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Hochbetrieb am Brauneck: Etwas Schlange-Stehen (und davor viel Stau auf den Straßen) mussten die Skifahrer in Kauf nehmen.

Hochbetrieb in den Wintersportgebieten

„Der beste Tag seit langer, langer Zeit“

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Strahlend blauer Himmel und reichlich Neuschnee: Für Liftbetreiber und Wintersportler war der Freitag ein echter Traumtag – für Autofahrer, die sich durch den Stau quälen mussten, weniger.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Beste Laune herrschte am Freitag bei den Skiliftbetreibern im Landkreis. Für Peter Lorenz, Geschäftsführer der Brauneckbahn, war es der Höhepunkt des „stärksten Dezembers seit Langem“. Gute Schneeverhältnisse so früh im Jahr – am Brauneck keine Selbstverständlichkeit. Heuer aber ist dort seit 14. Dezember durchgehend Skibetrieb, und am Donnerstag wurde die solide weiße Decke laut Lorenz noch einmal mit zusätzlich 40 Zentimetern Neuschnee bedeckt. Der Geschäftsführer ging am frühen Freitagnachmittag von einer Zahl von 6000 Skifahrern aus – ein absoluter Spitzenwert. Da trübte es Lorenz’ Stimmung wenig, dass „die Pisten bis zum Abend wahrscheinlich ganz schön ramponiert sein werden“, wie er prognostizierte.


Bis sie die Traumbedingungen am Brauneck genießen konnten, hatten viele Autofahrer freilich schon eine Geduldsprobe hinter sich. Wer von München aus nach Lenggries fahren wollte, brauchte allein von Sachsenkam bis ans Brauneck eine Stunde und mehr, denn auf der B 13 herrschte durchgehend Stau. „Die Verkehrsbelastung war maximal, darauf ist das Straßennetz einfach nicht ausgelegt“, sagt der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl. Die Auswirkungen waren auch in Bad Tölz zu spüren, da etliche Autofahrer sich Ausweichrouten durch die Stadt suchten. Hier fiel zu allem Überfluss am Mittag auch noch die Ampelanlage zwischen Bahnhofstraße und Osterleite aus. Polizisten waren zeitweise vor Ort, um den Verkehr zu regeln.

Weil alle Parkflächen am Brauneck belegt gewesen seien, habe die Inspektion gegen 11 Uhr beim Lenggrieser Bauhof veranlasst, dass die Zufahrtsstraße zum Skigebiet gesperrt wurde, so Gigl. Seine Zusammenfassung: „Dem Wetter entsprechend waren es mittel- bis hochchaotische Verhältnisse.“

Für die mühsame Anreise wurden die Ausflügler aber auch am Blomberg reichlich entlohnt – mit wunderbarer Winterlandschaft zum Wandern und einer schön befahrbaren Naturrodelbahn. „Heute ist halb München hier“, sagte Betreiber Hannes Zintel. Er zeigte sich „glücklich und zufrieden“, da schon seit Saisonstart am 23. Dezember die äußeren Bedingungen passten – gipfelnd im „sehr guten“ Freitag. Da die Bahn durchgehend unter Volllast fuhr, kalkulierte Zintel, dass es bis zum Abend rund 4000 Besucher werden müssten – für eine belastbare Bilanz war es bis Redaktionsschluss zu früh.

Einen Höhepunkt erlebte am Freitag auch die Saison am Fahrenberglift. „In Bezug auf den Skibetrieb hatten wir hier im Dezember seit vielen, vielen Jahren keinen so guten Tag“, schwärmte Jörg Findeisen, Geschäftsführer der Herzogstandbahn. „Für unseren kleinen Skibetrieb ist richtig viel los.“ Während hier sonst eher einheimische Skifahrer unterwegs seien, seien am Freitag auch viele Sportler von weiter her gekommen. Sehr gut besetzt waren zudem die Kabinen der Herzogstandbahn. Viele Ausflügler gingen den geräumten Weg bis zum Gasthaus.

Über einen „Tag, an dem einfach alles zusammenpasst“, freute sich auch Michael Fischhaber, Betreiber des Gaißacher Reiserlifts: „Jeder hat auf so einen Tag gewartet, das Wetter ist schön und auch in Richtung München war es ein bisserl weiß“ – so merkten die Städter ebenfalls, dass Wintersportsaison ist. Im Vergleich zu großen Skigebieten ging es an dem überschaubaren Gaißacher „reinen Familienhang“, so Fischhaber, aber noch beschaulich zu. „Maximal 10 bis 15 Minuten“ hätten die Gäste am Lift Schlange stehen müssen. Dennoch stellt Fischhaber fest: Damit sich der Liftbetrieb trägt, „brauchen wir solche Tage“.

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