölzer Kindl mehr. In diesem Zuge ging auch dem Asklepios-Konzern einiges an Ansehen und Vertrauen verloren. Denn Anfang des Jahres brachte Asklepios zusätzlich durch sein rücksichtsloses Vorgehen bei der überraschenden Schließung der Lenggrieser Fachklinik viele Menschen gegen sich auf.

Hotel, nein danke: Dieser Wunsch einer Bürgerinitiative für die Arzbacher Straße könnte sich erfüllen. Stadt und Investor haben das Vertrauen zueinander verloren

-Verzockt hat sich der Hotelinvestor Arcus bei seinem Projekt an der Arzbacher Straße in Bad Tölz. Schon Anfang 2017 konnte eine Präsentation mit einigem Pomp nur mühevoll überdecken, dass das Vorhaben nur mehr in einer abgespeckten Version geplant war. Mittlerweile aber ist das Tischtuch zwischen Stadt und Arcus vollends zerschnitten, denn den Verantwortlichen im Rathaus ist offenbar aufgegangen, dass der Investor wohl in erster Linie an Baurecht für Wohnungen gelangen wollte und das Hotel eher ein Fegenblatt dafür war. Nach Stand der Dinge stehen sowohl Arcus als auch die Stadt als Verlierer des Jahres da, denn die Zukunft des großen touristischen Vorzeigeprojekts für Bad Tölz ist mehr als fraglich.

Gewinnerund Verlierer

Ob d ie Tölzer Löwen – hier eine Szene mit Philipp Schlager (re.) und Flo Strobl – auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen, wird sich 2018 vermutlich in den Playdowns zeigen.

Große Euphorie lösten die Tölzer Löwen 2017 aus, indem sie den Aufstieg aus der Oberliga in die Zweite Liga schafften. Damit zählen sie eindeutig zu den großen Gewinnern des Jahres. In der Zweiten Liga sind die Löwen bislang aber allzu oft Verlierer: in acht Heim- und 14 Auswärtsspielen zogen sie den Kürzeren. Dem stehen sechs Heim- und zwei Auswärtssiege gegenüber. Recht deutlich zeichnet sich ab, dass der derzeitige Tabellenletzte sich in den Playdowns wird beweisen müssen. Wenn die Löwen sich dort den Klassenerhalt sichern, dann stehen sie 2018 wieder eindeutig auf der Gewinnerseite.

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