+
Die alten Alpamare-Parkflächen: Die Jod AG fragte beim Landratsamt nach, ob sie für eine Asylbewerber-Unterkunft geeignet sind. 

Heftige Kritik an der Jod AG

Asyl-Unterkünfte auf ehemaligem Alpamare-Parkplatz geplant

Bad Tölz - Den Tourismus zu sichern, das ist das eine Ziel eines neuen Sondergebiets Bäderviertel. Das andere ist, die Jod AG zu bremsen, die auf den alten Alpamare-Parkplätzen Flüchtlingsunterkünfte errichten will. 

Zwei Gründe gibt es, warum die Stadt ein neues Sondergebiet wünscht: Die Bemühungen der Stadt, die Gesundheits- und Tourismus-Destination Bad Tölz zu beleben, sollen durch Reserveflächen etwa für Hotels und Tagungsbetriebe flankierend geschützt werden. Was jetzt mit Wohnungen „zuzementiert wird“, so Bauamtsleiter Christian Fürstberger, sei für immer und ewig weg. Ergänzende Wohnmodelle zur Quersubventionierung von Fremdenverkehr ist aber möglich. Das Konzept muss stimmen.

Zweiter Grund: Die Jod AG hat für ihre umfangreichen Flächen im Badeteil erklärtermaßen keine touristische Nutzung mehr im Auge. Nicht nur das: Sie hat, an der Stadt vorbei, beim Landratsamt angefragt, ob denn auf den früheren Alpamare-Parkplätzen Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge möglich wären. Und zwar offenbar keine Container, sondern feste Wohnbauten, so wie sie die Stadt oben auf der Flinthöhe plant, mit dem Ziel, sie später als sozialen Wohnraum zu nutzen.

Ein späteres Baurecht auf bisher unbebauten Flächen im Badeteil zu „präjudizieren“ ist wohl auch das Ziel des Jod-AG-Vorstoßes. „Da sollen Pflöcke eingeschlagen werden“, sagte Fürstberger. Auch benachbarte Grundeigentümer sind offenbar beim Landratsamt vorstellig geworden, um Raum für Asylunterkünfte anzubieten. Es sei „perfide und eine Frechheit“, schimpfte Camilla Plöckl (SPD), wenn über den Umweg Asylunterkunft Baurecht erstritten werden solle. Rund 550 Flüchtlinge, so ergänzte Bürgermeister Josef Janker, leben derzeit in Bad Tölz. Die Stadt komme ihren Pflichten also mehr als ausreichend nach.

Diese Grundstücke umfasst das Sondergebiet.

Im Hinblick auf die problematische Nutzung der denkmalgeschützten Wandelhalle regte sich im Stadtrat durchaus Verständnis für die Jod AG. Eine Ansiedlung von Hotels werde im Sondergebiet nicht erleichtert, wenn nebenan der Putz von der Wandelhalle bröckle, sagte Peter Wiedemann (FWG) und forderte, „alles auszuschöpfen“, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart sah allerdings schwarz: „Ein vernünftiger Dialog ist mit der Jod AG nicht möglich.“ Willi Streicher (SPD) hielt das von allen Fraktionen begrüßte Sondergebiet sowie die Veränderungssperre durchaus für einen guten Ansatz. „Im Grunde heißt die Botschaft doch: Wer mit einem gescheiten Konzept kommt, dem sind alle Türen geöffnet.“ Streicher hatte noch eine persönliche Anmerkung. Er sei „heute noch beleidigt“, dass die Stadt seinerzeit eine teilweise Bebauung des Herderparks – mit den Fontavia-Villen – zugelassen habe. Umso wichtiger sei es, den Rest des Parks als Grünfläche zu schützen. „Die Münchner kämen ja auch nie auf die Idee, den Englischen Garten zu bebauen. Das ist unser Englischer Garten.“

Ganz entspannt beurteilte Franz Mayer (Grüne) den Streit zwischen Stadt und Jod AG und die Sorge, dass sich nun nichts mehr bewegt im Badeteil. Die Jod AG wolle künftig keine Rolle mehr im Tölzer Tourismus spielen und stelle auch keine Flächen dafür zur Verfügung. „Dann gibt’s ja kein Problem“, so Mayer spöttisch. „Dann wird nicht gebaut und wir haben auch in 30 Jahren noch Reserveflächen für den Tourismus.“

Christoph Schnitzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hans Söllner live auf dem Summer Village
Hans Söllner live auf dem Summer Village
Kollision in Bad Heilbrunn: Drei Verletzte
Ein Kochler (80) gerät auf die Gegenfahrbahn, streift einen entgegenkommenden Wagen und kracht dann frontal in einen weiteren. Die Unfallbilanz in Bad Heilbrunn am …
Kollision in Bad Heilbrunn: Drei Verletzte
Toni Lautenbacher und Regina Danner gewinnen Hohenburger Schlosslauf
Toni Lautenbacher und Regina Danner gewinnen Hohenburger Schlosslauf
Wunsch an die Beurer „Flugschüler“: Immer die richtige Höhe halten
22 Schüler der Mittelschule Benediktbeuern haben den Quali bestanden - fünf davon mit einer 1 vor dem Komma.
Wunsch an die Beurer „Flugschüler“: Immer die richtige Höhe halten

Kommentare