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Die Puppen tragen Etiketten: Bei diesem Stück ist unter anderem vermerkt, dass sie kurz nach dem Krieg 100 Mk, als 100 alte Reichsmar k, kostete. 

Museum bittet um Hilfe 

Hey Puppe, woher bist Du?

Ein kostbares Puppengeschenk aus den USA hat das Puppenmuseum in Garmisch vor Rätsel gestellt. Möglicherweise sind im Isarwinkel Antworten zu finden, wie angeheftete Etiketten vermuten lassen.

Bad Tölz/Garmisch-Partenkirchen – Es ist eine der vielen Geschichten aus der Nachkriegszeit. Dolores Owen war die Frau eines hohen amerikanischen Besatzungsoffiziers, der von 1945 bis 1947 als Colonel in Garmisch-Partenkirchen stationiert war und sämtliche Militärkrankenhäuser der Umgebung leitete. Die Frau hat ihn mit ihren beiden Söhnen begleitet und die Jahre in Bayern genutzt, im Werdenfelser Land und im Isarwinkel Trachtenpuppen zu erwerben.

Die Puppen wurden wohl um 1900 herum gefertigt.

Bei der Rückkehr der Familie in die USA ging auch die kleine Sammlung mit auf Reisen. 2015 schenkten die Söhne Owen in Erinnerung an ihre Kindheit die sechs Puppen dem Garmischer Porzellan-, Puppen- und Krippen-Museum Aschenbrenner. 

Die Spezialisten haben sich über das kostbare Geschenk natürlich sehr gefreut, sagt Chefin Karin Teufl. Die drei Tölzer Und Isarwinkler Puppen geben dem Museum aber Rätsel auf. Teufl ist der Meining, dass die Puppen deutlich älter als Weltkriegszeit sind und denkt an die zeit um 1900 als Entstehungszeit.

Die Köpfe und Extremitäten sind aus Mischmasse gefertigt, die Körper bestehen aus einem Stoffbalg, die Haare sind anmodelliert. Für absolut bemerkenswert hält die Expertin die außerordentlich schöne und liebevoll genähte Bekleidung der Puppen mit Baumwoll- und kostbaren Seidenstoffen. Teilweise scheinen Klöppelarbeiten verwendet worden zu sein.

Bemerkenswert sind die außergewöhnlichen Puppenkleider.

Zwei Trachtlerinnen tragen ein Schildchen mit der Aufschrift „Streha Originalpuppe Bad Tölz“ beziehungsweise „Streha-Trachtenpuppen“. Bei einem Etikett ist hinter die Stempelaufschrift „Berufsverband Bildender Künstler München“. Die dritte Trachtenpuppe hat ein herzförmiges Anhängeschild mit der Aufschrift „Braut aus dem Isarwinkel“.

aufgrund einer Privatstiftung 2006 gegründet wurde, hat bereits die offiziellen Tölzer Einrichtungen befragt. Stadtmuseum, Archiv und Marionettentheater hätten nett geantwortet, aber nicht weiterhelfen können.

Vielleicht, so die Hoffnung von Karin Teufl, kann einer der Leser des Tölzer Kurier etwas dazu beitragen, was es mit den Etiketten und der Bezeichnung „Streha“ auf sich hat oder wo die außerordentlich schön gearbeiteten Kleider gefertigt worden sind.


Wer helfen kann

soll sich bitte unter Telefon 0 88 21/73 03 10 5 oder unter der E-Mail mail@museum-aschenbrenner.de melden.

Von Christoph Schnitzer

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