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„Ich fahre gegen den Strom“: Landratsamt-Mitarbeiter Andreas Roß wohnt in Aufkirchen im Landkreis Erding. Er pendelt seit 20 Jahren jeden Tag 160 Kilometer.

Aktuelle Statistik

Darmstadt? Hier arbeiten die Pendler aus dem Landkreis

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280 Menschen, die ihren Wohnsitz im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben, arbeiten im hessischen Regierungsbezirk Darmstadt. Über 22 000 Landkreis-Einwohner arbeiten woanders. Aktuelle Zahlen liefern weitere kuriose Fakten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Zug, eng und stickig, der Stau, reine Zeitverschwendung: Viele Pendler beklagen ihr Dasein. Andreas Roß gehört nicht zu ihnen. Er arbeitet seit 1997 als Wirtschaftsförderer im Tölzer Landratsamt. Ein Mann der Öffentlichkeit, seinen Namen liest man oft in der Zeitung, er gehört quasi zum Landkreis-Inventar. Dabei wohnt Roß in Aufkirchen, einer 1000-Seelen-Ortschaft im Kreis Erding. „Da sind meine Familie und meine Freunde“, sagt Roß, 48. Und darum fährt er seit 20 Jahren jeden Tag 160 Kilometer mit dem Auto. „Aber das Gute ist“, findet Roß, „ich fahre gegen den Strom.“

Der Pendlerstrom wälzt sich morgens vor allem nach und abends heraus aus München – Deutschlands Pendlerhauptstadt. Über 368 000 Menschen, die außerhalb wohnen, fahren zum Arbeiten nach München. 7751 davon kommen aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor.

Das Zahlen-Ungetüm erfasst sämtliche Pendlerbewegungen in ganz Deutschland. In der Bundesrepublik gibt es so viele Pendler wie nie zuvor: 18,4 Millionen. Die rund 22 000, die im Landkreis leben, fahren für ihren Job nicht nur in die Landeshauptstadt, sondern auch bevorzugt in den Landkreis München. Wie unsere Grafik zeigt, sind aber auch die Nachbarlandkreise Weilheim-Schongau und Miesbach stark frequentiert.

Vielleicht überrascht es nur bedingt, dass 73 Menschen bis nach Nürnberg pendeln. Dass aber 280 mit Wohnsitz im Landkreis im hessischen Regierungsbezirk Darmstadt ihrem Job nachgehen, ist kurios. Ein möglicher Grund: Die Deutsche Telekom hat dort mit rund 7000 Mitarbeitern ihren zweitgrößten Standort.

Das Bundesinstitut unterscheidet in der Statistik zwischen Aus- und Einpendlern. Die Haupterkenntnis: Im Gegensatz zu denen, die den Landkreis für ihren Beruf verlassen, pendeln wesentlich weniger Menschen von außerhalb nach Bad Tölz, Wolfratshausen, Geretsried oder in eine der 18 Gemeinden. Trotzdem kommen über 9700 Menschen zum Arbeiten aus den verschiedensten Regionen hierher. Die meisten wohnen im Kreis Weilheim-Schongau (1898), es folgen die Stadt München und der Kreis Miesbach, wie der Einpendler-Rangliste linkszu entnehmen ist. 29 Menschen reisen – wohl eher nicht täglich – aus Schleswig-Holstein, 28 aus Polen und 11 aus der Slowakei zum Geldverdienen an die Isar oder Loisach.

Der „Gegen-den-Strom-Fahrer“ Andreas Roß hat – bis auf das übliche Winterchaos – überhaupt keine Probleme mit dem Pendeln zwischen Aufkirchen und Tölz. Er sagt: „Bis man zuhause ist, hat man mit der Arbeit gedanklich abgeschlossen.“ 

Nicht jeder sieht die täglichen Fahrten so entspannt wie der Landratsamtsmitarbeiter. In einer großen Geschichte erzählen Pendler aus dem Landkreis von ihren Strapazen. 

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