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Bitte lächeln : Ein ganzes Konzert nur für die Kamera spielte am Sonntagabend die Band „Heimatdamisch“ im Tölzer Kurhaus. 

Tausende klicken rein

Heimatdamisch gibt Konzert ohne Live-Publikum

Was lässt man sich nicht alles einfallen zu Corona-Zeiten. So hat die Bad Tölzer Band Heimatdamisch nun ein Online-Konzert gegeben.

Bad Tölz – So ist das mit Konzerten in Zeiten von Corona: Die Band kommt auf die Bühne, beginnt zu spielen und unter Einsatz einer Menge Technik kann das Publikum den Auftritt daheim vor dem Bildschirm miterleben.

Einen sogenannten „Live-Stream“ hatte auch die Tölzer Formation „Heimatdamisch“ am vergangenen Sonntagabend geplant, doch leider gab es Probleme mit dem Internet. Die Zuschauer bekamen also ab 20.15 Uhr eine Aufnahme zu sehen, die zwei Stunden zuvor im Kurhaus entstanden ist. „Es machte aber keinen großen Unterschied“ versicherte „Heimatdamisch“-Bandleader Florian Rein, „außer, dass ich mich während des Videos selbst um die Kommentare kümmern konnte.“

Kommentare aus der ganzen Welt

Und die hatten es in sich. Aus der ganzen Welt, zum Beispiel aus Italien, Spanien oder Holland, ja sogar Russland; aber auch aus Übersee wie Mexiko, Kanada, USA, Hawaii und sogar Australien, Afghanistan und Usbekistan hatten sich Zuschauer dazu geschaltet, um den 75 Minuten schräger, poppiger und stimmungsfördernder Volksmusik zu lauschen und daheim allein oder mit Familie mitzugrooven. „Headbanging alone in my living room“ schrieb einer, und „Keep Landler!“ ein anderer. Die vogelwilde Mixtur aus populären Hits des Rock, Pop- und Heavy-Metal-Genres mit Volksmusik im Oberkrainer-Stil trifft den Nerv von vielen partyfreudigen Musikfreunden. Konzertsäle, Bierzelte und Festivals landauf und landab haben „Heimatdamisch“ mit ihrem tanzbaren Sound schon zum kochen gebracht. Es war ein „Wiederhören“ ihrer eigenwilligen Versionen von „Highway to hell“ über „Queen“-Klassiker bis hin zu „99 Luftballons“ oder „Hit me Baby one more time“ beim heimatlichen „Stelldichein in Oberkrain“.

Bis zu 820 Zuschauer waren es am Abend selbst, doch bereits am nächsten Tag konnte Rein etwa 7000 Aufrufe des Videos zählen. „Ich bin selber verblüfft, wo die alle herkamen“, sagt er, vermutet aber, dass die zuvor bereits veröffentlichten Youtube-Videos ihnen schon eine Fangemeinde beschert hatten. Durchweg begeisterte Kommentare waren während der Videopremiere mitzulesen; jeder konnte sich daran beteiligen.

Ungewohnte Erfahrung für Musiker

Für die Musiker war es eine ungewohnte Erfahrung, allein auf der Bühne im Kurhaus vor einem leeren Saal zu spielen. „Es fühlte sich schon seltsam am“ gibt Rein zu, „Totenstille, wenn ein Lied aus war; kein Applaus, der die Zeit zwischen den Stücken füllt.“ Motiviert fühlten sie sich trotzdem, denn: „Wir hatten große Lust zu spielen und waren froh, dass wir endlich wieder gemeinsam musizieren durften.“ Neben der Stammbesetzung, bestehend aus Conny Kreitmeier, Michi Wiedenmann, Max Grasmüller, Dominik Glöbl, Martin Schnitzer, Markus Orterer und Benedict Waldmann waren noch drei Gastmusiker für die Aufnahmen eingeladen: Alex Wesselsky und Christian Schuhbeck als Sänger und Christian Loferer mit dem Alphorn.

Noch sind keine konkreten echten Auftritte von „Heimatdamisch“ geplant, einzig im August steht ein Autokinokonzert an. Florian Rein ist überzeugt davon, dass es für sie auch ab September noch nicht wieder losgehen wird. Deshalb nutzen die Musiker die Zeit, eine neue CD aufzunehmen – und eventuell ein zweites Live-Stream-Konzert zu geben.

Die nächste große Tour ist dann für 2022 in Arbeit. Wer sich das Video selbst anschauen will: Zu finden ist es auf Youtube unter „Heimatdamisch“.

Text: Ines Gokus

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