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Soll angeblich ein Wohnhaus werden:  das Hotel Alexandra an der Kyreinstraße. 

Nach 21 Jahren

Hotel Alexandra schließt Ende des Jahres

Bad Tölz - Herber Schlag für den Tourismus in Bad Tölz: Der Pachtvertrag für das Hotel Alexandra wird nicht verlängert. Dabei ist es zum Teil schon jetzt unmöglich, größere Gruppen in der Kurstadt unterzubringen.

Das Hotel Alexandra in Bad Tölz steht vor dem Aus: Laut Pächterin Monika Olschewsky stellt das Drei-Sterne-Haus spätestens Ende November seinen Betrieb ein – allerdings nicht, weil es die Hotelfachfrau so will.

„Ich hätte gerne weitergemacht“, betont Olschewsky auf Nachfrage. „Mein ganzes Herzblut steckt in dem Hotel.“ Und viel Geld, wie sie sagt: Denn weil die Vermieter in den vergangenen 21 Jahren nicht dazu bereit gewesen seien, angemessen in den Familienbetrieb zu investieren, habe sie das selbst übernommen.

Die Investitionen sind wohl auch der Punkt, warum der Pachtvertrag nicht verlängert wird. Denn während es laut Olschewsky schon vor fünf Jahren erste Pläne gegeben habe, das Hotel aufzustocken, wolle Eigentümerin Gabriele Papst davon plötzlich nichts mehr wissen. „Dass eine Erweiterung angedacht war, habe ich sogar schriftlich, aber leider nicht notariell beglaubigt“, ärgert sich Olschewsky. Auf den Sinneswandel angesprochen, habe die Eigentümerin erklärt, dass sie künftig keine Fremdenverkehrsabgabe mehr zahlen wolle.

Papst selbst will sich nicht öffentlich zu der Angelegenheit äußern. Auch zu der Zukunft der Immobilie an der Kyreinstraße will die Tölzerin nichts sagen, weil ihr zufolge noch nicht klar sei, was aus dem Haus werde. Nach Informationen von Monika Olschewsky soll das „Hotel Alexandra“ in ein Wohnhaus umfunktioniert werden.

„Äußerst bedauerlich“ für den Fremdenverkehr

Für den Fremdenverkehr in Bad Tölz wäre das „äußerst bedauerlich“, sagt Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter. Zumal es sich bei dem Hotel Alexandra um ein „hervorragendes Haus“ handle. „Es ist schwierig für den Tourismus, wenn immer mehr solcher Häuser wegbrechen.“ Denn schon jetzt sei es teilweise nicht mehr möglich, größere Gruppen in der Kurstadt unter zu bringen. „Zu gewissen Zeiten können wir die Anfragen nicht mehr alle bedienen.“ Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren wohl etliche kleine Häuser vom Markt verschwinden werden, weil die Vermieter langsam in die Jahre kommen und keine Nachfolger finden. „Davon abgesehen wird es aus wirtschaftlichen Gründen immer schwieriger, ein kleines Haus zu führen“, weiß Hohenreiter.

Als Beispiel nennt sie die Provisionen, die die Vermieter zahlen müssen, wenn sie ihre Häuser auf den großen Reiseportalen im Internet präsentieren wollen. Da viele Gäste inzwischen aber online ihre Unterkünfte buchen, bleibt den Vermietern nichts anderes übrig, als diese Gebühren zu zahlen.

Es müssen dringend neue Betten geschaffen werden

Vor diesem Hintergrund ist es laut der Tourismusdirektorin unerlässlich, dass in Bad Tölz neue Betten geschaffen werden. Verhandelt werde in verschiedene Richtungen. Wie berichtet entscheidet sich in den kommenden Wochen beispielsweise, ob die österreichische Firma Arcus an der Arzbacher Straße tatsächlich ein Drei- und ein Vier-Sterne-Hotel bauen wird. Zur Querfinanzierung sind zudem mehrere Häuser mit „Serviced Apartments“ vorgesehen. Diese Wohnungen sollen an Feriengäste vermietet werden, die den Service der Hotels mitnutzen können. Außerdem ist die Stadt im Gespräch mit der Firma Hörmann aus Bad Tölz, die den „Bichler Hof“ hinter der Buchbergklinik sanieren und so 80 Betten schaffen will. Zur Querfinanzierung möchte Hubert Hörmann 18 Doppelhaushälften unterhalb des Hofs errichten.

Auch Monika Olschewsky hätte „total Lust“ dazu, wieder etwas Neues auf die Beine zu stellen. Ein Objekt hat sie bereits im Auge. Allerdings habe der Vermieter bereits signalisiert, dass auch er nicht bereit sei, groß in seine Immobilie zu investieren.

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