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„Man muss ganz im Hier und Jetzt sein. Der Kopf kann sich mit nichts anderem beschäftigen“, sagt Regina Defloren-D’Souza (li.) mit ihren Mitstreitern (ab 2. v. li.) Dagmar Sixt, Jürgen Reif und Marianne Hilger. 

Improvisationstheater-Training

„Hier darf man wieder Kind sein“

Bad Tölz – Schauspielerische Erfahrungen muss man nicht haben, Mut dagegen schon: Beim Improvisationstheater kommt es nicht darauf an, eine perfekte Szene abzuliefern, sondern einfach drauf los zu spielen. Wer diese Hürde überwindet, hat eine Menge Spaß und nimmt auch so einiges mit ins Leben. Die Impro-Gruppe der „Komischen Gesellschaft“ in Tölz trifft sich jeden Donnerstag in der Alten Madlschule.

Ein Blackout ist kein Drama: „Mut zum Scheitern ist eines der Dinge, die man hier ausprobieren kann“, sagt Marianne Hilger, die von Anfang an dabei ist. Zusammen mit Jürgen Reif, Dagmar Sixt und Regina Defloren-D’Souza hat sie die Gruppe gegründet.

„Den Schritt zu machen und sich zu zeigen ist nicht leicht“, findet Jürgen Reif, der eigentlich Softwareberater ist, sich aber seit vielen Jahren mit Theaterpädagogik beschäftigt. „Da geht es manchmal schon recht emotional zu,“ ergänzt Dagmar Sixt.

Dass die improvisierten Theaterszenen, die beim Training gespielt werden, hilfreich sind, um im Umgang mit anderen eine neue Intuition zu entwickeln, ist eins der Dinge, die die Teilnehmer an ihrem Hobby schätzen. Das ist Spaß – und die Entspannung. „Man muss ganz im Hier und Jetzt sein. Der Kopf kann sich mit nichts anderem beschäftigen“, sagt Regina Defloren-D’Souza.

Doch wie geht es denn jetzt vor sich, das Improvisieren auf der Bühne? Meist spielen zwei oder drei Leute zusammen. Es gibt keinen festen Text, nur ein paar Vorgaben wie „Sightseeing“ oder „Alte Liebe“. Es wird eingezählt – das ist wichtig, um in den Spielmodus zu kommen – und dann sagt einer den ersten Satz. Darin kommt eventuell schon vor, in welcher Situation sich das ehemalige Liebespaar begegnet. Der andere geht darauf ein, spinnt den Faden weiter, und so entwickelt sich eine Szene, von deren Ausgang am Anfang noch keiner eine Ahnung hat. „Wenn es gut läuft, steigt die Energie im Laufe des Abends“, sagt Reif. Und wenn einem nichts einfällt? „Dann kann man auch damit spielen, so entstehen neue Wendungen.“ Reif betont: „Wir machen das rein zum Spaß. Wenn es mal nicht geht, dann geht es nicht.“ Interessanterweise geht es aber irgendwann bei jedem, der sich darauf einlässt. Auch wenn man sich ein bisschen aufwärmen muss dafür.

Apropos aufwärmen: Zu Beginn jeder Stunde in der Alten Madlschule lockert man sich mit ein paar Übungen geistig und körperlich auf, wie bei jedem anderen Training auch. Die Teilnehmer stellen sich vor, mit Namen und einer kleinen Geste, die dann jeder nachmacht. Danach reicht man mit gezischtem „Swusch“ einen imaginären Gegenstand weiter oder hält ihn mit einem „Boing“ zurück.

Ein Selbstversuch zeigt: Es macht Spaß – und es ist tatsächlich nicht leicht, sich einfach mal albern gehen zu lassen, mit Grimassen und Lauten, die man sonst tunlichst vermeidet. Etliche der Übungen sehen so aus, als könne man sich ziemlich lächerlich machen, aber das ist hier definitiv nicht der Fall. „Es wird nicht gewertet und nicht geurteilt.“ Nächste Übung: Alle gehen im Raum umher und sagen den Satz „Die Blumen blühen auf der Wiese.“ Mal soll man es glückselig sagen, mal traurig, mal wütend. Der Geräuschpegel steigt, manche denken sich ganz beseelt in die wütenden Blümchen hinein, werden laut, theatralisch, schreien sich gegenseitig an. Es geht temperamentvoll zu, jeder darf agieren, wie es ihm gerade einfällt. „Hier darf man wieder Kind sein,“ sagt Dagmar Sixt. „Das ist wie ein Jungbrunnen.“ Spielerisch assoziativ sein, ein Detail aufgreifen, ein weiteres dazu liefern: Klar, dass das nicht beim allerersten Mal geht. Je öfter man mitmacht, desto leichter fällt es einem.

Wer beim Impro-Training mitmachen will, kann einfach mal vorbeischauen. Das Alter ist egal. Und es geht übrigens auch ganz prima, wenn jemand der deutschen Sprache noch nicht mächtig ist: Drei Asylbewerber haben den Weg in die Alte Madlschule gefunden und sind mit dem gleichen Spaß an der Sache wie alle anderen dabei. Es wird eben zwischendurch Englisch gesprochen oder man gestikuliert und erklärt pantomimisch. 

Weitere Infos

Die Impro-Gruppe der Komischen Gesellschaft trifft sich jeden Donnerstag um 19 Uhr in den Räumen der Alten Madlschule in Tölz. Jeder kann unverbindlich vorbeikommen.

Ines Gokus

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