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Haben dieser Tage rund 30 Auftritte zu bewältigen: Die Reichersbeurer Brüder Nepomuk (li.) und Leander Poschenrieder als Nikolaus und Krampus. 

Besuche sind unvergessliches Erlebnis

Der heilige Nikolaus mahnt zum Zähneputzen

Der heilige Nikolaus ist im Tölzer Landkreis unterwegs – meist in Begleitung vom Krampus. Für die Kinder ist das meist ein unvergessliches Erlebnis.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Katharina Gabriel aus Ried teilt den Nikolaus für seine Runden im Bereich Kochel, Ried, Walchensee und Schlehdorf ein. Seit über 20 Jahren bietet hier die Junge Union Kochel einen Nikolaus-Service an. Heuer sind vier Teams unterwegs. Am Mittwochabend kamen sie bei insgesamt 24 Familien vorbei, „in hochwertigen Gewändern aus dem Kirchenbedarf und mit Mitra und Bischofsstab“, wie Katharina Gabriel, die 2. Vorsitzende der Jungen Union, berichtet.

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Die 29-jährige Mutter zweier Töchter (4 und 6) freut sich selbst auch über den Besuch vom heiligen Mann. „Ich sehe bei meinen Kindern, dass das Zähneputzen danach für einen Monat sehr gut funktioniert“, sagt sie lachend. Dabei trete gerade der dunkle Begleiter heute zurückhaltender auf als noch zu ihrer Kindheit. „Ich habe mich früher vor dem Krampus unter der Ofenbank versteckt.“

Viel häufiger sind freilich positive Reaktionen. „Für den Nikolaus ist es einfach schön, die glänzende Augen der Kinder zu sehen, und wie sie respektvoll und aufmerksam dasitzen“, sagt Katharina Gabriel. „Ganz toll ist es auch, wenn die Kinder ein Gedicht aufsagen oder dem Nikolaus ein Bild schenken.“

Vierfach im Einsatz: Diese Nikolause und Krampusse von der Jungen Union waren am Mittwoch unterwegs . 

Vom Nikolaus-Service der Jungen Union profitieren übrigens alle Kinder vor Ort. „Wir arbeiten rein auf Spendenbasis, und unsere Einnahmen kommen Kindern in unseren Gemeinden zugute. Dieses Jahr wollen wir uns zum Beispiel an Spielgeräten für den Rieder Kinderspielplatz beteiligen.“

Krampus wartet manchmal im Treppenhaus

Seit gut zehn Jahren haben die Reichersbeurer Brüder Nepomuk (37) und Leander Poschenrieder (35) Erfahrung als Nikolaus und Krampus. Die beiden – ganz zeitgemäß erreichbar unter hl-nikolaus@gmx.de – gehen vier Tage lang auf Tour zu Familien, Firmen- und Vereinsfeiern rund um Tölz, den Tegernsee und Grünwald. Nepomuk Poschenrieder – übrigens selbst frisch gebackener Vater – und sein Bruder finden es schön, wenn sich für ihren Besuch die ganze Familie versammelt, vielleicht sogar festlich herausputzt und das Haus schmückt. „Wir stellen uns immer mit viel Fingerspitzengefühl auf jede Familie ein – denn mit einem Moment kann man die ganze Situation kaputtmachen“, sagt Nepomuk. Der Krampus wartet deswegen auch schon mal im Treppenhaus. Mit dabei sein muss er aber. „Ich brauche ja jemanden, der die Geschenke hereinträgt“, erklärt Nepomuk alias Nikolaus. „Das kann schon anstrengend werden, wenn man ein ganzes Schlagzeug anschleppen muss“, erinnert sich „Krampus“ Leander an eine Situation. Die zwei 50-Liter-Säcke, die das Duo standardmäßig dabei hat, würden nicht immer für alle Gaben ausreichen. „80 Prozent der Leute verschenken aber nur kleine Sackerl“, fügt er hinzu.

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Bei den Worten des Nikolaus sollte der Humor nicht fehlen, findet Nepomuk Poschenrieder. „Es darf auch mal eine Spitze gegen den Opa dabei sein.“ Die Brüder sind sich auch ihres pädagogischen Auftrags bewusst. Leander listet Punkte auf, zu denen sie die Kinder schon ermahnen mussten: zum Beispiel „im Supermarkt keine fremden Frauen erschrecken, der Schwester nicht die Haare schneiden oder am Tisch nicht rülpsen“.  

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