Filmemacherin Ramona Gastl zeigt am Samstag Ausschnitte aus ihrer Dokumentation über den außergewöhnlichen russischen Puppenkünstler Wladimir Sacharov. Vor seinem Tod konnte sie ihn noch in seinem Atelier besuchen.
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Filmemacherin Ramona Gastl zeigt am Samstag Ausschnitte aus ihrer Dokumentation über den außergewöhnlichen russischen Puppenkünstler Wladimir Sacharov. Vor seinem Tod konnte sie ihn noch in seinem Atelier besuchen.

Filmabend am Samstag

Handpuppen mit besonderer Geschichte: Tölzer Marionettentheater stellt einzigartige Technik vor

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
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Wenn man von Marionetten spricht, ist in der Regel von großen Figuren die Rede, die an Fäden gezogen von oben bewegt werden. Aber es gibt auch ganz besondere Techniken – etwa die Befestigung von kleineren Figuren auf dem Handrücken.

Bad Tölz - Diese hochkomplexe Technik hat der verstorbene russische Puppenkünstler Wladimir Sacharov erfunden. Albert Maly-Motta, einer der beiden Leiter des Tölzer Marionettentheaters, ist vollends begeistert von dieser Technik des Spielens. Während des ersten Corona-Lockdowns hat sich der Technik-Tüftler in diese Art des Puppenbauens und -spielens vertieft und eine Figur namens „Stauni“ gebaut, die zum Beispiel in Videos des Tölzer Marionettentheaters während der Pandemie-Zeit die Zuschauer begeisterte.

Maly-Motta ist es nun ein Anliegen, die Bau- und Spielkunst von Wladimir Sacharov sowie dessen besondere Handpuppen einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Deshalb lädt er am Samstag, 16. Oktober, zu einem Filmabend ins Tölzer Theater ein.

Die Figur „Stauni“, gebaut von Albert Maly-Motta, haben die Tölzer während des Lockdowns im Video kennengelernt.

Zu Gast ist die schwäbische Journalistin Ramona Gastl, die Sacharov in den vergangenen Jahren mehrmals besucht und einen Film in seiner Werkstatt in Sibirien gedreht hat. Der Film „Illusia“ – er ist noch nicht ganz fertig – wird an diesem Abend in Ausschnitten gezeigt.

Figuren sind komplex zu spielen

In einer lockeren Talk-Runde wird sich Maly-Motta dann mit Gastl unterhalten und über die besondere Spieltechnik sprechen. Die Besucher können dabei auch die Figur „Lica“ (gesprochen: „Lisa“, es bedeutet „Fuchs“) anschauen. Eine solche Figur zu spielen, bedarf einiger Übung: Sie sitzt auf dem Handrücken, Zeige- und Mittelfinger stecken in den Hosenbeinen. Die Bewegungen von Armen und Kopf werden über ein winziges Fadenkreuz gesteuert. „Es ist eine Meisterleistung, in den mandarinengroßen Kopf so eine Technik einzubauen“, sagt Maly-Motta aus eigener Erfahrung. Es sei aber „großartig“, dass man die Hände und Finger der Figur steuern könne: „Sie kann zum Beispiel greifen.“

Der Theaterleiter arbeitet gerade an weiteren Figuren für die Tölzer Spielstätte und hofft, dass sein eigenes Interesse hier auf fruchtbaren Boden stößt. „Die Technik von Wladimir Sacharov ist weltweit einmalig. So etwas darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagt der Tölzer. Der Russe, eigentlich Roboter-Techniker, kam 2019 bei einem Brand in seiner Werkstatt ums Lebens. „Gott sei Dank konnten die Figuren gerettet werden.“  

Der Film- und Gesprächsabend findet am Samstag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr im Tölzer Marionettentheater statt.

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