Jede einzelne Lampe wiegt 26 Kilogramm: Viel Arbeit für Monteur Claus Wöls und seine Kollegen, die derzeit im Tölzer Eisstadion für eine neue, stromsparende Beleuchtung sorgen. Foto: pr

Hacker-Pschorr-Arena: Es werde LED-Licht

Bad Tölz - Sommerpause im Eisstadion: Das gilt nur für die Sportler. Handwerker verbringen in der Arena derweil Höchstleistungen. 144 neue Lampen für eine Viertelmillion Euro wollen montiert sein – für die Umwelt und für fernsehtauglicheres Licht.

New York ist die Stadt, die nie schläft – und die Hacker-Pschorr-Arena das Eisstadion, das nie zur Ruhe kommt. Das Eis ist erst seit ein paar Tagen abgetaut, da rücken schon die Handwerker an, um die Arena fit für die neue Saison zu machen. In kürzester Zeit müssen sie alle Lampen am Stadiondach austauschen. Geschätzte Kosten: 250 000 Euro. „Eine Mords-Maßnahme“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber.

Die Quecksilber-Dampflampen, die bisher über den beiden Eisflächen hängen, sind gerade mal elf Jahre alt – und doch längst nicht mehr Stand der Technik. Angesagt sind nun LED-Leuchten. Es gibt gute Gründe dafür, dass die Stadtwerke für den Umbau eine Viertelmillion Euro in die Hand nehmen: „Das Licht ist besser und umweltfreundlicher“, erläutert Walter Huber. „Wir sparen damit 40 Prozent Strom ein.“ So war es bislang nicht möglich, das Licht bei Bedarf zu dimmen: „Es ging nur Volllast – oder ausschalten.“ Die Konsequenz: Die Putzkolonne reinigte die Tribüne unnötigerweise bei Festbeleuchtung. In Zukunft können die Eismeister die Beleuchtung bei Bedarf zurückdrehen.

Es gibt noch ein paar weitere Randaspekte, die für die neuen LED-Lampen sprechen: Sie sind fernsehtauglicher, und sie entsprechen den neuen DIN-Vorschriften, weil sie drei Aufhängungen haben und nicht zwei wie bisher. „Wenn mal eine Kette reißen sollte, gibt es kein Problem“, sagt Huber.

Was die Entscheidung für die Riesen-Investition erleichterte: Der Umbau fällt unter ein Förderprogramm für Klimaschutzprojekte. Somit gibt es einen satten staatlichen Zuschuss. Ein Viertel der Kosten übernimmt der Bund. Huber geht davon aus, das sich die Investition innerhalb von vier Jahren amortisiert hat: „Das macht die Sache für uns natürlich auch interessant.“

Viel Zeit bleibt den Arbeitern nicht. Bereits Ende Juni wird die Kühlanlage im Eisstadion wieder eingeschaltet, am 6. Juli beginnt die Eisbereitung. Huber: „Ich gehe aber davon aus, dass alles rechtzeitig fertig wird – die Arbeiter sind eishockeybegeistert.“

Dies bestätigt Monteur Claus Wöls, der einst im Nachwuchs des Eisclubs gespielt hat und auch als Schiedsrichter aktiv war. Sein Chef Klaus Göttinger stürmte zu Beginn der 90er-Jahre für die Tölzer Löwen in der 2. Bundesliga. Die Aufgabe sei recht anspruchsvoll, sagt Wöls, weil das Stadiondach gewölbt ist und trotzdem alle Lichter auf der gleichen Höhe hängen müssen: „Da muss man aufpassen.“ Der Laser-Meterstab ist im Dauer-Einsatz. Aber nicht nur Präzision, auch Muskelkraft ist gefragt: In der Haupthalle muss sein Team 80 Lampen installieren, in der Trainingshalle weitere 62. Jede einzelne wiegt 26 Kilogramm. Trotzdem geht Wöls davon aus, dass die Arbeiten Ende Mai oder spätestens Mitte Juni abgeschlossen sind.

Patrick Staar

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