Bad Tölz hofft in Punkto Tourismuszahlen mit einem blauen Auge davon zu kommen. 
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Bad Tölz hofft auf ein „blaues“.

Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsausschuss

Düstere Zeiten für Tölzer Tourismuszahlen

Im Februar hatte sich Kurdirektorin Brita Hohenreiter gefreut, dass es heuer gelingen könne, positive Übernachtungszahlen zum Jahresanfang zu präsentieren. Dann kam Covid-19. Mittlerweile spricht sie im Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsausschuss von einem „historischen Minus“ bei den Tourismuszahlen.

Bad Tölz –Bei den Übernachtungen im April registrierte die Tourist-Info ein Minus von „sagenhaften“ 93,6 Prozent, bei den Ankünften sogar von 97,4 Prozent. Man habe 70 000 Übernachtungen verloren. Dieser Verlust sei selbst bei optimalen Verlauf der Restsaison schon deshalb nicht aufzuholen, „weil wir nicht genug Betten haben.“

Bei vielen potentiellen Gästen herrscht Unsicherheit 

Die „Euphorie“ der bayerischen Politik, die davon ausgeht, dass der Fremdenverkehr im Sommer boomen wird, beurteilt die Tölzer Chef-Touristikerin aber nicht nur deshalb skeptisch. Man habe sich für einen Ausblick und eine Beurteilung der Sachlage auch mit den Tölzer Gastgebern kurzgeschlossen. Fazit: Bei vielen potenziellen Gästen herrsche große Unsicherheit.

„Ein historisches Minus“: Im April brachen die Tourismuszahlen von Tölz komplett ein. „Nur noch Geschäftsreisende und Monteure waren zu Gast“, sagt die Tölzer Kurdirektorin Brita Hohenreiter.

Das Geld sei deutlich knapper, viele Familien seien von Kurzarbeit betroffen. Nicht zuletzt hätten viele ihr Urlaubskontingent bereits für die Kinderbetreuung in den vergangenen Wochen verwendet. Es fehlen zudem Tagungen, Gruppen- und Schulreisen. Das treffe vor Allem die Sportjugendherberge auf der Flinthöhe stark, ergänzt die Kurdirektorin.

Sehnsucht nach einem „blauen Auge“

Hohenreiter, die heuer im Sommer ihr Zehnjähriges in Bad Tölz begeht, vermerkt positiv, dass wohl alle Tölzer Häuser wieder öffnen. „Ich habe nichts Gegenteiliges gehört.“

Ab Ende Mai kann gebucht werden. „Es läuft verhalten an.“ Mit zahlreichen Werbemaßnahmen im Printformat und auf vielen digitalen Kanälen versucht die Tourist-Info flankierende Marketing-Unterstützung zu geben. „Aufatmen“ heißt zum Beispiel eine Sonderaktion, die Gabi Peters den Räten vorstellte.

Buchungen laufen verhalten 

Einen erstaunlichen Trend haben die TI-Mitarbeiter laut Hohenreiter in diesen ersten Buchungstagen nach dem Lockdown beobachtet. Häuser, die eine Restauration haben, sind bereits jetzt gut ausgelastet. Die Gäste machten sich offenbar Gedanken, dass es schwierig sein könnte, zum Essen zu gehen und suchten Häuser mit eigener Verköstigung. Relativ problemlos laufe auch die Belegung kleiner Ferienwohnungsanlagen an, berichtete Hohenreiter. Geschlossene kleine Einheiten seien leichter zu versorgen.

Manche ihrer Kollegen, sagt die Chefin der Tölzer Tourist-Info, rechneten damit, dass übers Jahr ein Minus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsteht. „So negativ sehe ich es nicht. Aber wenn wir heuer 65 bis 70 Prozent der Zahlen von 2019 schaffen, sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.“

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