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Kurdirektorin Brita Hohenreiter wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Offener Brief an die Kurdirektorin

Harsche Kritik von Tölzer  Gastgebern 

Geballter Frust und negative Stimmung herrschten vor, als sich die Tölzer Gastgeber im vergangenen Mai zu einem Gedankenaustausch mit Tölzer Stadträten trafen. Die Vertreter von drei Häusern, Wolfgang Suttner, das Ehepaar Inge und Ernst Lill sowie Rita und Paul Drindl-Förg legten nun noch einmal nach. 

Bad Tölz – In einem geharnischten Brief an Kurdirektorin Brita Hohenreiter stellen „die Familienunternehmer“ der Tölzer Tourist-Info ein schlechtes Zeugnis aus: Gefördert würden in Tölz nur noch Kliniken und Reha-Betriebe. Die touristische Ausrichtung fehle völlig. Es gebe „kein Konzept, keine Planung, keine Zukunft“, ziehen sie eine düstere Bilanz.

Die Kurdirektorin findet die Aussagen in ihrem Antwortschreiben „unverständlich“ und geht ihrerseits in die Offensive. Für die angebliche Bevorzugung von Kliniken und Reha gebe es keine Faktengrundlage. Die drei Häuser (Leonhardihof, Landhäuser Förg und Appartements Lill) beteiligten sich aber nicht an TI-Angeboten wie Pauschalen, BKK- und Stammgastwochen oder Messen.

Auch die in den Raum gestellten Ankurbelungsmaßnahmen wie ein neues Spa kommentiert Hohenreiter eher bitter: Von der Verwaltungsseite habe es enorme Bemühungen für ein Spa gegeben. „Positiv getragen wurde das Projekt von Seiten der Gastgeber leider nie.“

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Harsch fällt das Gastgeberurteil auch in Sachen Kommunikation zwischen Gastgebern und TI-Chefin aus. Man erwarte „mindestens einmal im Monat einen umfassenden Newsletter an alle Gastgeber, da dieser seit Jahren nicht mehr durch Sie gepflegt wird“.

Ein Vorwurf, den Hohenreiter nicht auf sich sitzen lässt. Den Wunsch auf Austausch sehe sie grundsätzlich positiv. Leider seien die früheren Gastgeber-Stammtische zuletzt äußerst schlecht besucht worden. Die TI-Chefin kann sich auch eine Spitze nicht verkneifen. Wolfgang Suttner habe bis auf einen Termin sowieso nie teilgenommen. Auch sei der Unternehmerverein, Sparte Tourismus, mit seinem Engagement auf taube Ohren gestoßen.

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Was muss eine Tourist-Info leisten? Darüber bestehen bei den Gastgebern ganz andere Ansichten als bei der Stadt. So fordern Förg, Lill und Suttner, dass der Internetauftritt der Stadt eine provisionsfreie Buchungsmaschine enthält, in die alle Gastgeber integriert sind. Begründung: Über die steuerlichen Abgaben an die Stadt würden bereits jährlich sehr hohen Einnahmen für die Stadt generiert. Aufgelistet werden die Fremdenverkehrsabgabe, der Kurbeitrag und die Gewerbesteuer.

Hohenreiter hält dagegen: Sie fände es schade, dass sich die Beschwerdeführer gegen eine – bezahlte – Anzeige im Prospekt 2020 entschieden hätten. Die Einnahmen aus den Anzeigenerlösen deckten gerade einmal die Portokosten. Für den Internetauftritt und die umfangreichen Werbemaßnahmen für den Prospektabsatz stelle die Stadt „Gelder in ausgesprochen großzügiger Höhe“ zur Verfügung. Der Kurbeitrag fließe in die Gästekarte, der Fremdenverkehrsbeitrag werde zweckgebunden eingesetzt.

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Der Wunsch der Gastgeber, dass die Buchungsmaschine deutlich mehr Auswahlkriterien (Personenzahl, Art der Unterkunft, Lage, Klassifizierung, barrierefrei) bietet, sei laut Hohenreiter im derzeitigen Buchungsportal bereits umgesetzt. Auf der Tölzer Internetseite soll dies im Jahr 2020 erfolgen. Was das Buchungsportal betrifft, werde derzeit ein Wechsel geprüft, schreibt Hohenreiter. „Inwieweit das Angebot provisionsfrei möglich sein wird, kann ich zum jetzigen Stand noch nicht sagen.“

Abschließend macht Hohenreiter ein Gesprächsangebot, knüpft dies aber an eine Bedingung. Sinn mache so etwas nur bei einer grundsätzlichen Bereitschaft aller Beteiligten für ein positives Miteinander.

Von Christoph Schnitzer

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