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Zwischenbilanz zum Thomas-Mann-Jahr

„Haben eine Marktlücke getroffen“

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Die Stadt Tölz hat heuer das Thomas-Mann-Jahr ausgerufen. Und es ist ein voller Erfolg: Die Besucher rennen den Veranstaltern buchstäblich die Türen ein.

Bad Tölz – Gefüllte Säle, lebhafte Diskussionen und eine sehr große Nachfrage nach dem städtischen Flyer: Das ist die Zwischenbilanz, die Verantwortliche und Engagierte im Thomas-Mann-Jahr ziehen. „Es läuft hervorragend“, sagt Christof Botzenhart, Dritter Bürgermeister, Ideengeber und federführend im Organisationskomitee.

„Ich habe das Gefühl, dass wir da eine echte Marktlücke getroffen haben“, sagt auch Martin Hake. Der Buchautor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Thomas Mann – kein Wunder, lebt er doch neben dessen ehemaliger Villa in der Heißstraße, die 1917 verkauft wurde. Die Vortragsreihe zum Mann-Jahr sei bislang ein „grandioser Erfolg“, berichtet Hake: „Es waren immer alle Plätze besetzt, es mussten sogar noch Stühle herbeigeschafft werden.“ Hake freut sich auch über die gute Resonanz der „oft sehr sachkundigen Besucher“. Die Interessierten kommen aus der ganzen Umgebung in die Kurstadt. Hake weiß, dass schon einige Literaturliebhaber Zimmer für die große Tagung im September in Bad Tölz reserviert haben. Die Ausstellungen im Stadtmuseum kommen ebenfalls gut an. „Der Leihgeber der ausgestellten Erstausgaben, Albert von Schirnding, war begeistert“, sagt Hake.

Auch in der Tourist-Info spürt man das Interesse. „Wir haben den Flyer bereits zweimal nachbestellt, was für eine ungewöhnlich starke Nachfrage spricht“, berichtet Gabi Peters. Die Mitarbeiter an den Schaltern werden oft darauf angesprochen, und auch die in der TI präsentierten Bücher sind stark nachgefragt, so Peters. Eines davon ist „Nicht auf der Rasenkante gehen“. Es beschreibt die Zeit des Nobelpreisträgers in Bad Tölz. Die Frage, ob man Manns Landhaus besuchen könne, werde dagegen nicht so oft gestellt, sagt Peters: „Wir vermuten, dass viele Menschen bereits wissen, dass sich das Haus in Privatbesitz befindet.“

„Ja, das Thomas-Mann-Jahr übertrifft unsere Erwartungen“, sagt Christof Botzenhart. Das Feedback der Besucher sei sehr gut, so der Dritte Bürgermeister, der bei den zahlreichen Veranstaltungen auch zugegen ist und sie moderiert, etwa die Vorträge im Stadtmuseum. Viele Besucher hätten ihn schon gefragt, ob es die Vorträge der Literaturexperten nicht „irgendwann mal zum Nachlesen gibt“. Wahrscheinlich aber nicht, sagt Botzenhart. Nach der Zusammenkunft der Thomas-Mann-Gesellschaft im September werde es aber zumindest davon einen Tagungsband geben, tröstet Botzenhart.

Das Erbe von Thomas Mann soll von jetzt an jedenfalls dauerhaft im Stadtleben präsent sein. „Es soll kein Strohfeuer sein, das nur ein Jahr brennt“, sagt Botzenhart. Es sei geplant, Info-Tafeln aufzustellen, damit der Literaturnobelpreisträger „nachhaltig im Bewusstsein bleibt“.

Weitere Infos

Alle Infos zu den Thomas-Mann-Veranstaltungen sowie den Flyer zum individuellen Stadtrundgang auf Manns Spuren gibt es im Internet auf www.bad-toelz.de. Der nächste Vortrag findet am Dienstag, 27. Juni, im Stadtmuseum statt. Dr. Holger Pils, Geschäftsführer der Stiftung Lyrik Kabinett, spricht über die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

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