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„Das ist gelebte Partnerschaft“: Tölzer und Jenbacher Feuerwehrler beim gemeinsamen Einsatz. Vorne knieend der Tölzer Kommandant Thomas Fuchsgruber. Sein Vorgänger Wolfgang Stahl war ebenfalls in Jenbach dabei.

Hochwassereinsatz

Tölzer Feuerwehr eilt Kollegen in Jenbach zu Hilfe

Schnelle und unbürokratische Hilfe hat am Mittwoch die Tölzer Feuerwehr geleistet. Mit mehreren Wasserpumpen machte sich die Wehr auf den Weg ins Nachbarland Tirol und halt der Partner-Feuerwehr Jenbach bei einem Hochwassereinsatz.

Jenbach/Bad Tölz – Während im Isarwinkel momentan Ruhe an der Hochwasserfront herrscht, schaut es im Nachbarland Tirol ganz anders aus. Der Innpegel ist stark angestiegen, und die Zuflüsse bereiten nach dem schneereichen Winter Probleme. Wie etwa in Jenbach, wo der Gießenbach über die Ufer zu trat. Das führte am Mittwoch zu einem ungewöhnlichen Hilfseinatz der Tölzer Feuerwehr. Über die sozialen Medien erfuhren die Tölzer vom Hochwasser in Jenbach. „Zu Feiern lädt man sich gegenseitig gerne ein“, erzählt Kommandant Thomas Fuchsgruber von der seit langem bestehenden Partnerschaft. „Es war selbstverständlich, dass wir da helfen wollten.“ Die Stadt Tölz besitzt einige Großpumpen, die bei einem Hochwasser im Gries zum Einsatz kommen. Fuchsgruber rief Bürgermeister Josef Janker, der umgehend sein „Okay“ gab. Ein Vorauskommando fuhr im Pkw voraus und sondierte die Lage und sprach sich mit der dortigen Einsatzleitung ab. Dann machten sich am Mittwochabend ein Versorgungs-Lkw mit zwei Pumpen an Bord und einer im Schlepp sowie ein Lkw des Tölzer Betriebshofs mit Schläuchen und Kran auf den Weg nach Österreich. Dazu neun Tölzer Feuerwehrler und ein Mann vom Betriebshof.

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Der Einsatzort liegt in einem Industrie- und Gewerbegebiet. Zu schützen war ein dahinter liegendes Wohngebiet. Das Wasser musste vom Gießenbach in den Kasbach und weiter in den Inn befördert werden. Mit der Tölzer Großpumpe (Leistung: 23.000 Liter pro Minute) sowie den zwei Elektropumpen (jeweils 6000 Liter pro Minute) konnte die Pumpleistung der Jenbacher Kollegen verdoppelt werden, berichtet Fuchsberger. Nachdem die Anlagen aufgebaut und die Jenbacher Wehr instruiert wurde, fuhren die Tölzer bis auf einen Mann gegen Mitternacht wieder heim. Die Pumpen werden vermutlich bis Ende der Woche weiterarbeiten.

Dankbar postete die Jenbacher Feuerwehr am Donnerstag folgende erste Bilanz: „Der Gießenbach hält zwar seinen Pegel noch. Aber dank der Großpumpen aus Tölz, steigt er zumindest nicht mehr.“ 

Christoph Schnitzer

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