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Das erste Halbjahr ist absolviert. Viele Schüler bekommen heute ihr Zwischenzeugnis. Foto: dpa

Heute gibt es Zeugnisse

„Es gibt Wichtigeres als Noten“

Heute bekommen die Schüler ihre Zwischenzeugnisse. Gut möglich, dass der eine oder andere ängstlich nach Hause kommt, weil die Mathenote wieder eine Fünf ist. Deprimiert soll man trotzdem nicht sein, denn passieren kann das jedem einmal.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Tölzer Kurier hat mit Schulamtsdirektorin Marianne Konrad über schlechte Noten gesprochen und darüber, wie Eltern reagieren sollten.

-Frau Konrad, wie sollen sich die Eltern bei schlechten Noten ihres Kindes verhalten?

Konrad: Zunächst mal: Eltern sollten in der Regel durch das Kind oder die Lehrer eigentlich schon vorher über schlechte Noten informiert sein. Sollte es trotzdem zur Überraschung kommen, heißt es: Ruhe bewahren. Man sollte mit dem Kind darüber sprechen, wie die schlechte Note entstanden sein könnte. Vielleicht geht man dann zum betreffenden Lehrer und trifft Zielvereinbarungen, wie Abhilfe geschaffen werden kann.

-Sind gute Noten gleich hohe Intelligenz?

Konrad: Natürlich sagt es etwas über die grundlegende Intelligenz aus, aber auch über die Merkfähigkeit und das Lernverhalten des Kindes. Trotzdem gibt es Fähigkeiten, die im Zeugnis nicht abgebildet werden, beispielsweise wie man sich organisiert.

-Schon länger wird an Grundschulen diskutiert, Noten abzuschaffen. Wie stehen Sie dazu?

Konrad: Gerade bei Grundschulkindern würde ich Lernentwicklungsgespräche mit der Lehrkraft, dem Kind und den Eltern anstelle eines Zeugnisses vorziehen. An fast 90 Prozent unserer Grundschulen im Landkreis gibt es so etwas ja schon anstelle eines Zwischenzeugnisses. Die Eltern können die Noten freilich bei Interesse in einem Bericht sehen. Der Kern des Gesprächs ist eine Zielvereinbarung: Wenn ein Kind beispielsweise im Lesen seine Schwächen hat, wird vereinbart, jeden Tag zehn Minuten vorzulesen. Aus Erfahrung bringt das mehr als ein Zeugnis, auch wenn darin ein klarer Überblick der Leistung eines Schülers abgebildet ist. Noten sind aufgrund der Übersichtlichkeit in weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 sinnvoll und auch von den meisten Schülern und deren Eltern erwünscht.

-Finden Sie, dass durch Noten zu viel Druck auf die Schüler entsteht?

Konrad:  Irgendwo gehört ein wenig Ansporn ja dazu. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Leistung erwünscht ist.

Marianne Konrad.

-Sind schlechte Noten ein Weltuntergang?

Konrad: Natürlich nicht. Es gibt weit Wichtigeres im Leben als Schulnoten. Für manche ist es sogar ein Anreiz, etwas zu ändern, beispielsweise die Ausbildungsrichtung in weiterführenden Schulen. Oft merkt man so nämlich, dass einem der angepeilte Beruf gar nicht so liegt. Auslöser für schlechte Noten kann natürlich auch die Lernunlust eines Kindes sein. Aber auch familiäre oder gesundheitliche Gründe können genauso wie ein zu hoher Medienkonsum zu schlechten Noten führen.

-Wenn ich schlechte Noten habe – wie gehe ich das zweite Halbjahr an?

Konrad: Nachhilfekurse sind empfehlenswert, allerdings nur für punktbezogenes Aufholen von Unterrichtsstoff. Grundschulkinder sollten die Schule meiner Meinung nach ohne Nachhilfe bestehen. Merkt man, dass die Nachhilfe nichts bringt und das Fach einem nicht liegt, sollte man sich überlegen, die Schule oder die Ausbildungsrichtung zu wechseln.

-Und wie waren Sie selbst in der Schule?

Konrad: Ich war immer ziemlich gut und sehr ehrgeizig. Von Kind auf wollte ich unbedingt studieren, und das Ziel hatte ich immer vor Augen.


Interview: Tanja Schultz

Hilfe am Telefon: Die für den Landkreis zuständige Staatliche Schulberatungsstelle in München bietet am Freitag, 17., Montag, 20., und Dienstag, 21. Februar, einen verstärkten Telefonservice an. Jeweils von 9 bis 16 Uhr ist sie unter Telefon 0 89/ 5 58 99 24 10 erreichbar. 

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