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Das Gries ist vielleicht das schönste Tölzer Stadtviertel. Jetzt steht eine Neuordnung auf dem Programm. Ausgenommen von den Überlegungen ist übrigens der bereits sanierte Straßenbereich, in dem sich die Cafés befinden sowie die Klammer-, Römer und Messerschmiedgasse, die ebenfalls bereits saniert sind.  

Bauausschuss

Das Gries: Eine Perle wird aufpoliert

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    Andreas Steppan
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Wie soll das Tölzer Gries in Zukunft aussehen. Bei der Frage der Umgestaltung des alten Tölzer Stadtteils sollen die Bürger ein gewichtiges Wort mitreden.

Bad Tölz– Verwinkelte Straßen, schmale Gassen, schöne alte Häuser, an manchen Stellen Kopfsteinpflaster, Cafés, kleine Handwerksbetriebe, Ateliers und Geschäfte: Das Gries ist eine Perle unter den Tölzer Stadtteilen. Aber auch Perlen werden im Lauf der Zeit matt und müssen aufpoliert werden. Und genau das hat die Stadt vor. In der Sitzung des Bau- und Entwicklungsausschusses am Dienstag gab es einen Sachstandsbericht zum Thema Neugestaltung des Altstadtteils.

Grundlage ist das neue Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), an dem Bad Tölz mit Hilfe mehrerer Fachbüros nun schon eine ganze Weile strickt und das im Februar endgültig beschlossen werden soll. Das ISEK bietet eine Idee, wie das Bad Tölz von morgen aussehen könnte.

Die Neugestaltung des Gries sei im ISEK nun „als erster Meilenstein priorisiert“, sagte Florian Ernst, designierter Nachfolger von Stadtbaumeister Hannes Strunz. Bereits im Zuge der städtebaulichen Analyse für das ISEK hätten sich Ansatzpunkte gezeigt. Ernst nannte als Beispiele eine Neuordnung der Stellplätze oder die Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeit im Quartier. Zudem müsse über die Modernisierung von Radständern, Bänken und der Beleuchtung nachgedacht werden.

Dabei wolle man die Grundstücks- und Immobilieneigentümer von Anfang an mitnehmen, betonte Ernst. Einige der anstehenden grundlegenden Entscheidungen werden nicht ohne Diskussion abgehen, vermutete Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Beispielsweise könne er sich gut vorstellen, das Kopfsteinpflaster, das es momentan am Jungmayrplatz gibt, auch auf anderen, bislang asphaltierten Straßen im Gries zu verlegen. „Das ist schön, aber nicht sehr beliebt bei den Anwohnern.“ Entfernen könne man auch die Hochborde, die die Fußgänger nicht brauchen und die eigentlich nur verhindern, dass die Autos in die Häuser rauschen, so Fürstberger.

Apropos Autos: Die würde Margot Kirste (FWG) am liebsten ganz aus dem Gries verbannen. „Vielleicht kann man irgendwo eine Tiefgarage unterbringen und das Viertel verkehrsfrei machen“, überlegte sie laut. Josef Steigenberger (CSU) würde sich dagegen eine „Wiederbelebung des Wochenmarkts“ und die Neuordnung der Parkflächen wünschen, während Michael Lindmayr (FWG) hofft, dass die Brunnen besser sichtbar werden. „Momentan weiß man nämlich nur, dass da ein Brunnen ist, weil acht Autos außenrum parken“, sagte er am Rande der Sitzung.

Bei der Frage, welche Ziele man sich bei der Neugestaltung des Stadtteils setzt, sollen die Bürger ein gewichtiges Wort mitreden – und zwar als Teil einer 20-köpfigen „Impulsgruppe“ unter Moderation des Kaufbeurer Planungsbüros Leuninger & Michler. Dieser Runde sollen – neben Vertretern der Stadtratsfraktionen und des Rathauses – je zwei Immobilieneigentümer und Betriebsinhaber oder Gastronomen aus dem Gries, Bürger aus dem Stadtgebiet und Vertreter aus dem Unternehmerverein „Wir für Tölz“ angehören, außerdem je ein Jugend- und ein Seniorenvertreter. Vorab wird die Stadt ein Infoschreiben an alle Grundstückseigentümer im Gries schicken. Das Planungsbüro führt außerdem Gespräche mit Immobilienbesitzern, Geschäftsleuten und Anwohnern vor Ort, aber auch mit Mitgliedern des Historischen Vereins.

Wer in der Impulsgruppe mitarbeiten möchte, kann sich bei der Stadt bewerben. Voraussetzung ist die Bereitschaft, an zwei Abendterminen insgesamt drei Stunden mitzuarbeiten. Sollten sich mehr Interessierte melden, entscheidet das Los.

„Aktuell planen die Stadtwerke einige Maßnahmen im Gries“, sagte Fürstberger. Wenn diese im Lauf dieses und des kommenden Jahres abgeschlossen seien, könnten in der Folge die Umgestaltungsziele in Angriff genommen werden. Hierbei werden die Anwohner kostenmäßig nicht ganz ungeschoren davonkommen: 80 Prozent davon kann die Stadt nämlich laut Ausbaubeitragsatzung auf sie umlegen. „Ich will aber niemanden verschrecken“, sagte Fürstberger. Es gebe sehr viele Grundstücksbesitzer, die Stadtwerke würden ebenfalls mitbezahlen, und auch Mittel aus der Städtebauförderung seien zu erwarten.

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