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Die Bauarbeiten an der Osterleite gehen zügig voran. Hier schafft die Stadt bezahlbaren Wohnraum.

Bauprojekte in der Stadt

Hier gibt es neuen Wohnraum in Bad Tölz

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Wohnungen in Bad Tölz sind rar. Einige neue Projekte – in jedem Preissegment – gibt es aber. Während mancherorts gerade erst die Kräne anrücken, ziehen andere Bauherrn bereits erste Bilanzen. Ein Überblick.

Günstig wohnen an der Osterleite

Wohnung ist nicht gleich Wohnung. Die geräumigen neuen „Parkvillen“ im Badeteil kann man nicht mit den kleinen Apartments vergleichen, die derzeit an der Tölzer Osterleite entstehen. Dort sieht man aktuell die ersten Strukturen des Erdgeschosses. In dem Haus werden 18 Wohnungen untergebracht, zwölf davon haben drei Zimmer, außerdem soll es je drei Zwei- und Ein-Zimmer-Apartments geben. „Wenn der Winter nicht zu früh kommt, ist das Gebäude im November dicht“, sagt Stadtbaumeister Hannes Strunz. Danach gehe es an den Innenausbau.

Im Juli 2018 könne das Haus bezugsfertig sein, begehrt ist es aber schon sehr lange. Für die Drei-Zimmer-Wohnungen gibt es 40 Bewerber, für die kleineren zwischen 30 und 35. Das sagt Bettina Faßbender, Leiterin der Liegenschaftsabteilung, auf Nachfrage. „Viele der Bewerber stehen schon lange auf der Warteliste, teilweise seit Jahren.“ Die Stadt gebe denjenigen den Vorrang, die auf den entstehenden Aufzug angewiesen sind. Mit der Vergabe warte man bis Anfang 2018. „Bis das Bezugsdatum sicher feststeht“, so Faßbender.

Die Wohnungen an der Osterleite sind für sozial Schwächere und Singles gedacht. „Rentner und Alleinstehende fallen in Tölz sonst oft durchs Raster. Dieses Klientel hat hier eigentlich überhaupt keine Chance“, sagt die Liegenschaftsleiterin. Das soll beim städtischen Projekt anders sein.

Außerdem verrät Faßbender eine Idee der Stadt, die demnächst diskutiert werde: gestaffelte Mieten, je nach Einkommen. Die Kosten für den Hausbau stemmt Tölz auch aus Fördermitteln. 30 Prozent übernimmt die kommunale Wohnbauförderung des Freistaats.

Das plant die Baugenossenschaft

Involviert ist die Stadt auch in ein Projekt der Baugenossenschaft Lenggries. Die errichtet ab Frühjahr 2018 ein Haus mit zwölf Wohnungen an der Kohlstattstraße. Die Stadt vergibt sechs davon. Vier-, Drei- und Zweizimmerwohnungen entstehen laut Maria Haubner. Sie ist Geschäftsleiterin der Baugenossenschaft, die zwischen Bayrischzell und Murnau rund 1000 Wohnungen besitzt. 203 davon gibt es in Bad Tölz, die meisten in Lenggries. Jene in der Kohlstatt sollen schon für 7 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter gemietet werden können. Die Genossenschaft hat noch viel vor in Tölz: Haubner: „Wir würden gerne weitere Grundstücke von der Stadt erwerben.“

Neue Wohnungen im Badeteil

Zwei größere Bauvorhaben beginnen im Badeteil: An der Seppstraße wurde das Haus Maximilian abgerissen. Auf dem Grundstück entstehen nun die Häuser „Alexander“ und „Corinna“. Der Tölzer Immobilien-Unternehmer Siegfried Adlwarth benennt sie nach seinen Kindern. Im Dezember 2018 sollen die insgesamt 29 Wohnungen samt Tiefgarage fertig sein. Zwischen 65 und 150 Quadratmeter Fläche haben sie. Pro Quadratmeter werden rund 4750 Euro fällig. „Wir sind ausverkauft“, sagt Adlwarth. Der Geschäftsführer hätte gerne mehrere kleine Wohnungen gebaut. „Davon könnte ich dreimal so viele verkaufen“, sagt er. Das „Rahmenkonzept Badeteil“ der Stadt verhindere das aber. Darin steht tatsächlich, dass bei Wohnbauprojekten mindestens zwei Drittel der Wohnungen über 80 Quadratmeter groß sein müssen. Die Entwicklung eines Wohngebiets ist laut Konzept im Badeteil kein städtebauliches Ziel. Wenn jedoch Wohnungen entstehen, „müssen diese im gehobenen Segment errichtet werden“.

„Palais am See“ und „Residenz Gartenlust“

Apropos gehoben: Wenige Meter entfernt von „Alexander“ und „Corinna“ wird das „Palais am See“ gebaut, das ebenfalls Ende 2018 vollendet werden soll. Zwei Häuser mit je sieben Wohnungen sind an der Höckhstraße geplant – inklusive Dachterrassen und Videogegensprechanlage.

Immobilien Adlwarth vertreibt das „Palais“ für den Bauherrn, die Kolbermoorer Firma „Immo-Care“. Selbst hat Adlwarth zuletzt die „Residenz Gartenlust“ fertiggestellt und im Frühjahr die 19 Wohnungen nahe dem Kurhaus übergeben.

Das Projekt „Pure“ an der Wilhelmstraße

Auch in die „Parkvillen“ der Wohnanlage „Pure“ an der Wilhelmstraße ist seit einiger Zeit Leben eingekehrt. Man habe alle 48 Wohnungen in den fünf Häusern veräußert, teilt Manfred Ruhdorfer vom Augsburger Unternehmen Klaus-Wohnbau mit. Überwiegend Eigennutzer hätten die Einheiten gekauft. Für die anderen, die Ruhdorfer „Kapitalanleger“ nennt, übernimmt die Firma die Vermietung. Wer den Eindruck hat, dass die komfortable Anlage nicht voll sein kann, hat recht: Zwei große Gewerbeeinheiten in den Erdgeschossen sind noch zu vergeben, sie sind als Praxisräume geplant und gedacht. Eine rund 120 Quadratmeter große Fläche wurde laut Ruhdorfer bereits an eine Physiotherapie-Praxis verkauft.

4500 Euro verlangt Klaus-Wohnbau für den Quadratmeter – „das ist mittlerweile in der Region ein absoluter Durchschnittspreis“, findet Ruhdorfer, der an der Tölzer Politik heftige Kritik übt: „Die Stadt blockiert den Wohnungsbau“, sagt er. Zu gern hätte seine Firma auch auf dem Alpamare-Areal Residenzen im gehobenen Segment errichtet. Das ist allerdings zum Konfliktfeld zwischen der Stadt und Eigentümer Anton Hoefter geworden. Eine Lösung des Streits um Wohn- oder Hotelbebauung ist noch nicht absehbar.

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