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In Partylaune: Die „Fishbones“ beim Jubiläumskonzert.

30 Jahre Bananafishbones

Große Party mit Leidenschaft und Laune

Was für eine grandiose Party: Die Bananafishbones feierten 30. Geburtstag und ließen es zum Ehrentag am Freitagabend im Tölzer Kurhaus so richtig scheppern.

Bad Tölz Mit diesem Sonder-Vollpower-Konzert „mit Strom und ohne Stühle“ haben die drei Musiker ihre Fans so richtig satt glücklich gemacht und einmal mehr bewiesen, dass sie noch immer eine mitreißende Live-Band sind. An diesem Abend zeigten alle, was sie drauf haben. Die Fishbones, dass sie auch nach drei Jahrzehnten mit stürmischer Leidenschaft und vollem Herzbluteinsatz Musik machen – und das Publikum, dass es keine Frage des Alters ist, überschäumend gut gelaunt zu feiern. Fast wie ein Klassentreffen war’s, nur dass nicht Erinnerungen an die Schulzeit an diesem Abend geteilt wurden, sondern die an eine im Tölzer Mikrokosmos gemeinsam verbrachte Jugend.

Das allererste Konzert von Sebastian Horn, Peter Horn und Florian Rein im evangelischen Gemeindehaus anno 1987 kostete ganze zwei Mark Eintritt und war ganz offensichtlich der Grundstein für die lange Musikerkarriere des Trios. „Shout“ von Tears for Fears spielten sie da – und natürlich auch am Freitag im Kurhaus. Der Abend war eine Zeitreise durch die Fishbones-Songs, von ganz frühen Cover-Klampf-Perlen bis hin zu „noch gar nicht veröffentlicht“.

Voller Kursaal „mit Strom und ohne Stühle“: Fans feiern begeistert mit.

Er habe die Bananafishbones kürzlich gegoogelt, erzählte Horn. Es sei seltsam gewesen, sich selbst bei einer Sendung namens „Chart Attack“ zu sehen: „Ich hatte noch Haare, weniger Bart und jede Menge Lidschatten. Wie Johnny Depp vom Kaufland-Parkplatz“. Man kann sich den Clip von 1999 selbst ansehen: Es waren eher zwei Bärte, die Nägel blau lackiert und alle drei trugen einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und noch Original-Haarfarbe. Und es wurde Playback gespielt. „Eine seltsame Erfahrung“ stellte Horn 18 Jahre später auf der Kurhaus-Bühne klar.

Klar war auch, dass an diesem Abend nichts gefaked war. Und dass inzwischen ein Alter erreicht ist, in dem es frei von Eitelkeiten und modisch recht ungezwungen zugeht. Man ist hier schließlich unter Freunden. Nicht wenige haben schon an die 50 Konzerte der Band besucht, einer brachte es sogar auf unglaubliche 1000 Konzertbesuche. Und man kann sich als Band durchaus gebauchpinselt fühlen, wenn die Fan-T-Shirts bereits in zweiter Generation vererbt werden.

Ihren Sound haben die Fishbones im Lauf der Jahrzehnte immer wieder experimentiell modifiziert, ohne sich selbst untreu zu werden. „Wir sind eigensinnige Käuze. Deshalb ist es nie was geworden mit „Come to sin“ Nummer zwei oder drei“. Damit spielte Horn auf einen der wenigen radiokompatiblen Songs an, die auch heute noch manchmal zu hören sind. „Easy Day“ gehört auch dazu, aber wer die Fishbones live erlebt hat, weiß, dass es das Lied ist, bei dem es zum Schluss eines Konzerts endgültig im Saal brodelt. Die Arme nach oben recken und mitgrölen, was die Stimmbänder hergeben: Auch beim Geburtstagskonzert ein ungeschriebenes Gesetz.

Bananafishbones: Grandiose Party zum 30. Band-Geburtstag

Auf dieser heißen Sause durch 30 Jahre Lokal-Matadoren-Band kamen recht launige Anekdoten zutage. Dass Freunde der Horn-Eltern über die „Herren der falschen Tonart“ gelästert haben, wenn Bandprobe der Söhne und Saunaabend der Eltern zusammentrafen; dass es ein Turnhallen-Konzert mit nur einem Zuhörer gab, der irgendwann auch noch gegangen ist; dass sie für vier Wochen ein Aufnahmestudio im italienischen Ferienhaus eines Freundes eingerichtet haben – ohne dass dessen Eltern davon wussten. Solche Erlebnisse sind es wohl, die aus drei Schülern eine eingeschworene Musikerfreundschaft gemacht haben, die einfach immer weiter besteht, die kreativ und spannend bleibt und immer wieder Spaß macht. Im Kurhaus jedenfalls steppte an diesem Abend der Tanzbär. Country und Rock, Pogo und Psychedelic und „wildern in fremden Gärten“ mit Cover von Abba bis Prince. Happy Birthday, Bananafishbones: Auf dass eure Fans auch zum 40. noch ein Geburtstagsständchen singen. (Ines Gokus)

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