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„Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Brigitte Bürkel (li.) und Verena Peck rufen dazu auf, den Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai zu würdigen.

Tag der Verfassung

Zwei Aktivistinnen wollen Geburtstag des Grundgesetzes feiern - aber ohne Demo

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Eigentlich hatten zwei Aktivistinnen aus Bad Tölz und Gaißach eine Kundgebung zum Jahrestag des Grundgesetzes geplant. Nun haben sie aus aktuellem Anlass umdisponiert.

Bad Tölz – Der 23. Mai sollte eigentlich ein Feiertag sein, finden Verena Peck und Brigitte Bürkel. Es ist der 71. Geburtstag des Grundgesetzes. „Diese tolle Verfassung hochzuhalten, zu ehren und anzuerkennen, wie gut es uns mit dieser Verfassung geht“, das ist den beiden Frauen aus Bad Tölz und Gaißach ein Herzensanliegen. Daher hatten sie eigentlich wie schon im vergangenen Jahr eine öffentliche Kundgebung zu diesem Thema geplant. Kurzfristig haben die beiden Initiatorinnen aber davon Abstand genommen – und setzen stattdessen auf andere Formen, das Grundgesetz zu würdigen.

„Wir wollten nicht ins Fahrwasser der aktuellen Proteste geraten“, begründet Verena Peck diese Entscheidung. Auf Demonstrationen, die sich gegen die jüngsten Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie richten, berufen sich ebenfalls viele Teilnehmer auf das Grundgesetz – einige in abwägender Sorge um ihre Grundrechte, andere aber auch als „Trittbrettfahrer“, meint Peck. In die Schar der Demonstranten mischen sich Verschwörungstheoretiker, Esoteriker oder Rechtsextremisten. Davon wollen sich die Initiatorinnen „klar absetzen“, um nicht Gefahr zu laufen, falsch interpretiert zu werden.

Würdigung des Grundgesetzes hat nichts mit Thema Corona zu tun

„Wir möchten die Menschen dazu ermutigen zu zeigen, was ihnen an unserer Verfassung wichtig ist“, sagt Brigitte Bürkel. „Wir glauben, dass das aktuell manche in den falschen Hals bekommen könnten.“ Peck ergänzt: „Das Corona-Thema hat mit unserem Anliegen nichts zu tun.“ Ihre Berufung auf das Grundgesetz solle kein Protest, sondern eine rein positive Botschaft sein. „Dass man dem Menschen mit Respekt begegnet, dass man kritisch hinterfragen darf und nicht allem blind folgen muss“, das alles seien hohe Werte des Grundgesetzes, und damit wünsche sie sich eine „konstruktive Auseinandersetzung“.

Vergangenes Jahr gab es einen Flashmob in der Tölzer Marktstraße. Die Teilnehmer legten sich längs auf die Pflastersteine und halfen sich dann gegenseitig wieder auf die Beine. Aus dem „Aufstehen für die Menschenwürde“ sollte heuer eine Aktion zum Thema „Wofür stehen wir ein?“ werden. Peck, Kreisjugendpflegerin und Vorsitzender „Komischen Gesellschaft“, und Bürkel, Religionslehrerin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, hatten bereits beim Landratsamt angefragt und hätten wohl auch eine Kundgebung mit bis zu 50 Teilnehmern genehmigt bekommen – zogen dann aber die Notbremse.

Menschen sollen am 23. Mai ein Zeichen für das Grundgesetz setzen

Aber auch wenn am 23. Mai keine Mahnwache stattfindet, wollen die Initiatorinnen ihr Anliegen an die Öffentlichkeit tragen. „Wir fänden es schön, wenn so viele Menschen wie möglich an diesem Tag ein Zeichnen setzen.“

Wie das aussieht, könne jeder für sich entscheiden. „Da gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Ob es gepflückte Blumen sind, ein öffentlicher Brief oder ein beschriftetes Leintuch an der Hauswand, ist dabei vollkommen egal“, sagt Verena Peck. Die Hauptsache sei, auf die Themen Würde und Menschenrechte aufmerksam zu machen. „Wir wollen andere dazu auffordern, sich Gedanken darüber zu machen. Unsere Verfassung ist nicht selbstverständlich und birgt neben vielen Rechten auch bürgerliche Pflichten“, erklärt Peck.

Im kommenden Jahr soll „der Tag der Verfassung“ wieder mit einer „normalen“ Demonstration begangen werden.

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