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Frech und beweglich präsentiert sich Harry G auf der Bühne. Im wirklichen Leben heißt er Markus Stoll. 

Markus Stoll im Interview

„Der Harry G geht jetzt nicht mehr weg“

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Harry G kommt am 21. Juli zum zweiten Mal auf das Tölzer „Summer Village“. Davor unterhielt sich sein Schöpfer Markus Stoll mit dem Tölzer Kurier über seine Komiker-Karriere.

Bad Tölz – 2013 hat Markus Stoll den Grantler Harry G erfunden und ist – dank Video-Rennern auf Youtube – deutschlandweit bekannt geworden. Akribisch beobachtet der Comedian den Trend-Münchner, den er mittlerweile nicht mehr nur „Isarpreiß“ nennt. Am Freitag, 21. Juli, kommt Harry G mit seinem neuen Programm „HarrydieEhre“ auf das Tölzer Festival „Summer Village“. Davor unterhielt er sich mit Kurier-Mitarbeiter Tobias Gmach.

-Herr Stoll, Sie haben schon mal auf dem Summer Village im Zirkuszelt gespielt. Gibt es einschneidende Erinnerungen?

Ja, vor allem weiß ich noch, dass es im Zelt eine unglaubliche Hitze hatte. Erst ist das Kondenswasser von der Decke getropft, und am Ende ist alles geschwommen.

-Das ist jetzt zwei Jahre her. Wie haben Sie sich seither als Comedian verändert?

Da ist viel passiert. Man ist erwachsener geworden auf der Bühne – und beständiger.

-Heißt erwachsener auch ernster?

Nein, auf keinen Fall. Im Gegenteil, ich glaube, mit der Sicherheit kommt auch mehr Mut, mal so richtig über die Stränge zu schlagen. Und ich habe in den letzten fast vier Jahren nicht nur meinem Publikum, sondern auch mir gezeigt: Den Harry G gibt es jetzt, und der geht auch erstmal nicht mehr weg.

-Hatten Sie Zweifel, dass es auf Dauer schwierig werden könnte?

Selbstzweifel hatte ich nicht wirklich, nur musste ich ja das Umfeld, in dem ich mich auf einmal bewegte, erst durchdringen. Aber ich gebe zu, dass ich mir selbst immer einen gesunden Druck auferlege. Du bist als Comedian ständig gefordert, was Neues zu bringen.

-Was gibt es Neues seit dem „Isarpreiß“?

Im Programm geht es um Themen, denen der moderne Trend-Münchner nachjagt. Das erinnert an den Isarpreiß, greift aber weiter.

-Sind Trends allgemein ein Leitmotiv für Sie?

Absolut, so etwas wie Crossfit-Trainings oder grüne Smoothies. Aber nicht nur: Mir geht es auch um Massenphänomene, die keiner mehr hinterfragt. Brunchen zum Beispiel: Warum tu ich mir das an? Oder Joggen...

-Was ist an Joggen so schlimm?

Gar nichts! Aber bei den meisten bringt’s gar nichts. Und trotzdem macht man es. In die Kategorie „Alltagsnarrische“ gehören aber vor allem wahnsinnige Münchner Radfahrer, speziell Berufspendler. Wenn man nur einen Fuß auf den Radweg setzt, hört man sie schon schreien: „Das ist ein Radweg!!!“ Grausame Menschen...

-Haben Sie eigentlich Vorbilder im Comedy- oder Kabarettbereich?

Ich folge vielen amerikanischen Comedians. Die trauen sich was auf der Bühne. In Deutschland hat mir Harald Schmidt immer gut gefallen. Weil er sich bei vielen Themen immer wieder gefragt hat: Ist das alles eigentlich noch normal?

-Sie kooperieren schon länger mit Günter Grünwald im Bayerischen Rundfunk. Wünschen Sie sich eine eigene Fernsehshow?

Wünschen schon, wenn es was ist, was zu mir passt. Wir basteln gerade an passenden Formaten, da wird mal was kommen, denke ich. Aber um jeden Preis muss es nicht sein, das muss dem Harry G schon taugen.

-In einem Video auf Ihrer Homepage parodieren Sie Menschen mit Funktionskleidung – und ganz konkret die Outdoormarke „Jack Wolfskin“. Hat sich die Firma schon bei Ihnen gemeldet?

Ja, sie haben einen Post unter dem Video hinterlassen. Ich bin froh, dass sie mich nicht angezeigt haben (lacht). Aber im Ernst: Ich habe das vorher geprüft. Da hätte nicht viel passieren können.

-Sie sind mit Youtube-Videos bekannt geworden. Wie wichtig sind soziale Medien heute für Sie?

Wahnsinnig wichtig, vor allem wegen meiner Zielgruppe. Günter Grünwald zum Beispiel hat etwas ältere Zuschauer, für ihn dürften soziale Medien nicht ganz so wichtig sein, er wurde auch zu einer anderen Zeit groß. Für uns alle gilt: Die Online-Welt wird schnelllebiger. Und es gibt immer mehr Content.

-Muss man dann selbst für mehr Content sorgen um mitzuhalten?

Ja, absolut. Oder man verweigert sich total. Dann muss man aber damit rechnen unterzugehen. Ich versuche meistens, durch die Qualität des Contents zu punkten, nicht durch die Quantität.

Karten und Gewinnspiel

Wie vor zwei Jahren eröffnet der Tölzer Komiker Tom Oswald den Abend auf dem Summer Village. Karten für den Auftritt von Harry G gibt es beim Tölzer Kurier (Marktstraße 1), bei der Tourist-Info und online bei München-Ticket. Die Redaktion verlost zudem zwei Bücher, drei CDs und drei DVDs von Harry G. Wer mitspielen will, beantwortet folgende Frage: Wie heißt Harry G mit richtigem Namen? Rufen Sie uns an! 0 13 78/80 66 20. Telemedia Interactive GmbH; pro Anruf 50 Cent aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk teurer. Oder senden Sie eine SMS an 32223 mit dem Text MM TOEL + Lösung + Name und Adresse. 49 Cent pro SMS (T-Mobile inkl. 0,12 Euro Transportkosten). Die Leitungen sind bis Sonntag um Mitternacht frei. Weitere Infos auf www.harry-g.com.

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