Bis zum Herbst soll das Mehrfamilienhaus an der Königsdorfer Straße fertig sein.
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Bis zum Herbst soll das Mehrfamilienhaus an der Königsdorfer Straße fertig sein.

Neues Mehrparteienhaus an der Königsdorfer Straße

Günstiger Wohnraum für Familien: Stadt Bad Tölz legt Mietpreise fest

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Bezahlbaren Wohnraum in Bad Tölz zu finden, ist alles andere als einfach. Um das Angebot zumindest ein bisschen zu verbessern, baut die Stadt derzeit ein Mehrfamilienhaus an der Königsdorfer Straße. Jetzt ging es um den künftigen Mietpreis

Bad Tölz - Entstehen werden in den Mehrfamilienhaus an der Königsdorfer Straße bis zum Herbst drei Drei-Zimmer- und sechs Vier-Zimmer-Wohnungen, die in erster Linie an Familien vermietet werden sollen. In der Finanzausschusssitzung ging es nun um die Frage, wie der Mietpreis aussehen soll.

Familien mit KInder werden bei der Miete subventioniert

Die Verwaltung schlägt vor, ein flexibles Modell zu wählen, auf das man auch schon bei den 18 Wohnungen setzt, die 2017 an der Osterleite entstanden sind. Dort gibt es Ermäßigungen für Rentner, wenn sie eine Ein- oder Zwei-Zimmerwohnung beziehen und eine gewisse Einkommensgrenze nicht überschreiten sowie für Familien mit minderjährigen Kindern. „Von den 18 Wohnungen sind derzeit sechs subventioniert“, sagte Kämmerer Hermann Forster in der Sitzung.

In der Königsdorfer Straße soll das nun ähnlich gehandhabt werden. Die Miete pro Quadratmeter soll 9,50 Euro betragen. Für Familien mit einem Kind unter 13 Jahren sinkt der Betrag auf 7,50 Euro. Bei einem Kind zwischen 13 und 18 Jahren wird immerhin noch ein Euro pro Quadratmeter nachgelassen. Eine Einkommensgrenze habe man nicht festgelegt, sagte der Kämmerer. Letztlich sucht aber die Stadt die Mieter aus – und unter den Bewerbern seien viele, die sich aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse einfach schwer tun, etwas auf dem freien Markt zu finden, andere verfügen über einen Wohnberechtigungsschein, so Forster.

Grüne wünschen sich längere Bezuschussung der Familien

Johanna Pfund (Grüne) fand es „super, dass es diese Möglichkeit gibt“. Sie haderte lediglich mit der Staffelung bei der Subventionierung. Kinder zwischen 13 und 18 Jahren würden ja nicht zwingend billiger. Sie plädierte dafür, Familien mit Kindern bis 18 Jahren zwei Euro pro Quadratmeter zu erlassen. Bärbel Weixner (Grüne) würde sogar noch weitergehen: Oft seien die Jugendlichen ja über das 18. Lebensjahr hinaus noch in der Ausbildung. „Eventuell könnte man die Familien länger bezuschussen.“

Forster war skeptisch – zumal das Modell eben auch für die Osterleite gelte und sich die Arbeitsgruppe Wohnen lange Gedanken über den richtigen Weg gemacht habe. „Sie können die Altersgrenze natürlich setzen, wo sie wollen, aber irgendwo hört die Subventionierung halt auf.“ Auch Peter von der Wippel (FWG) plädierte dafür, beim Osterleiten-Modell zu bleiben. „Es ist ja trotzdem eine sehr günstige Miete.“ Die Staffelung sei auch darin begründet, dass sich Eltern von älteren Kindern leichter tun, beide arbeiten zu gehen und damit die Verdienstmöglichkeiten steigen, sagte Bürgermeister Ingo Mehner (CSU).

SPD hofft auf weiteres Wohnbauprojekt der Stadt

Letztlich einigte sich das Gremium einstimmig auf das gestaffelte Mietmodell. Willi Streicher (SPD) freut sich über das Angebot an bezahlbarem Wohnraum. „Das ist genau das, was der freie Markt nicht hergibt.“ Er würde sich allerdings wünschen, dass das nächste Bauprojekt der Stadt in diesem Bereich angegangen wird, sobald das an der Königsdorfer Straße fertig ist. Der Kämmerer dämpfte hier allzu große Euphorie. „Ein drittes Projekt muss auch bezahlt werden“, sagte er mit Blick auf die Haushaltslage in den kommenden Jahren. „Allein über die Mieten lässt sich das nicht refinanzieren.“ Insgesamt investiert die Stadt in das Mehrfamilienhaus 3,9 Millionen Euro – inklusive einer Förderung von 1,5 Millionen Euro.  

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