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Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: Die Grippewelle hat dieses Jahr früh begonnen.

Gesundheitsamt warnt

Grippewelle nimmt Fahrt auf

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Grippewelle ist heuer besonders stark über Frankreich hereingebrochen. Auch hierzulande gibt es bereits viele Fälle. Ganz so gravierend wie in Frankreich ist die Lage aber bisher nicht.

Fast 800 000 Franzosen waren bereits wegen Grippesymptomen beim Hausarzt, über 100 öffentliche Krankenhäuser haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht: In Frankreich grassiert eine schwere Grippewelle. Auch in Deutschland verbreiten sich die Viren in diesem Winter wieder, bisher zwar nicht so ausufernd wie in Frankreich. Es gab aber bereits neun Todesfälle in verschiedenen Bundesländern.

In der Bundesrepublik tauchte die ansteckende Viruserkrankung in dieser Saison früher auf als üblich. Dementsprechend hat die Grippezeit auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen begonnen. 28 Fälle wurden dem Gesundheitsamt seit Jahresbeginn gemeldet. „Im Vorjahreszeitraum waren es null“, sagt Dr. Stephan Gebrande, neuer Chef der Abteilung Humanmedizin im Landratsamt.

Warum die Grippewelle diesmal früher begonnen hat, lässt sich allerdings schlecht sagen, zumal es keine auffälligen neuen Virusarten gebe. Nebenbei: Die Vogelgrippe, die derzeit um sich greift, hat laut Gebrande nichts damit zu tun. „Es handelt sich um die bekannten Virusarten, die sich natürlich verändern können“, sagt Gebrande. Außergewöhnlich aggressiv seien sie heuer aber nicht.

Trotzdem sieht es danach aus, als ob sich in diesem Jahr besonders viele Menschen mit der Influenza anstecken. „Das kann damit zusammenhängen, dass sie mehr Kontakt haben“, meint der Abteilungsleiter. Und wenn es besonders kalt ist, veränderten die Menschen ihr Verhalten. „Man geht weniger raus, lüftet seltener und kuschelt sich mehr zusammen.“ Außerdem trockne die Heizungsluft die Schleimhäute aus, wodurch sie labiler und schneller reizbar seien.

Außer Lüften und regelmäßig an die frische Luft zu gehen, rät Gebrande aber vor allem zum regelmäßigen und gründlichen Händewaschen. Grippe verbreite sich durch Tröpfcheninfektion, dadurch gehe auch viel über die Hände, wenn jemand etwa den Griff im Zug anfasse.

Für Normalbürger sei Seife aber ausreichend. „Händedesinfektionsmittel ist nicht falsch, aber nicht notwendig“, sagt Gebrande. Er hat noch einen weiteren wichtigen Tipp: Man sollte sich so wenig wie möglich ins Gesicht fassen.

Am wirksamsten für alle, die sich vor Grippe schützen wollen, ist aber eine Impfung. „Das ist sehr sinnvoll, vor allem, wenn man besonders gefährdet ist.“ Zur Risikogruppe gehören laut Gebrande Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke, die etwa an Asthma oder Diabetes leiden, und Menschen, die umfangreichen Publikumsverkehr haben. „Egal ob sie im medizinischen Bereich oder in einer Metzgerei arbeiten.“

Optimal sei eine Impfung vor dem Beginn der Grippewelle, also spätestens im November. Doch auch jetzt sei es noch nicht zu spät. „Die Grippewelle beginnt jetzt erst so richtig“, sagt Gebrande. Zu beachten sei dabei nur, dass es zwei Wochen dauert, bis der Körper die nötigen Antikörper gebildet hat. Erst dann wirkt der Grippeschutz.

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