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Größte wissenschaftliche Mitmachaktion startet: Stunde der Wintervögel hat geschlagen

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Gerade für Eltern oder Großeltern mit Kindern oder Enkeln kann eine Vogelzählung eine tolle Sache sein. Aber auch andere Bürger sind aufgerufen, bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen. Die Teilnahme ist einfach.

Diese Blaumeise hat Wolfgang Müller aus Lenggries fotografiert.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und jeder kann dabei sein: von diesem Freitag bis Sonntag, 10. Januar, findet die „Stunde der Wintervögel“ statt. Auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen rufen der Naturschutzbund Deutschland und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Bürger auf, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt vor Ort zu erstellen. Warum das so wichtig ist, erklärt Sabine Tappertzhofen, Leiterin der LBV-Kreisgeschäftsstelle in Wolfratshausen.

Frau Tappertzhofen, was ist der Sinn von der „Stunde der Wintervögel“?

Zum einen bekommen wir so einen groben Überblick über die Häufigkeit einiger Vogelarten. Eine wissenschaftliche Erfassung liefert zwar viel genauere Ergebnisse als solche ,Citizen Science Projekte‘ („Jedermann-Projekte“). Sie sind aber auf einer großen Fläche nicht realisierbar. Zum anderen fördert die ,Stunde der Wintervögel‘ das strukturierte, genaue Hinschauen und die Artenkenntnis bei den Teilnehmern. Es ist oft ein schönes Erlebnis für Eltern oder Großeltern mit Kindern oder Enkeln.

Wie viele Menschen im Landkreis haben letztes Jahr mitgemacht und was war die Erkenntnis aus der Zählung?

Es waren 365 Personen. Die Kohlmeise war wieder der häufigste Vogel, gefolgt von Haussperling, Amsel, Feldsperling, Blaumeise, Buch- und Grünfink. Auffällig ist, dass außer der Kohlmeise alle dieser häufigsten Arten einen Abwärtstrend gegenüber dem Vorjahr aufweisen. Des Weiteren wurde in mehr als der Hälfte der Gärten Kleiber, Rotkehlchen und Buntspechte gesehen.

Sabine Tappertzhofen vom Landesbund für Vogelschutz

Wie können die Menschen mitmachen?

Das ist ganz einfach: Man setzt sich zu einem selbstgewählten Zeitpunkt zwischen 8. und 10. Januar an einen selbst gewählten Platz, an dem man es eine Stunde aushält. Oft ist das der warme Platz in der Wohnung, von wo aus man das Vogelhaus sieht. Genauso möglich ist es aber auch, draußen in der freien Natur zu sein. Dann zählt man die meisten Vögel einer Art, die gleichzeitig beobachtet werden. Wenn ich also von 8 bis 9 Uhr zähle und um 8.15 Uhr drei Amseln und fünf Kohlmeisen sehe, um 8.30 Uhr zwei Feldsperlinge und um 8.45 Uhr noch einmal zwei Amseln und sechs Kohlmeisen, schreibe ich auf: drei Amseln, sechs Kohlmeisen, zwei Feldsperlinge. Damit sollen Doppelzählungen vermeiden werden.

Was passiert mit den Daten?

Die Daten (wer, wann, wo, was, wie viel) werden an den LBV geschickt. Am einfachsten für alle Beteiligten ist die Teilnahme über die LBV Homepage: www.stunde-der-wintervögel.de. Es ist auch möglich, die Beobachtungen aufzuschreiben und an den LBV per Post zu schicken (LBV, Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein). Es wurden auch Flyer gedruckt. Die elektronische Form ist uns die liebste, weil alle anderen Daten noch einmal abgetippt werden müssen, was sehr arbeitsaufwendig ist.

Können die Teilnehmer auch etwas gewinnen?

Die Freude an der Naturbeobachtung steht der bei der ,Stunde der Wintervögel‘ ganz klar im Vordergrund. Weil sich aber natürlich jeder über Preise freut, gibt es tatsächlich etwas zu gewinnen. Top-Gewinne in diesem Winter sind zwei Ferngläser. Außerdem winken Futtersäulen und Bücher.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Müller

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