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Die Steuerungsgruppe für das Projekt (v .li.): Martin und Lisa Sappl, Stefan Riedl, Rose-Marie Beyer, Sebastian Girmann, Claudia Kraft und Shirin Völkl.

Großes Interesse am „Tölza Krautgarten“

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Mit dem „Lenggriesa Acker“ gibt’s bereits ein gutes Vorbild. Jetzt sollen auch die Einwohner der Kurstadt die Möglichkeit bekommen, ihr eigenes Gemüse zu pflanzen – auf dem „Tölza Krautgarten“ im Ratzenwinkl. Angestoßen wurde auch dieses Selbstversorger-Projekt von Rose-Marie Beyer.

Bad Tölz – Dabei hat sie mit „Zwickerbauer“ Martin Sappl samt Gattin Lisa sogleich die notwendigen Mitstreiter gefunden, wobei Letzterer auch ein Tagwerk Grünland (3300 Quadratmeter) an der Staatsstraße 2072, gleich gegenüber dem Friedhof, zur Verfügung stellt. Die enorme Zahl der Interessenten, die nun zur Gründungsversammlung gekommen waren, hat selbst die Initiatoren überrascht.

Wie auch in Lenggries soll hier jeder neue Gemüsegärtner seinen eigenen „Bifang“ (etwa 75 Quadratmeter) bewirtschaften können. Insgesamt bietet die zur Verfügung stehende Fläche Platz für rund 64 Bifänge. „Derzeit ist dort noch eine Wiese, die seit etwa 25 Jahren nicht mehr umgebrochen wurde“, erklärte dann Sappl. Dabei sei der Grundboden sandiger Lehm, nämlich Isar-Schwemmland, mit einem sehr hohen pH-Wert. „Die trocknen auch sehr schnell ab. Das sind meine ersten Wiesen, in die ich nach einem Regen wieder mit dem Bulldog reinfahren kann“, erklärte der Landwirt.

Freilich gibt’s in Bad Tölz im Gegensatz zu Lenggries keinen Bach in der Nähe. „Da aber viel Wasser von oben herabkommt, brauchen wir es zusätzlich eigentlich nur zum Anpflanzen“, führte Rose-Marie Beyer aus. Dafür will man es dann im ersten Jahr mit einem bereitgestellten Tankwagen versuchen.

Außer von den Erfahrungen der Lenggrieser Gemüsebauern werden auch die Tölzer von Profi-Gärtner Sebastian Girmann profitieren können. Er ist Mitglied der „BioTop Oberland Genossenschaft“, die ihre rund 200 Mitglieder mit selbst angebautem Gemüse versorgt. Bislang waren sie am Heilbrunner Hofgut Letten angesiedelt, werden aber demnächst nach Lenggries umziehen, gleich neben den „Lenggriesa Acker“. „Ich stehe dann auch den Tölzern für gärtnerische Fragen zur Verfügung“, erklärte Girmann.

Noch in diesem Jahr will Sappl das Grünland umbrechen, damit im Frühjahr 2018 mit dem Anpflanzen und Säen begonnen werden kann. „Da sollte man sich dann etwa ab Februar um Saatgut kümmern“, sagte Beyer. Naben den zahlreichen Privatleuten, die sich für das Projekt interessieren, will sich auch Shirin Völkl mit Klienten der „Lebenshilfe“ und Stefan Riedl mit Kindern der Tölzer Jahnschule daran beteiligen. „Es gibt doch nichts Schöneres, als dass Kinder den Kreislauf der Natur live erleben können“, sagte Riedl.

Nach einem kurzen Vortrag über die Erfahrungen der Lenggrieser Gemüsebauern war eigentlich die einzige Frage aus dem Auditorium: „Was wird mich das denn kosten?“ Die Antwort: Geplant sind derzeit 70 Euro für einen Bifang pro Jahr und Mithilfe bei Gemeinschaftsarbeiten. Als dann die Listen herumgereicht wurden, in denen sich die Interessierten eintragen konnten, gab’s schließlich kein Halten mehr.

Weitere Infos

zum „Tölzer Krautgarten“ im Internet auf der Seite www.ackern-im-oberland.de.

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