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Polka-Rock im Kinderparadies: In einem Allgäuer Hotel produzierten The Heimatdamisch ihre Version von „Highway to hell“ - nur mit Reins Handy-Kamera.

Oberkrainer-Version von „Highway to hell“ wird viral 

Heimatdamisch-Video erreicht mit AC/DC-Cover Millionen Menschen

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Auf dem „Highway to hell“ rauschen „The Heimatdamisch“ durch Facebook. Das AC/DC-Cover hat der Party-Band um Florian Rein sogar Anfragen aus Brasilien und den USA beschert. 

Bad Tölz - „Wir wollen ehrlich sein. Wir wissen nichts über diese deutsche Stadt Bad Tölz. Nur, dass der Ramones-Bassist Dee Dee dort bei der US-Armee stationiert war.“ Das schreibt das Magazin Classic Rock auf seinem Internet-Portal Teamrock, wo sonst eher Paul McCartney, Bruce Springsteen oder Metallica verarztet werden.

Wie die britische Musikpresse auf Tölz aufmerksam geworden ist? Schuld sind „The Heimatdamisch“: Ein Video der Party-Band geht gerade um die Welt: Acht Musiker spielen in bayerischer Tracht eine Oberkrainer-Version des AC/DC-Klassikers „Highway to hell“ - auf einem Indoor-Kinderspielplatz. Härter könnten die Kontraste nicht sein. 

Kommentare von „Awesome“ bis „Gotteslästerung“

„Wunderbar“, „Awesome Guys!“ „C‘est magnifique“: Auf Youtube wird die Oberland-Formation um die Bananafishbones-Mitglieder Florian Rein und Sebastian Horn in mehreren Sprachen gefeiert. Classic Rock mit seinen 1,6 Millionen Facebook-Fans hat das Video geteilt - und viele Reaktionen von Musikfans hervorgerufen. Neben jeder Menge Lob liest man dort aber auch Kommentare wie „Meine Ohren bluten“ oder etwas von „Gotteslästerung“ - mit Verweis auf das ACDC-Original. 

Musikproduzent Rein hat die Band, die Hits von Nirvana, Nena, Joe Cocker oder Iron Maiden mit Blech-Bläsern und Marsch-Schlagzeug krachend bayerisch interpretiert, 2015 gegründet. Nichtsahnend habe er das Highway-to-hell-Video vergangenen Oktober hochgeladen - und mittlerweile weltweit 27 Millionen Menschen auf Facebook erreicht. „Ich bin selbst überrascht und immer noch überrumpelt, das hat sich verselbstständigt“, sagt Rein.

Konzertanfragen aus Japan, Neuseeland und USA

Die Folge des Online-Hits: Konzertveranstalter aus USA, Australien, Japan und Neuseeland wollen The Heimatdamisch auf ihren Bühnen sehen. Sogar auf der brasilianischen Oktoberfest-Version in Blumenau soll die Band auftreten. Ein Reiz, keine Frage, sagt Rein: „Aber für neun Leute (inklusive Techniker) muss man die Flüge und Unterkünfte erstmal finanziert bekommen.“ Eine Konzertreihe in den USA haben sich die Heimatdamischen laut Rein für 2018 vorgenommen. Zunächst geht es im Herbst für ein paar Konzerte nach Norwegen und Schweden, Festival-Gigs sind in Frankreich und den Niederlanden geplant.

Minimaler Aufwand: Rein schnallte sein Smart-Phone auf ein Stativ

Ein einziges Video kann in der digitalisierten Musikwelt internationale Begehrlichkeiten wecken. Noch dazu eines, das mit minimalem Aufwand am Rande eines Konzerts im Kinderparadies eines Allgäuer Hotels entstanden ist. Schlagzeuger Rein schnallte einfach sein Smart-Phone auf ein Stativ, die Band performte zur Studio-Aufnahme, fertig war der virale Hit.

Am vergangenen Wochenende hat die Gaudi-Gruppe übrigens ein neues Filmchen gedreht, das bald durch die sozialen Medien rauschen soll. Gar nicht so unwahrscheinlich, dass die britische Presse dann schreibt: „So habt ihr ,Run to the hills‘ von Iron Maiden noch nie gehört.“   

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