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Aufbruch in Bad Tölz (v.li.) Lorenzo Cicco, Helmut Ebner, Alice Cicco und Regina Ebner haben um Spenden gebeten.

Spendenaktion

Großes Herz für Erdbebenopfer

Mission erfüllt: Mitglieder des Motorradclubs „Simply Bikers“ haben am Wochenende warme Kleidung, Decken und Hygieneartikel ins Erdbebengebiet Amatrice in Italien gebracht. Die Spenden stammen aus dem Tölzer Land, wo die Hilfsbereitschaft so groß war, dass Einiges sogar hatte abgelehnt werden müssen.

Bad Tölz/Amatrice– Die Menschen im Tölzer Land haben ein großes Herz. Der Bitte von Alice und Lorenzo Cicco sowie Helmut und Regina Ebner sind so viele Menschen gefolgt, dass sie am Ende sogar Spenden ablehnen mussten. „Wir waren voll, voll, voll“, berichtet Alice Cicco und ist unglaublich dankbar. „Es ist so schön.“

Wie berichtet haben die vier Engagierten um warme Kleidung, Decken und Hygieneartikel gebeten. Sie sammelten für ihren Motorradclub „Simply Bikers“ in Italien, der dort die Erdbebenopfer unterstützt. Vor Kurzem haben sie die Spenden nach Castellucchio bei Mantua gebracht. Von dort transportierten sie Mitglieder des Motorradclubs in die betroffenen Gebiete. Zum Beispiel am Samstag nach Amatrice.

Vor der Reise nach Mantua packten zahlreiche Helfer in Bad Tölz bis zum späten Abend die beiden Fahrzeuge und einen Anhänger, die die Schreinerei Kloiber und das Autozentrum Isarring zur Verfügung gestellt hatten. Frühmorgens starteten Lorenzo Cicco und Helmut Ebner dann mit dem einen Wagen, Anderl Jaud und Michael Albertshofer steuerten den anderen Bus. Die beiden hatten sich spontan dazu bereit erklärt, weil ein Wagen für die vielen Spenden nicht gereicht hätte.

Start mit Reifenpanne

Der Start verhieß nichts Gutes: „Sie sind in Tölz mit einer Reifenpanne los“, berichtet Alice Cicco. Aber nach diesen Anfangsschwierigkeiten ist doch noch alles gut gegangen. Die „Simply Bikers“ halfen beim Ausladen in Mantua. „Die waren ganz baff, dass vom Rollstuhl bis zum Hundefutter alles dabei war.“

Ankunft in Italien: Mitglieder des Motorradclubs „Simply Bikers“ helfen den Tölzer Fahrern beim Ausladen. 

Der Motorradclub sei im Erdbebengebiet gewesen, etwa eine Woche, bevor die Tölzer mit den Spenden gekommen seien. „Sie mussten Platz im Lager schaffen.“ Den Betroffenen habe es auch da noch an vielem gefehlt, sagt Alice Cicco. „Es gab immer noch Leute, die frieren.“ Sie sei sicher, dass die Tölzer mit ihren Spenden viel bewirkt haben. Von der Regierung habe es bisher keine Hilfe für die Erdbebenopfer gegeben. Zivile und verschiedene Motorradclubs packen mit an, sagt Cicco. „Immerhin haben sich die Gemeinden zusammengetan und ein paar Container aufgestellt, weil die Not-Zelte unter der Schneelast zusammengebrochen sind.“

Jetzt im Frühjahr gehe es im Erdbebengebiet um den Wiederaufbau. „Die Häuser müssen stabilisiert werden, damit die Menschen endlich wieder nach Hause können“, sagt Cicco. Deswegen sammelt der Motorradclub jetzt vorwiegend Geldspenden. Die Tölzer fahren daher nun keine Sachspenden mehr nach Italien. Aber „wir suchen schon länger nach einem Hilfsprojekt in Bad Tölz, das wir mit dem Motorradclub unterstützen können“.

scw

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