Zwei mehrstöckige Gebäude
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Das Schulzentrum am Alten Bahnhof: Neben der Marie-Luise-Schultze-Jahn- sowie der Realschule liegt – erkennbar am Schornstein – das Biomasse-Heizkraftwerk. Es versorgt neben den Kreisschulen künftig auch das komplette Jahnschulareal.  

Stadt und Landkreis kooperieren

Hackschnitzelwärme fürs ganze Tölzer Schulzentrum

Nahwärmeversorgung hat viele Vorteile: Die zentrale Heiztechnik ist hocheffizient, und die Investitionskosten lassen sich umlegen. Noch besser ist es, wenn bereits ein Heizwerk besteht und man freie Kapazitäten nutzen kann. So ein Modell haben jetzt Landkreis, Stadt Bad Tölz und die Tölzer Stadtwerke entwickelt.

Bad Tölz – Der Landkreis hat neben der Realschule am Alten Bahnhof ein Biomasse-Heizwerk, das seit 2016 acht landkreiseigenen Schulen sowie zwei Wohngebäude versorgt. Durch die energetische Sanierung der Schuleinrichtungen wurden in jüngerer Zeit Kapazitäten frei. Diese sollen nach längeren Verhandlungen zwischen Kommune und Landkreis der Stadt zugute kommen.

Hintergrund: Die Stadt Bad Tölz errichtet derzeit auf dem Gelände der Jahnschule einen viergruppigen Kindergarten. 2021 fällt zudem der Startschuss für die Erweiterung der Jahnschule. Da für die Schule und die benachbarte Dreifachturnhalle neue Heizungsanlagen notwendig werden, wurden Überlegungen angestellt, das gesamte Areal über ein gemeinsames Nahwärmenetz zu versorgen. Angedacht war dafür zeitweise sogar ein kleines Biomassekraftwerk im Hang an der Scharnhorststraße.

Freie Kapazitäten werden genützt

Die jetzige Variante nützt die freien Kapazitäten des Landkreis-Heizwerkes. 450 Kilowattstunden können laut Rathaussprecherin Birte Otterbach geliefert werden. Der Gedanke, auch das Jahnschul-Areal anzubinden, lag nahe, da auch die unmittelbar benachbarte Benedikt-Trischberger-Schule am Krottenbach bereits angeschlossen ist. Dafür wurden, so ist der Pressemitteilung der Stadt zu entnehmen, vor Weihnachten die vertraglichen Weichen zwischen Stadt, Landkreis und Stadtwerken gestellt. Der Tölzer Bauausschuss stimmte ebenso zu wie der Schul- und Bauausschuss des Kreistags.

Bürgermeister und Landrat loben Projekt

Der Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner ist voll des Lobes über die Kooperation. Die Kombination der herkömmlichen Energienutzung mit regenerativen Heizformen „ist ein wichtiger Meilenstein auf unseren Weg zur Nachhaltigkeit und Energieeffizienz“. Mehner spielt damit darauf an, dass die in der Dreifachturnhalle bestehende Ölheizung durch einen Gaskessel mit zwei MW Leistung ersetzt wird, der in der Lage ist, Energiespitzen abzudecken. Auch Landrat Josef Niedermaier begrüßt das Projekt. „Das ist ganz im Sinne der Energiewende und dem Klimaschutzkonzept, dem sich Landkreis, Städte und Gemeinden verschrieben haben.“

Von einer „tollen Sache“ spricht auch Stadtwerke-Chef Walter Huber, dessen Haus seit Jahren die zentrale Nahwärmeversorgung in der Kreisstadt vorantreibt. „Der konsequente Ausbau des Netzes mit Holzbrennstoff und Kraft-Wärmekopplung in Tölz ist ein wichtiger Baustein, in den wir weiterhin gerne und mit Überzeugung investieren.“ Allein in den Jahren 2021 und 2022 belaufe sich das Investitionsvolumen auf 4,5 Millionen Euro.

Noch ist es Zukunftsmusik. Möglicherweise werde aber, schreibt Otterbach, künftig sogar das Fernwärmenetz im Lettenholz mit den Schul-Nahwärmenetz verbunden. Das würde zu weiterer wirtschaftlicher und energetischer Effizienz führen.  Von Christoph Schnitzer

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