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„Herbstzauber“ in Bad Tölz: Feucht, aber fröhlich

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Das perfekte Sortiment zum Wetter hatte Andrea Höger beim „Herbstzauber“ im Angebot: Gummistiefel.
Das perfekte Sortiment zum Wetter hatte Andrea Höger beim „Herbstzauber“ im Angebot: Gummistiefel. © Matthäus Krinner

Wegen des schlechten Wetters nimmt der Besucherandrang beim 16. „Tölzer Herbstzauber“ erst am Montag Fahrt auf. Die Aussteller lassen sich die Laune davon nicht verderben.

Bad Tölz – Was gut ist für die Natur, ist nicht unbedingt förderlich für eine Verkaufsausstellung unter freiem Himmel. Vom Regen ziemlich beeinträchtigt war am Wochenende der „Tölzer Herbstzauber“. Besonders am Samstag und am Sonntag waren die Niederschläge ergiebig, was dafür sorgte, dass sich der Besucherandrang im Kurpark doch ziemlich in Grenzen hielt. Einladender zeigte sich der freundliche Montag, der den Herbstzauber in seiner 16. Auflage und seine Themenspektren Garten und Handwerk, Kunst, Kultur und Genus nach zweijähriger Corona-Pause neu in Szene setzte und noch manche Marktliebhaber anlockte.

„Herbstzauber“ in Bad Tölz: „Sicher keine Rekordzahlen erreicht“

„Heute sind wir alle glücklich“, freute sich Organisatorin Michaela Dorfmeister am Montag. „Wir haben insgesamt sicher keine Rekordzahlen erreicht, aber das ist auch nicht unser Ziel“, sagte sie. „Wichtig ist, dass die Aussteller und auch die Gäste zufrieden sind, soweit das wettermäßig eben möglich ist. Das Wetter können wir nicht ändern.“ Eine genauere Bilanz sei noch nicht möglich.

Deutlich mehr Besucher als an den Vortagen bummelten am Montag über das Ausstellungsgelände.
Deutlich mehr Besucher als an den Vortagen bummelten am Montag über das Ausstellungsgelände. © Matthäus Krinner

Trotz der unwirtlichen äußeren Umstände versöhnlich gestimmt zeigten sich am Sonntag auch die Aussteller. „Wer öfters an Märkten teilnimmt, der weiß, dass die Bedingungen nicht immer optimal sind und dass man sich damit eben arrangieren muss“, meinte Anna Angermaier von der gleichnamigen Gärtnerei in Bad Feilnbach. Die Schlechtwetterprognose sei etwas übertrieben gewesen, da hätten manche Leute wohl von vorneherein beschlossen, nicht aus dem Haus zu gehen. Zu Angermaiers Sortiment gehören unter anderem selbst gezogene Blumenzwiebeln, die nach dem Winter die erste Blütenpracht hervorbringen. „Unsere Kunden nehmen die gerne, weil bei uns die Zwiebeln einzeln je nach Sorte und Farbwunsch zu haben sind“, so die Gartenexpertin.

Das ist ein wunderschöner Markt hier, der passt bestens in diesen Kurpark und ist gut organisiert.

Aussteller Klaus Hübner

Ihr Berufskollege Eugen Schleipfer aus Neusäß bei Augsburg glaubt generell, dass die Bürger in der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht mehr so viel Geld ausgeben wollen. „Bis August gingen die Geschäfte gut, da gab es wohl einen gewissen Nachholbedarf nach der Corona-Zeit“, stellte er fest. „Aber seit September ist die Nachfrage rückläufig.“

Unverdrossen führte die Renaissance-Gruppe „Vivunto saltatores“ ihre Tänze auf.
Unverdrossen führte die Renaissance-Gruppe „Vivunto saltatores“ ihre Tänze auf. © Matthäus Krinner

Ein Stück weiter entlang der Stände fand das bunte Angebot an Wollmützen mit auswechselbaren Bommeln reges Interesse – vor allem beim weiblichen Geschlecht. Bommel-Anbieter Klaus Hübner aus der Frankfurter Gegend war ebenso wie seine Stand-Nachbarn mit ihrer Palette an bestickten Kissenbezügen und Handtüchern zum ersten Mal beim „Tölzer Herbstzauber“. „Das ist ein wunderschöner Markt hier, der passt bestens in diesen Kurpark und ist gut organisiert“, so Hübners Urteil.

Perfekt auf das Wetter abgestimmt schienen die bunt geblümten oder getupften Gummistiefel aus Naturkautschuk und die Regenjacken von Andrea und Richard Höger aus Raubling.

Tölzer Rosenbusserl-Seife als Souvenir vom „Herbstzauber“

Nicht die Laune verderben ließen sich außerdem die Tanzpaare der seit vielen Jahren mitwirkenden Renaissance-Gruppe „Vivunto saltatores“, die trotz Nässe im Freien auftraten und sich über den Applaus der Zuschauer freuten.

Unverdrossen bummelte auch eine kleine Frauengruppe aus Leipzig, die im Rahmen eines Klassentreffens in Tölz weilte, durch das Gelände. Es sei eine schöne Atmosphäre hier, die Händler seien dezent und nicht aufdringlich, zeigten sich die Frauen durchaus angetan. Als Souvenir wollten sie Tölzer Rosenbusserl-Seife und Körperbutter mit nach Hause nehmen. Ein weiterer Gast auf der Suche nach winterharten Pflanzen bedauerte, dass die Anzahl der teilnehmenden Gärtnereien immer mehr schwinde.

Prost auf den „Herbstauber“: Hubert Schwaighofer (li.) kostet ein Stamperl Schnaps am Stand von Josef und Brigitte Schauer.
Prost auf den „Herbstauber“: Hubert Schwaighofer (li.) kostet ein Stamperl Schnaps am Stand von Josef und Brigitte Schauer. © Matthäus Krinner

Ein Aussteller-Platz im Verkaufszelt war unter den gegebenen Umständen von gewissem Vorteil, was etwa Hubert Schwaighofer aus Achmühl mit seinen ansehnlichen Deko-Kreationen aus Altholz zu schätzen wusste. Zur Stammbesetzung drinnen im Kurhaus zählt die Tölzerin Gabi Huber mit selbst gemachtem Trachtenschmuck. Erstmals präsentierte sie diesmal eine interessante Auswahl an Hutnadeln in Form von Zunftzeichen, Musikinstrumenten und ähnlichen Symbolen. „Jetzt bleiben auch die Männer vor meinen Auslagen stehen“, sagte Huber schmunzelnd und fügte vrschmitzt hinzu: „Das verschafft den Frauen mehr Zeit, die übrige Kollektion genauer in Augenschein zu nehmen.“

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Von Rosi Bauer

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