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Hotel-Grundstück zu billig verkauft? Tölzer CSU-Stadtrat schaltet Rechtsaufsicht ein

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Wie viel Geld hat die Stadt Bad Tölz durch den Verkauf des Hotel-Areals auf der Wackersberger Höhe eingenommen? © dpa / Bernd Wüstneck

Auf der Wackersberger Höhe will ein Investor ein Hotel bauen. Ein CSU-Stadtrat glaubt, die Stadt habe das Grundstück zu billig verkauft.

Bad Tölz – Es gilt das gesprochene Wort. Und das weicht manchmal doch gravierend von der schriftlichen Vorlage ab. Zum Beispiel, als Bürgermeister Josef Janker in seinem Jahresrückblick in der Weihnachtssitzung des Stadtrats auf das geplante Hotel auf der Wackersberger Höhe zu sprechen kam.

Das 40-Zimmer-Projekt der Unternehmerfamilie Tien erntete im Herbst im Stadtrat viel Lob und Unterstützung. Es sei für die touristische Entwicklung von Tölz von enormer Bedeutung. Dann – und das stand nicht im ausgegebenen Redetext – wurde Jankers Tonfall bestimmter und ließ aufhorchen. Es habe nämlich „von einer dritten Person“ eine Anfrage bei der Rechtsaufsicht des Landratsamts gegeben. Es ging um den Kaufpreis für das rund 8500 Quadratmeter große Filetgrundstück mit Bergblick, und es wurde um Überprüfung gebeten. Auf Nachfrage antwortet Janker, dass diese Anfrage aus Stadtratskreisen gekommen sei. Mehr wisse er nicht.

Grundstück auf Wackersberger Höhe soll 1,5 bis 2 Millionen Euro gekostet haben

Gegen das Hotelvorhaben hatten sich beim Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan nur zwei Stadträte öffentlich ausgesprochen. Christof Botzenhart (CSU) hält ein familiengeführtes Hotel für zu unsicher. Botzenhart erklärte gestern, die Anfrage nicht gestellt zu haben. Bleibt Anton Mayer (CSU), der auf Nachfrage ohne Weiteres bestätigte, dass er die Rechtsaufsicht eingeschaltet habe.

Dafür sei sie da. Er habe auch kein Geheimnis daraus gemacht und Iris Korth von der Rechtsaufsicht auch gesagt, sie könne seinen Namen gegenüber dem Rathaus nennen. Ihm sei der Kaufpreis als zu niedrig erschienen, nachdem er Vergleichswerte von der Bockschützstraße und im Badeteil dagegengestellt habe, erklärt Mayer im Gespräch mit dem Tölzer Kurier seine Motivation. Zahlen nannte er genau wie das Stadtoberhaupt nicht.

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Eine Zahl von 1,5 bis 2 Millionen Euro steht aber seit geraumer Zeit offiziell unbestätigt im Raum. Dadurch, dass die Stadt aber auch den Kanalbau zum Grundstück übernehme, bleibe seiner Meinung nach vom Verkaufserlös nichts mehr übrig.

Die Rechtsaufsicht hat den Fall überprüft und für in Ordnung befunden, sagte Bürgermeister Janker nun in der Sitzung. „Mit unseren Gutachten im Rücken konnten wir beruhigt die bestätigende Stellungnahme über die korrekte Abwicklung abwarten.“

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Anton Mayer weiß nach seinen Worten nichts von einem bestehenden Gutachten und hat diesbezüglich nochmals bei der Rechtsaufsicht nachgefragt. In einem Antwortschreiben, so der Ellbacher Landwirt, sei nur von gutachterlichen Stellungnahmen des Sachverständigen die Rede gewesen.

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