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Das Stück „Kristallplanet“ wird seit Jahren regelmäßig im Tölzer Marionettentheater aufgeführt.

Herbert W. Franke im Tölzer Marionettentheater geehrt

Der Großmeister der Science-Fiction-Literatur

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Große Auszeichnung für Herbert W. Franke: Der Wissenschaftler und Sciene-Fiction-Autor, der in Puppling lebt, wurde zum „Grand Master of Science Fiction“ ernannt. Überreicht wurde die Auszeichnung am Samstag im Tölzer Marionettentheater.

Bad Tölz– Die Lebensleistung von Herbert W. Franke in einer Laudatio zusammenzufassen, ist fast unmöglich. Auf zu vielen Gebieten – von der Computerkunst bis zur Höhlenforschung – ist der 89-jährige gebürtige Wiener ein Experte. Udo Klotz gab sich alle Mühe, zumindest die wichtigsten Bereiche in seiner Laudatio zu streifen. Klotz ist Treuhänder des Kurd-Laßwitz-Preises, benannt nach dem Begründer (1848-1910) der deutschsprachigen Science-Fiction-Literatur. Auch diesen Preis hat Franke bereits mehrfach gewonnen. Mit der Auszeichnung „Grand Master of Science Fiction“ würdigt die European Science Fiction Society nun Frankes Lebensleistung.

Obwohl Klotz am Samstag im Publikum saß, übernahm das Vortragen der Laudatio Ralf Bodemann. Science-Fiction-Fans müsse man Franke nicht vorstellen. „Sie verdanken ihm einzigartige Leseerlebnisse“, sagte Bodemann. 1953 erschien Frankes erste SF-Kurzgeschichte, Bis heute hat der promovierte Physiker, der auch Chemie, Mathematik, Psychologie und Philosophie studierte, 21 Science-Fiction-Romane, 230 Kurzgeschichten und zahlreiche Hörspiele veröffentlicht.


Franke konstruiert fantastische Welten, ohne ins Fantastische abzugleiten. Auch hier ist er ganz Wissenschaftler. „Sprachlich legt er Wert auf Klarheit und Sachlichkeit“, so Bodemann. Statt facettenreich eine Landschaft zu beschreiben, geht es bei ihm „um die Schönheit der Mathematik“. Franke sei ein Vertreter der „Hard Science Fiction“, in deren Mittelpunkt die Naturwissenschaften und der technologische Fortschritt stehen. „Sein eigentlicher Hauptdarsteller ist der Computer. Seine außerirdischen Lebensformen sind daher anorganisch oder virtuell.“ Seit mehr als sechs Jahrzehnten werde Science Fiction von Franke „beeinflusst, geprägt und enorm bereichert“.

Verliehen wurde die Auszeichnung bereits im November in Barcelona. Stellvertretend für Franke hatte sie dort die österreichische Autorin Nina Horvath entgegengenommen. Am Samstagabend übergab sie den Preis an den 89-Jährigen. „Dass ihn ein deutschsprachiger Autor bekommt, ist etwas ganz Besonderes“, sagte sie. Unter lang anhaltendem Applaus nahm Franke den Preis entgegen.

Der 89-Jährige kam ins Plaudern. Er erzählte, wie er seine Liebe zur Science Fiction entdeckte, nachdem ihm sein Vater einst einen utopischen Roman in die Hand gedrückt hatte, wie erstaunt er war, als er an der Wiener Uni feststellte, dass jeder, der Naturwissenschaften studierte, auch Philosophie und Psychologie belegen musste, und er erzählte, wie „ich Herrn Goldmann kennengelernt habe, der mich gebeten hat, mit ihm Science Fiction herauszubringen“. Diese „besondere Art der Literatur“ mache ihm Spaß, und: „Vernünftige Unterhaltung ist wichtig.“ Dabei sollte Science Fiction kein Unsinn sein. „Sie konfrontiert uns mit einer der Möglichkeiten, die sich in der Zukunft ergeben können.“

Franke las noch seine Kurzgeschichte „Sprung ins Nichts“ und zwei seiner Gedichte, dann lud das Team des Marionettentheaters zu einem Büfett ein, bevor der zweite Höhepunkt des Abends anstand: die Aufführung von Frankes „Der Kristallplanet“, der seit zehn Jahren auf dem Spielplan steht. Das Stück bietet die perfekte Verschmelzung von klassischem Marionettenspiel mit Multimedia-Elementen. Tatsächlich ist die Kombination so perfekt, dass das Publikum kaum merkt, wo die Projektion endet und das Spiel beginnt, nicht weiß, was virtuell und was real ist.

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