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Braucht man am Gipfelkreuz freies Wlan? Die Meinungen sind geteilt.

Wlan überall?

Der Gipfel der Erreichbarkeit

Wir wichtig ist der Ausbau des Internetempfangs in den Bergen? Eine Umfrage ergibt: Für Retter sehr, für Ruhesuchende weniger.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein stabileres Mobilfunknetz in den Tälern und auf den Gipfeln, am besten freies Wlan hoch auf dem Berg: Diese Ziele will die CSU im Rahmen der „Bayerischen Alpenstrategie“ verabschieden. Bei einer Online-Umfrage des Münchner Merkur allerdings stimmten 50 Prozent der Teilnehmer für die Option: „Ich halte gar nichts davon, beim Wandern möchte ich meine Ruhe haben.“ Auch unter Bergfreunden im Landkreis gehen die Meinungen auseinander.

„Ist heute der 1. April?“, fragt Friedl Krönauer, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, als ihn der Tölzer Kurier zur Ausweitung des Internetempfangs in den Bergen befragt. „Da geht die Besonderheit beim Wandern verloren“, meint er. „Genügend Leute suchen bewusst die Ruhe.“ Auch das Ziel, den Alpenraum für junge Einwohner und Unternehmen auf diese Weise attraktiver zu machen, überzeugt Krönauer nicht. „Wir haben genügend junge Leute hier. Muss der Kommerz wirklich bis in den letzten Winkel reichen?“ Dennoch sieht er auch einen Vorteil: „Aus Bergrettersicht ist das für einen Notruf sicher gut, aber das birgt halt immer auch die Gefahren des Missbrauchs.“ Für diejenigen, die gar nicht aufs Surfen und Chatten verzichten können, hat Krönauer einen Vorschlag: „Man muss ja nicht in die Berge.“

Auch Paul Schenk, Vorsitzender des DAV-Sektion Tölz, klingt nicht sonderlich begeistert. „Auf dem Berg will man doch seine Ruhe.“ Dann aber räumt er ein: „Wenn, dann würde ich es vielleicht verwenden, wenn ich auf der Hütte bin und das Wetter prüfen möchte.“

„Für verirrte Wanderer sicher sehr praktisch.“ Diesen Vorteil eines Ausbaus des Mobilfunknetzes am Berg sehen immerhin 10 Prozent der Umfragen-Teilnehmer. Auch Horst Stahl erklärt: „Wenn Personen verletzt sind, könnte man sie so leicht orten.“ Immer mehr moderne Technik kommt laut dem Bereitschaftsleiter der Tölzer Bergwacht in der Bergrettung zum Einsatz. Eine Voraussetzung dafür sei aber ein funktionierendes Mobilfunknetz. „Die Bergwacht geht mit der Zeit. Von unserer Seite aus wäre das sicher gut.“

Auch Martin Bachhuber, Landtagsabgeordneter der CSU, steht hinter den Plänen seiner Partei. Vor allem auch aufgrund eines persönlichen Erlebnisses: „Ich hatte einen Herzinfarkt auf dem Berg und wäre froh über einen guten Empfang gewesen.“ Seine Geschichte nahm ein positives Ende. „Aber nicht jeder hat so viel Glück. Eineinhalb Stunden kommen einem da wie eine Ewigkeit vor.“ Dennoch ist er der Meinung, dass das Gipfelkreuz an sich heilig sei und dort keine Antenne angebracht werden dürfe. Krönauer ergänzt, dass eine Antenne oder ein Strommast zudem das ästhetische Empfinden störe. Doch Bachhuber betont: „Die Alpen sind ein Naherholungsgebiet. Hier passiert viel, und deshalb ist mobiler Empfang wichtig.“

Tamara Scheid

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