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Zeigt die Räume, in denen die Großtagespflege im Untergeschoss des Landratsamts Platz finden wird: Ralf Enderle vom Jugendamt.

Neues Angebot

Großtagespflege im Tölzer Landratsamt sucht Betreuer

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Bad Tölz - Das Tölzer Landratsamt möchte Beruf und Familie besser vereinbar machen. Daher wurden Räume im Untergeschoss in eine Großtagespflege umgewandelt. Was jetzt noch fehlt, sind zwei Interessierte, die sich in der Kinderbetreuung selbstständig machen möchten.

Jugendamtsleiter Ulrich Reiner stellte das Projekt am Montagnachmittag in der Sitzung des Jugendausschusses kurz vor. Man sei schon ein wenig stolz, dass dieses vom Jugendamt und von der Gleichstellungsbeauftragten Karin Weiß angestoßene Angebot nun tatsächlich realisiert wurde, sagte er. „Für mich ist das Ganze eine Herzensangelegenheit“, hatte Landrat Josef Niedermaier bereits im Dezember betont, als sich der Bauausschuss mit dem Thema befasst hatte.

Betreut werden sollen die Kinder künftig in zwei Räumen im Souterrain des Landratsamts. Die waren zuvor leer und befanden sich im Prinzip noch im Rohbauzustand. Das hat sich jetzt geändert. Dort sind ein Gruppen- und ein Ruheraum entstanden, samt kindgerechten Sanitäranlagen und direktem Zugang zur Grünfläche. Rund 260 000 Euro hat der Landkreis in den Umbau investiert.

„Wenn wir jetzt noch zwei Menschen hätten, möglichst mit Erzieherausbildung, die sich in der Kinderbetreuung selbstständig machen möchten, könnten wir ihnen Räume anbieten“, warb Reiner. Erste Bemühungen, Interessierte zu finden, seien leider fehlgeschlagen.

Letztlich würden die beiden Betreuungskräfte die Räume „zu einem angemessenen Betrag anmieten“, so Behördensprecherin Sabine Schmid, und dort die Großtagespflege in Eigenregie betreiben. Bis zu zehn Mädchen und Buben könnten zeitgleich betreut werden. Gedacht ist das Angebot für Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Eine vergleichbare private Einrichtung gibt es beispielsweise in Lenggries mit der Wichtel-Villa. Die Tölzer Asklepios-Klinik verfügt über eine betriebliche Großtagespflege.

Dass es am Landratsamt Bedarf für eine Kinderbetreuung gibt, hatte im Vorfeld eine Umfrage unter den Mitarbeiter ergeben. „Das Amt zeigt sich hier sehr mitarbeiterfreundlich“, sagte Dritter Landrat Klaus Koch (Grüne), der die Sitzung am Montag leitete. Auch Ausschussmitglied Josef Birzele fand „die Initiative sehr lobenswert“. Dies sei ein Modell, das vielleicht auch bei anderen Kommunen Schule machen könnte. „Sie sollten die Bürgermeister darauf aufmerksam machen“, bat Birzele. Gerade durch eine Großtagespflege könnten Defizite bei den Betreuungszeiten ausgeglichen werden. „Wir werden versuchen, andere Kommunen dafür zu begeistern“, versprach Reiner.

Birzele wollte zudem wissen, ob die Plätze ausschließlich an Kinder von Landratsamtsmitarbeitern vergeben werden. Sie würden den Vorzug bekommen, antwortete Reiner. „Wenn Plätze frei bleiben, fragen wir andere Behörden, dann dehnen wir es auf alle aus.“

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