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Elisabeth (li.) und Miriam Heuberger (re. mit Tochter) präsentierten im Kleinen Kursaal ein anspruchsvolles Programm.   

Auftritt im kleinen Kursaal

Heuberger-Schwestern: Seelenverwandt auch in der Musik

So gut harmonieren Schwestern selten - noch dazu auf der Bühne. Miriam und Elisabeth Heuberger haben zuletzt wieder bewiesen, dass sie auch musikalisch seelenverwandt sind.

Bad Tölz – Die Geschwister Miriam und Elisabeth Heuberger sind in Bad Tölz in einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen und mit Musik groß geworden. Schon früh ist ihre musikalische Begabung entsprechend gefördert worden. Miriam (27) ist Pianistin und unterrichtet an der Musikschule in Wangen im Allgäu. Ihre zwei Jahre jüngere Schwester Elisabeth hat Violine gelernt und spielt im Bayerischen Staatsorchester unterm Dirigent Kirill Petrenko.

Im Rahmen der Konzertreihe „Stadt mit der besonderen Note“ sind sie nun wieder zusammen im Kleinen Kursaal aufgetreten. In Bad Tölz haben sich die Schwestern bereits einen Namen gemacht, weshalb es nicht verwunderte, dass der Saal voll besetzt war. Am Ende ernteten sie warmen, begeisterten Applaus. Und sie werden am 28. Juli wieder in Bad Tölz auftreten.

Das sehr anspruchsvolle Programm war etwas mehr auf Elisabeth Heuberger zugeschnitten, die auch mit einem Solostück von Nathan Milstein brillieren konnte: Der ukrainisch-amerikanische Musiker gehörte zu den größten Geigern des 20. Jahrhunderts. Er komponierte mit seiner „Paganiniana“ ein Variationswerk über Themen von Niccolò Paganini, dessen exzessives und verblüffendes Virtuosentum den überwältigten Zuhörern seiner Zeit wie Hexerei und Teufelswerk erschien. 

Irrwitzige Läufe und Sprünge 

Elisabeth Heuberger brauchte hier nicht der Möglichkeit widerstehen, sich virtuos auszutoben und ihr ganzes Können unter Beweis zu stellen. Bei ihren irrwitzigen Läufen und Sprüngen, Doppel- und Mehrfachgriffen und Flageoletts machte sie deutlich, dass ihre technischen Fähigkeiten nicht alltäglich sind. Doch sie machte davor und danach auch ihre Musikalität und ihr Musikverständnis deutlich, wenn sie in den Doppelsonaten von Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann ihre Geige mit glasklarer Intonation wunderschön singen und erzählen ließ.

Es ist ein Glücksfall, wenn beide Solisten mit der gleichen Interpretier-Absicht bei der Sache sind: Miriam Heuberger erwies sich am Klavier als aufmerksame Partnerin. Mit Ernsthaftigkeit, Eleganz, Klangsinn, Feingefühl und Leichtigkeit brachte sie ihr Instrument gleichfalls zum Singen. Sie passte sich nicht an die Violine an, sondern musizierte gleichberechtigt, indem sie hellwach deren Impulse aufgriff. Bemerkenswert, wie beide gemeinsam zwischen all den Vorschriften Forte und Piano, Largo und Allegro, mit leidenschaftlichem Ausdruck und lebhaft eine differenzierte, dynamische Beziehung herstellten. Die seelenverwandten Geschwister haben offenkundig intensiv miteinander gearbeitet. Großer Respekt.

Rainer Bannier

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