Die Marktstraße Bad Tölz
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In der traditionsreichen Tölzer Marktstraße wird die Resolution vorgestellt.

Resolution wird in Bad Tölz präsentiert

Hilferuf des Einzelhandels im Oberland: „Innenstädte bluten aus!“

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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„Wir bluten aus! Innenstädte fordern Soforthilfe von der Staatsregierung“: So ist eine Resolution überschrieben, die an diesem Donnerstag in der Tölzer Marktstraße vorgestellt wird.

Bad Tölz – Für die Resolution haben sich Vereine und Organisationen aus der ganzen Region zusammengeschlossen, die insgesamt über 2000 Einzelhandelsunternehmen repräsentieren. Adressaten sind Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

„Wir wollen eine Perspektive, wie es nach dem Lockdown weitergeht“

Mit der Erläuterung der detaillierten Inhalte möchte Monika Uhl, eine der Initiatorinnen, noch bis zur offiziellen Präsentation warten. Sie erklärt nur so viel: „Unser Punkt ist nicht zu sagen: ,Macht morgen die Läden auf!‘ Unser Blick richtet sich auf die Zukunft. Wir wollen eine Perspektive, wie es nach dem Lockdown weitergeht.“

Monika Uhl, Vorsitzende des Vereins „Pro Innenstadt“

Die Geschäftsschließungen im Zuge der Corona-Maßnahmen hätten für die Gewerbetreibenden „verheerende wirtschaftliche Folgen“, schreiben die Initiatoren. Tausende Arbeitsplätze seien in Gefahr, den Innenstädten drohe die Verödung. Das sei aber nur die Verschärfung von Problemen, die weiter zurückreichen. Schon zuvor habe sich der Einzelhandel – auch aufgrund des Online-Handels – einer „ungleichen Wettbewerbssituation“ stellen müssen.

Verfasser der Resolution wünschen sich Mittel aus der Städtebauförderung

Die Verfasser der Resolution wünschen sich daher von der Staatsregierung langfristige Maßnahmen zur Stärkung der Innenstädte. Dazu, so Monika Uhl, könnten gezielte Mittel aus der Städtebauförderung dienen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass es im kommenden Herbst und Winter nicht erneut zu Ladenschließungen komme. Wenn der traditionelle Einzelhandel ausblutet, so mahnt Uhl, habe das irreparable wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen.

Monika Uhl ist Vorsitzende des Penzberger Vereins „Pro Innenstadt“. Die Resolution schob sie gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Tatjana Patermann an. „Wenn man in einem Verein tätig ist, bekommt man viel mit“, sagt Uhl. „Zu der Last, die man mit dem eigenen Geschäft spürt, kommt dann noch die Last zu hören, dass es anderen auch schlecht geht“, sagt Uhl.

Stattliche Liste an Mitstreitern zusammengekommen

So seien die Initiatorinnen überall auf offene Ohren gestoßen und bekamen innerhalb von fünf Tagen, in denen sie sich ans Telefon klemmten, eine stattliche Liste an Mitstreitern zusammen. Zu den Unterzeichnern zählen nun Gewerbevereine und Organisationen für innerstädtisches Marketing aus Bad Tölz, Bad Wiessee, Garmisch-Partenkirchen, Gauting, Geretsried, Hausham, Krailling, Landshut, Marktoberdorf, Miesbach, München, Murnau, Neukirchen vorm Wald, Penzberg, Pfaffenhofen/Ilm, Rosenheim, Schongau, Tegernsee, Unterhaching, Weilheim, Wolfratshausen und Würzburg. Die Vielfalt des Einzelhandels wollen die Initiatoren am Donnerstag symbolisch sichtbar machen – wobei es sich um keine Demonstration handle, wie sie klarstellen. Die Tölzer Marktstraße als Schauplatz hätten sie sich als repräsentative Einkaufsstraße mit Historie ausgesucht, die geografisch in der Mitte des Oberlands liege, dem Schwerpunkt der Aktion.

Erstes Ziel ist laut Uhl, „dass wir wahrgenommen werden“. Im Idealfall wünscht sie sich ein Gespräch mit Wirtschaftminister Aiwanger oder in der Staatskanzlei. „Auf jeden Fall ist klar, dass das nicht unsere letzte Aktion bleibt.“  

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