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Mücken verderben manchem derzeit den Aufenthalt im Freien . 

Lästige kleine Blutsauger

Hausmittel gegen Mücken: Wackersbergerin empfiehlt Rosmarin auf dem Fensterbankerl

Viele zieht es derzeit an die Badesee. Getrübt wird die Freude eigentlich nur von lästigen kleinen Plagegeistern.

Bad Tölz-Wolfratshausen Endlich Sommer. Viele zieht es nach Feierabend noch an die Isar oder an den See, um sich noch einmal kurz im kühlen Nass zu erfrischen. Doch das Vergnügen ist nicht ungetrübt. Schuld sind die zahllosen Mücken. Die starken Regenfälle im Mai und die daraus folgenden Überschwemmungen boten den Larven ideale Bedingungen. Die Auswirkungen sind zum Teil drastisch: Bei einem Fußballspiel am Ammersee musste vor wenigen Tagen ein Spieler mit über 460 Stichen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am Chiemsee setzt man auf dasMückenbekämpfungsmittel BTI, um der Insekten Herr zu werden.

Nicht gut findet das Birgit Oberhuber, Betreiberin des Maikiki-Kiosks am Kirchsee. „Da geht der Naturschutz einfach vor, und nach zirka drei Wochen ist der Spuk sowieso schon wieder vorbei“, sagt sie. Oberhuber hofft, dass die für die kommenden Tage angesagte Hitze die verbliebenen Pfützen verschwinden lässt – und zugleich auch die Mücken.

Sind die Stiche auch gefährlich?

Trotzdem: Wer im Freien arbeitet, baut vor. So wie Stefanie Seibeker, Kellnerin im Wirtshaus „Flößerei“ in Wolfratshausen. Das Gasthaus liegt direkt an der Loisach. Wie die anderen Mitarbeiter sprüht sie schon morgens Autan auf die Haut. Den Gästen werde bereits bei der Reservierung vorsorglich gesagt, dass vor allem am Abend die Mücken erheblich stören könnten.

Stiche sind eindeutig lästig. Aber sind sie auch gefährlich? Dr. Tom Heller, Oberarzt und Infektiologe der Inneren Medizin an der Tölzer Asklepios-Klinik, beruhigt. „Mückenstiche ,Made in Germany’ sind aufgrund des damit verbundenen Juckreizes und der leichten Schwellung der Haut zwar unangenehm, aber eigentlich ungefährlich.“ Mit dem Stich gelange ein „örtlich betäubendes und blutgerinnungshemmendes Sekret in die Stichwunde. Dadurch wird der Botenstoff Histamin freigesetzt, der für die Quaddelbildung und den lästigen Juckreiz verantwortlich ist. Einige Menschen reagieren stärker als andere, zum Teil auch mit heftigen Ausschlägen, aber wirkliche allergische Reaktionen sieht man zum Glück sehr, sehr selten“, so Heller.

Gefährlich kann es werden, wenn die Stiche aufgekratzt werden, denn dann könnten Bakterien in die Wunde gelangen. Deshalb sollte der Stich am besten gekühlt oder mit einer entsprechenden Salbe versorgt werden, rät Heller.

Einem Herrschinger Rechtsanwalt reicht’s jetzt mit den Mücken. Er sieht sich in seinen Grundrechten verletzt, weil staatliche Stellen nichts gegen die Mückenplage am Ammersee unternehmen.

Sind manche Menschen anziehender für Mücken

Stimmt es eigentlich, dass manche Menschen auf Mücken anziehender wirken? „Was genau Mücken anzieht, ist nicht immer klar, sie stehen auf Kohlendioxid, und da wir das alle ausatmen, sind wir alle Beute“, so Heller. „Aber auch andere Stoffwechselprodukte, die wir beispielsweise über den Schweiß absondern, werden von Mücken besonders wahrgenommen. Da riecht jeder ein bisschen anders, und tatsächlich gibt es Menschen, die wohl für die Mücken attraktiver sind als andere.“ Japanische Wissenschaftler hätten beispielsweise in einer Studie belegt, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 doppelt so häufig gestochen werden wie Menschen mit Blutgruppe A.

Als Schutz gegen die lästigen Blutsauger empfiehlt der Oberarzt Mückensprays – bevorzugt mit dem Wirkstoff DEET. Dessen Konzentration sollte mindestens 30, besser noch 50 Prozent betragen.

Diesen Wirkstoff oder Icaridin empfiehlt auch Christopher Hummel, Sprecher der Apotheker im Landkreis. Bei Kleinkindern sollten allerdings nur natürliche und homöopathische Stoffe angewendet werden. Bei der Behandlung von Mückenstichen schlägt der Apotheker „Bite away“ vor. So heißt ein elektronisches Gerät, das mit einer Hitze von 50 Grad die Eiweißhülle, in der sich die Juckreiz auslösenden Bakterien befinden, zerstört. Ansonsten könne man auf Gele wie Aloe Vera, Fenistil oder Soventol zurückgreifen, sagt Hummel. „Es ist ratsam, sie im Kühlschrank aufzubewahren, um den Kühleffekt zu verstärken“, so Hummel.

Natürliche Hausmittel gegen Mücken kennt Maria Walser vom Glaswinklerhof bei Wackersberg. Um den schmerzenden Stichen vorzubeugen, helfen ätherische Öle, beispielsweise aus Lavendel. Zu beachten sei aber, dass manche Menschen empfindlich auf diese reagieren können. Die Wohnung könne auch gut durch Tomatenpflanzen, Thymian und Rosmarin auf dem Fensterbankerl geschützt werden. Nach einem Stich helfe Spitzwegerich am besten – frisch zerrieben, als Tinktur oder Salbe. „Von großräumiger Vernichtung halte ich nichts, denn Mücken sind als Nahrungsmittel für Vögel, Frösche und Lurche wichtig für den Erhalt unserer Artenvielfalt“, sagt Walser.

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